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Thema: Trauma

  1. #1
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    Standard Trauma

    Gibt es hier Leute, die sich mit Traumas beschäftigt haben? Gibt es da auch noch Unterschiede, sowas wie kleine Mikrotraumata oder so? Jemand der sich schnell durch kleinere Dinge bereits traumatisiert fühlt?

  2. #2
    ichbinratlos
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    So genau habe ich mich mit diesem Thema noch nicht beschäftigt. Man denkt bei einem Trauma sicherlich nicht an eine Kleinigkeit, sondern eher an Katastrophen, die den Menschen ereilen können. Eben wie Sexuelle Gewalt, Unfälle, Naturkatastrophen, Misshandlungen und weiteres. Ich habe aber vor einiger Zeit einmal gelesen, dass aber auch andere Erlebnisse traumatisierend sein können. Ich meine zum Beispiel, dass mein Vater wie bereits erzählt, aufgrund des Abhauens seiner geliebten Frau sowie seinen anderen Kindern traumatisiert ist.
    In wie weit sich jemand durch vermeintlich kleine Dinge traumatisieren lässt, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen. Vielleicht liegt dies an jedem einzelnen selbst. Sprich, an der eigenen Persönlichkeit, an dessen Erlebnissen sowie Ressourcen und vielleicht auch möglichen Vorerfahrungen innerhalb der eigenen Familie. Ich weiß nicht, aber kann die Anfälligkeit für die Entwicklung eines Trauma vererbt werden?

  3. #3
    Schreibkraft
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    Ob das vererbbar ist, kann ich nicht sagen. Ich habe mich mit Trauma nicht intensiv beschäftigt. Das etwas traumatisieren kann, auch wenn dies nun keine Naturkatastrophe war, davon habe ich gehört wie zB Scheidung der Eltern, die sich dann evt auch noch vor den Kindern gestritten haben. Ich meine dann aber auch noch kleinere Trauma, die im Alltag passieren, wodurch man noch zusätzlich einen Knacks bekommt. Wenn jemanden zB etwas mit einer unbekannten Person passiert und man sich vielleicht normalerweise denken würde, oh man ist die bescheuert, man aber eher dadurch schockiert wird und wenn sich ähnliche Fälle wiederholen gleich denkt, jetzt wird sich diese Situation wiederholen und man befürchtet diese Situation immer wieder.

  4. #4
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    Ich habe mich ein wenig damit beschäftigt. Wobei ich nicht genau weiß worauf Du hinaus willst.
    Wenn man es total simplifiziert ist ein Trauma eine unvorbereitete Konfrontation mit etwas Unbekanntem, was ein Mensch nicht in sein Konzept seiner Umwelt einordnen kann. Beispielsweise der Betrug eines geliebten Menschen ist viel häufiger traumatisierend als man persönlich annehmen möchte. Oder der Anblick von Gewalt in einem Kriegsgebiet. Behandelt wird es indem man sich bewusst vorbereitet und mit diesem Unbekannten konfrontiert. Also dem Warum? für das erscheinen dieses Unbekannten. Es wird nachträglich in das eigene Konzept der Umwelt integriert und nimmt dem Unbekannten seinen Schrecken.

    Natürlich ist das je nach Person unterschiedlich. Gibt da einige Abstufungen. Je nachdem inwieweit jemand während dem heranwachsen gelernt hat Schwierigkeiten zu integrieren beispielsweise. Deshalb ist es nicht gut, wenn Kinder über behütet werden. Sie müssen in kontrollierten Dosen mit bestimmten negativen Aspekten des Lebens konfrontiert werden und nicht alle Probleme von den Eltern gelöst bekommen. Wenn das nicht stattgefunden hat, sind viele Dinge für das Kind dann im Erwachsenenalter traumatisch. Weil das Kind irgendwann gezwungen ist selbst mit Problemen umzugehen, spätestens beim Tod der Eltern, die es noch nie vorher gesehen hat.

    Vielleicht kannst Du genauer spezifizieren, was Du mit Mikrotraumata meinst?

  5. #5
    ichbinratlos
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    Zitat Zitat von Viareggia Beitrag anzeigen
    Ob das vererbbar ist, kann ich nicht sagen. Ich habe mich mit Trauma nicht intensiv beschäftigt. Das etwas traumatisieren kann, auch wenn dies nun keine Naturkatastrophe war, davon habe ich gehört wie zB Scheidung der Eltern, die sich dann evt auch noch vor den Kindern gestritten haben. Ich meine dann aber auch noch kleinere Trauma, die im Alltag passieren, wodurch man noch zusätzlich einen Knacks bekommt. Wenn jemanden zB etwas mit einer unbekannten Person passiert und man sich vielleicht normalerweise denken würde, oh man ist die bescheuert, man aber eher dadurch schockiert wird und wenn sich ähnliche Fälle wiederholen gleich denkt, jetzt wird sich diese Situation wiederholen und man befürchtet diese Situation immer wieder.
    Kannst du vielleicht ein konkretes Beispiel benennen. Also ein kleines Trauma im Alltag.

  6. #6
    Schreibkraft
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    Eins war zB. als sich eine Frau in einem Lokal vordrängelte, während ich sowieso schon lange wartete. Ich war zu dem Zeitpunkt eh schon labil, weil ich immer das Gefühl hatte, egal, was ich mache, ich kann mich nie durchsetzen. So kam es dann auch, dass diese Frau meinte, sie würde angeblich schon länger dort stehen, was nicht der Fall war. Die Kellner konnten sich natürlich nicht mehr dran erinnern. So kam es dann, dass sie zuerst bedient wurde, trotz dass sie sich so dreist vorgedrängelt hatte. Ich war wütend, bin aus dem Laden und fing an zu heulen. Das Ende vom Lied war, dass ich danach jedes Mal Panik hatte, wenn sich jemand in einer Schlange neben mich stellte. Ich dachte jedes Mal, dieses Szenario wiederholt sich. Natürlich hätte ich in dieser Situation auch anders reagieren können, das ist mir später auch bewusst gewesen, aber damals war ich ziemlich angreifbar, weil ich auch auf der Arbeit immer wieder nicht ernst genommen wurde und tun konnte, was ich wollte. Ich wurde nicht ernst genommen und respektiert. Jedoch ist dieser Gedanke mit dieser Frau immernoch so präsent, wenn ich irgendwo anstehe, dass ich mich frage warum?

    Ein weiteres Beispiel ist, dass mein Vater mir nach der Schule den Geldhahn zugedreht hat, damit ich mir eine Ausbildung oder Arbeit suche. Das hat später dazu geführt, dass ich mir sage, ich möchte nie wieder von jemanem abhängig sein. Selbst als ich mal zum Arbeitsamt wusste, war ich so am weinen, weil ich vom Amt abhängig war. Das hat mich so gezeichnet für das spätere Leben, dabei hat er mir schon noch Geld für Klamotten gegeben, nur halt für soziale Sachen wie mal mit Freunden weggehen, das konnte ich so gut wie vergessen. Es war schon problematisch mit einen Freunden eine Cola trinken zu gehen. Also mein Vater hat mich nicht komplett links liegen gelassen, aber er wollte halt dadurch erreichen, dass ich mehr nach Arbeit oder Ausbildung suche.

  7. #7
    ichbinratlos
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    Zitat Zitat von Viareggia Beitrag anzeigen
    Eins war zB. als sich eine Frau in einem Lokal vordrängelte, während ich sowieso schon lange wartete. Ich war zu dem Zeitpunkt eh schon labil, weil ich immer das Gefühl hatte, egal, was ich mache, ich kann mich nie durchsetzen. So kam es dann auch, dass diese Frau meinte, sie würde angeblich schon länger dort stehen, was nicht der Fall war. Die Kellner konnten sich natürlich nicht mehr dran erinnern. So kam es dann, dass sie zuerst bedient wurde, trotz dass sie sich so dreist vorgedrängelt hatte. Ich war wütend, bin aus dem Laden und fing an zu heulen. Das Ende vom Lied war, dass ich danach jedes Mal Panik hatte, wenn sich jemand in einer Schlange neben mich stellte. Ich dachte jedes Mal, dieses Szenario wiederholt sich. Natürlich hätte ich in dieser Situation auch anders reagieren können, das ist mir später auch bewusst gewesen, aber damals war ich ziemlich angreifbar, weil ich auch auf der Arbeit immer wieder nicht ernst genommen wurde und tun konnte, was ich wollte. Ich wurde nicht ernst genommen und respektiert. Jedoch ist dieser Gedanke mit dieser Frau immernoch so präsent, wenn ich irgendwo anstehe, dass ich mich frage warum?

    Ein weiteres Beispiel ist, dass mein Vater mir nach der Schule den Geldhahn zugedreht hat, damit ich mir eine Ausbildung oder Arbeit suche. Das hat später dazu geführt, dass ich mir sage, ich möchte nie wieder von jemanem abhängig sein. Selbst als ich mal zum Arbeitsamt wusste, war ich so am weinen, weil ich vom Amt abhängig war. Das hat mich so gezeichnet für das spätere Leben, dabei hat er mir schon noch Geld für Klamotten gegeben, nur halt für soziale Sachen wie mal mit Freunden weggehen, das konnte ich so gut wie vergessen. Es war schon problematisch mit einen Freunden eine Cola trinken zu gehen. Also mein Vater hat mich nicht komplett links liegen gelassen, aber er wollte halt dadurch erreichen, dass ich mehr nach Arbeit oder Ausbildung suche.
    Ob dies Traumata sind, kann ich nicht beurteilen. Ich bin kein Experte. Vom Gefühl her würde ich es aber verneinen. Ich denke, hier handelt es sich bei "normalen" Erfahrungen, wie sie jeder Mensch sicherlich irgendwann einmal erfährt. In deinem Fall glaube ich eher, dass du so "empfindlich" reagierst, sorry, weil du vielleicht schon einmal früher die gleichen oder ähnlichen Erfahrungen gemacht hast. Vielleicht solltest du einmal in dein Leben zurückschauen und reflektieren, woher beispielsweise der Gedanke/das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, tatsächlich kommt. Gut möglich, dass es hierzu schon einmal bestimmte Erfahrungen gab. Meistens findet man Ansätze in der eigenen Kindheit.

    Und wenn der Mensch etwas erlebt, was er/sie schon einmal erfahren hat, reagiert er meistens um so sensibler darauf.

    Zu der Situation mit deinem Vater solltest du vielleicht einmal das Positive an seinem Verhalten sehen. Er wollte anscheinend, dass du selbstständig wirst und den Wert von Geld sowie Arbeit erkennst. Abhängigkeit ist immer schlecht! Nach meinem Gefühl jedenfalls. Und nicht jede Erfahrung, die für einen selber negativ erscheint, ist es auch letztendlich negativ. Es kommt auch immer auf die eigenen Sichtweise an.
    Geändert von ichbinratlos (11.04.2018 um 22:39 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von Viareggia Beitrag anzeigen
    Eins war zB. als sich eine Frau in einem Lokal vordrängelte, während ich sowieso schon lange wartete. Ich war zu dem Zeitpunkt eh schon labil, weil ich immer das Gefühl hatte, egal, was ich mache, ich kann mich nie durchsetzen. So kam es dann auch, dass diese Frau meinte, sie würde angeblich schon länger dort stehen, was nicht der Fall war. Die Kellner konnten sich natürlich nicht mehr dran erinnern. So kam es dann, dass sie zuerst bedient wurde, trotz dass sie sich so dreist vorgedrängelt hatte. Ich war wütend, bin aus dem Laden und fing an zu heulen. Das Ende vom Lied war, dass ich danach jedes Mal Panik hatte, wenn sich jemand in einer Schlange neben mich stellte. Ich dachte jedes Mal, dieses Szenario wiederholt sich. Natürlich hätte ich in dieser Situation auch anders reagieren können, das ist mir später auch bewusst gewesen, aber damals war ich ziemlich angreifbar, weil ich auch auf der Arbeit immer wieder nicht ernst genommen wurde und tun konnte, was ich wollte. Ich wurde nicht ernst genommen und respektiert. Jedoch ist dieser Gedanke mit dieser Frau immernoch so präsent, wenn ich irgendwo anstehe, dass ich mich frage warum?
    Eigentlich ist es eher so, dass ein Trauma eine Empfindlichkeit für bestimmte Situationen verursacht. Also zB die Erfahrung wie in diesem Fall in der Reihe übergangen worden zu sein wirkt sich deshalb so erschreckend aus, weil Du bereits auf dieser Ebene traumatisiert bist/warst. Nicht gesehen werden, oder immer um Anerkennung kämpfen beginnend bei den Eltern als sogenanntes Entwicklungstrauma, kann genau diesen Effekt verursachen.

  9. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Blase für den sinnvollen Beitrag:

    Ibwh1968 (12.04.2018),Shakespurr (12.04.2018),Viareggia (12.04.2018)

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