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Thema: Therapeut will mich nicht

  1. #1
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    Standard Therapeut will mich nicht

    Hallo,

    Ich schreibe hier mal, weil ich keine Freunde oder Bekannte habe, die ich fragen könnte, was ich machen soll.

    Ich bin seit ca. 19 Jahren (peinlich) auf der Suche nach jemanden bzw. einem Therapeuten, der mir hilft, eine objektive Meinung zu meinem anscheinend oselbstzerstörerischen Verhalten zu bekommen. Ziel ist, arbeitsfähig und gesellschaftsfähig zu sein. Ich hab nach vielen Erfahrungen von Therapie (Tagesklinik, stationär, Verhaltenstherapie) jetzt endlich, auch weil ich jetzt Zeit habe, da keine Arbeit, einen, zumindest für ein paar Wochen, Platz für tiefenpsychologische Verhaltenstherapie bekommen.

    Jetzt nach dem 7. oder 8. Termin wird die Angst immer größer, dass ich rausgeschmissen werde. In der letzten Stunde habe ich einen „Anschiss“ bekommen, dass ich „Täter“ sei, jemand wie einer der sein Kind misshandelt und schlägt. Mir wurde gesagt, dass ich so weitermachen möchte, dass mir das gefällt „Täter“ zu sein und ich mich nicht ändern will, da ich nicht davon los komme, so selbstzerstörerisch zu handeln und es mir Spaß macht, dass ich nicht das richtige Therapieziel habe und ich mich „assozial“ verhalte.

    Ich habe noch nie was von Verhaltenstherapie, Tagesklinik, Gruppentherapie gehalten. Ich hatte tiefenpsychologische Auseinandersetzung als „Hoffnung“ gesehen. Jetzt habe ich nach 2/3 meines Lebens einen potentiellen Platz gefunden und sogar dafür bin ich nicht gut genug. Ich weiß nicht was ich sagen soll, dass es passt, damit es passt. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Wenn das nicht funktioniert, eine Sache, auf die ich alles setze, gibt es nichts mehr, woran ich glaube. Das geht nicht mehr, weil es mich kaputt macht und das ist dann auch wirklich sinnvoll, wenn es dazu kommt.

    Ich bin in Gegenwart des Therapeuten relativ monoton, wenn ich zu Hause bin, heule ich (erst) seit ein paar Tagen fast ununterbrochen. Das teile ich mit, um zu sagen, dass ich null!!! überzeugend bin, dass ich dem Therapeuten überzeugen kann, dass ich diese Therapie wirklich WILL.

    Ich weiß nicht, was ich mit meinem Eintrag hier möchte... vllt eine stärkere Position an meiner Stelle, so dass er mir glaubt, dass ich den Platz nicht verschwende, weil mein Leben so langweilig ist und ich aus Spaß einen Therapieplatz in Anspruch nehme. Ich fühle mich so, als ob er sowieso „gewinnen“ wird, wie jeder andere bisher auch, und mich nicht weiter behandeln möchte. Ich kann ihn nicht überzeugen, da ich mich für mich nicht einsetzen kann, weil ich es nicht verdient habe, da ich wertlos bin. Aber ein Teil in mir sagt, dass ich daran glaube und darauf hoffe, dass ich irgendwann mit mir klar kommen könnte und für die Gesellschaft nützlich sein könnte.

    Der Antrag an die Krankenkasse wurde noch nicht gestellt. Soweit ich weiß, müsste er in den nächsten Tagen gestellt werden. Wenn er die Therapie mit mir abbricht, habe ich Angst, dass ich die Nummer mit mir beende. Das andere kann ich nicht mehr lange machen.

  2. #2
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    Ich freue mich, wenn ich nützlich bin für ein Lebewesen mit dem ich eine persönliche Beziehung habe. Seinen Selbstwert zu definieren über den Nutzen für ein abstraktes Konstrukt wie "die Gesellschaft" sehe ich eher kritisch. Geht für mich in Richtung Selbstaufopferung für eine Art Wahnidee.

  3. #3
    Neuling
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    Vielen Dank für die Nachricht aber Verstehe ich leider nicht. :/

  4. #4
    Moderator Avatar von siddhi
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    Zitat Zitat von Lisa888 Beitrag anzeigen
    ...Wenn er die Therapie mit mir abbricht, habe ich Angst, dass ich die Nummer mit mir beende. Das andere kann ich nicht mehr lange machen.
    Hallo Lisa888,

    Was genau willst du mit diesen Worten ausdrücken? Vor welcher Konsequenz hast du Angst?

    LG siddhi (privat)
    Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus. (Demokrit)

  5. #5
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    Wenn das Ziel der Therapie ist, arbeitsfähig und gesellschaftsfähig zu sein, nützlich für die Gesellschaft zu sein, scheint es mir stark darauf abzustellen, für andere - sprich "die Gesellschaft" von Nutzen zu sein. Ich fände es besser, wenn das Ziel einer Therapie wäre, sich selber wertzuschätzen und zu akzeptieren so wie man ist, selbst wenn man für "die Gesellschaft" keinen Nutzen darstellen kann oder will.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei monolith für den sinnvollen Beitrag:

    Steinchen.im.Schuh (22.05.2020)

  7. #6
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    Hallo siddhi,

    Ich weiß nicht was ich dann noch tun soll. Wenn man sich den ***** jahrelang aufgerissen hat und man kommt an aber dann sagt dir das Ankommen, dass du es doch nicht geschafft hast. Tschau. Verarscht.

    Ich habe dann keine Lust bzw Kraft mehr für das Leben.

  8. #7
    Neuling
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    Achso. Danke für die Erklärung.

    Wenn das so ist, würde ich gerne wissen warum man dann nicht eine Therapie machen darf, um von dem Level „für die Gesellschaft nützlich zu sein“ zu dem Level „sich selbst wertschätzen und akzeptieren“? Das ist wie, wenn in jeder Stellenausschreibung steht „nur Bewerber mit Berufserfahrung“. Was macht man, wenn man Berufsanfänger ist?

  9. #8
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    Zitat Zitat von Lisa888 Beitrag anzeigen
    Wenn das so ist, würde ich gerne wissen warum man dann nicht eine Therapie machen darf, um von dem Level „für die Gesellschaft nützlich zu sein“ zu dem Level „sich selbst wertschätzen und akzeptieren“?
    Das weiß ich leider auch nicht so genau. Die Therapeuten werden von der Gesellschaft bezahlt und die Gesellschaft definiert sich stark über den wirtschaftlichen Nutzen eines Menschen als funktionierende Arbeitskraft.
    Sich selber wertschätzen und akzeptieren geht vielleicht mehr in den spirituellen Bereich. Zum Beispiel der gute Eckart Tolle kann darüber viel erzählen bei Youtube.

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