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Thema: Trennung in Sicht

  1. #1
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    Standard Trennung in Sicht

    Hallo,
    ich habe mich hier angemeldet, da mich seit vielen Monaten die Entscheidung quält, ob ich mich von meinem Partner trennen soll. Vielleicht hat jemand ähnliches erlebt oder die Außenperspektive zeigt mir Hilfreiches auf...

    Etwas Background, damit Ihr euch die Situation etwas vorstellen könnt. Mein Partner und ich sind seit 8 Jahren ein Paar und es war beiderseits eher der Wunsch nach einer stabilen Beziehung als die große Verliebtheit, was uns zusammenbrachte. Von Beginn an war ich skeptisch, ob diese Konstellation so eine Zukunft haben kann, doch er war überzeugt, die großen Gefühle brauche man nicht, um glücklich zusammenleben zu können. Das würde schon zusammenwachsen. Ich haderte anfangs lange damit und auch mit unserem Altersunterschied von >10 Jahren, entschied mich jedoch schließlich, die Zweifel über Bord zu werfen und mich einzulassen. Nach drei Jahren Beziehung wurde ich geplant schwanger und ich war glücklich, dass er diesen Schritt mitging, obwohl er ein deutlich älteres Kind hatte und eigentlich keinen Kinderwunsch mehr gehabt hatte.
    Schon in dieser Zeit gab es Dinge, die mir nicht gefielen. Z.B. dass er in der Schwangerschaft sehr zurückhaltend mit Vorfreude war, sodass ich schon dachte, er bereue seine Entscheidung. Und dass er entgegen vorheriger Absprache nur teilweise bei mir einzog, was bis heute und trotz gemeinsamem Kind so geblieben ist.
    Kurz gesagt wuchs alles nie so zusammen, wie ich es mir gewünscht hätte. Zwar kümmert er sich toll um unsere Tochter, aber alles andere verdient nicht mehr die Bezeichnung Partnerschaft. Irgendwann wurde bei mir aus dem Frust über seine Distanz Gleichgültigkeit und mittlerweile will ich gar nicht mehr die Nähe, die ich mir einst erhofft habe. Soviel emotionale Distanz habe ich nie bei einem Menschen erlebt und er sagt dazu nur, dass er eben so ist und Gefühl nicht zeigt. Mag ja sein, aber mir fehlt es essenziell. Seine Gleichgültigkeitlässt mich erfrieren. Nicht nur mir gegenüber, er ist auch allgemein sehr teilnahmslos, hat weder Hobbys noch Freunde. Meine Familie, ein weiteres Reizthema für mich, kann er nicht ausstehen, und bei Besuchen sagt er quasi nichts und starrt nur ins Handy, was mich enorm verletzt, da ich meine Familie sehr liebe. Zu anderem Verhalten lässt er sich nicht bringen obwohl er weiß, dass ich ihm das extrem übel nehme. Er kann einfach keine Sozialkontakte.
    All diese emotionale Distanz führte dazu, dass mein Bedürfnis nach Körperlichkeit völlig erlosch, mittlerweile küssen wir uns nicht einmal mehr. Seit dieser Entwicklung frustet ihn unsere Beziehung, doch wir drehen uns da immer im Kreis, weil ich dann sage, dass ich mit jmd, der mir nicht nah ist, nicht ins Bett gehen kann. Für ihn ist Sex= Nähe.
    Wir sind also tatsächlich nur noch Eltern und mit Alltag beschäftigt, selbst die nötigen Absprachen mag ich eigentlich schon wochenlang nicht mehr treffen, ich mag gar nicht mehr.

    Das, was mich noch abhält, ist meine Angst, wie er sich nach der Trennung verhalten wird. Ich befürchte, er wird nur noch Schlechtes über mich zu sagen haben und habe Angst, dass wir keine vernüntige Regelung bzgl. unserer Tochter finden können. Von mir aus könnte er sie oft sehen, ob es bei mir in der Wohnung sein soll, bin ich unsicher. Wäre für mich auch nicht undenkbar, dass man zu dritt Zeit verbringt. Aber bei der Scheidung von seiner Exfrau hat er danach nur noch per SMS kommuniziert, und da gab es auch ein Kind. Und darauf ist er auch noch stolz. Vor diesem Szenario fürchte ich mich immens. Dass er dichtmacht. Oder schlimmer gar, dass unsere Tochter sich stärker ihm zuwenden könnte, da ich ja quasi den Schlussstrich ziehe und er nicht neutral über mich sprechen würde. Sie ist zwar erst vier und ich hoffe sehr, dass alles friedlicher ablaufen wird, anders würde mir wirklich das Herz brechen...

    Danke euch schonmal für hilfreiche Kommentare, ich weiß, dass es da letztlich keine Lösung gibt, aber vllt etwas Zuspruch und Mutmachen.

  2. #2
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    Was ich nicht ganz verstehe,wenn ich das lese ist,ob und warum sich deine Gefühle für ihn geändert haben? Z.b. dass er keine Freunde hat,deine Familie nicht mag,war das nicht schon immer so? War es ausschlaggebend, dass er nicht bei dir einzog?
    Vielleicht hilft es dir,das erstmal besser zu verstehen,um zu sehen,ob sich deine Gefühle wieder andern könnten? Hast du mal versucht,dankbar zu sein,dass er ein toller Vater ist und sich kümmert? Also,hast du versucht,auf ihn ein bisschen zuzugehen? Gibt es noch Seiten an ihm,die du anziehend findest?
    Habt ihr mal Paartherapie versucht?

  3. #3
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    Hallo und danke für deine Antwort und die Denkanstöße. Wollte nicht gleich zu Beginn mit zu vielen Details schreiben. Ich denke, die Gefühle haben sich nach und nach verabschiedet. Ich bin einfach immer wieder daran gescheitert, Emotion und Nähe im Miteinander aufzubauen. Und immer wieder gegen eine Wand zu laufen ist sehr anstrengend. Wir sind da einfach zwei verschiedene Naturelle, ich bin eher lebensfroh und interessiere mich für alles mögliche und er ist grundsätzlich eher pessimistisch und freudlos. z.B. hasst er seinen Beruf und berichtet mit Vorliebe von schlechten Nachrichten. Dass er nur tageweise bei mir wohnen möchte, hat er mir eröffnet, nachdem ich ein Haus gekauft hatte. Für mich war klar, wir werden zusammen einziehen und eine Familie gründen. Das war für mich der erste Bruch/Enttäuschung , und ich mag es bis heute nicht, dass er ständig pendelt und hier immer wie ein Besucher mit Tasche auftaucht. Blöd fand ich aber hauptsächlich, dass er das so spät sagte. Freunde hatte er wohl früher mal, die dann bei seiner Scheidung passé waren. Er streicht Leute sehr rigoros aus seinem Leben, wenn sie nicht mehr passen. Wenn Verhalten ihn stört, ist er total kompromisslos. So hat er auch keinen Kontakt zu einem Teil seiner Familie. Das ist auch etwas, was mich an seinem Charakter wirklich abstößt, weil ich immer den Weg von Gespräch und Einigung gehen möchte, wenn jmd mir wichtig ist.
    Dass er meine Familie so ablehnt ist für mich verletzend, da sie sich durch sein Verhalten bei mir z.T. unwillkommen fühlen und er das nicht anders hinbekommt, egal wie ich versuche, ihm das zu erklären. Da war ich schon soweit zu sagen, er soll einfach nicht da sein, wenn sie zu Besuch kommen. Von daher sorgt das bei mir für große Enttäuschung. Aber er zog nicht deshalb nict hier ein, meine Eltern wohnen weit entfernt und sind nur alle paar Monate zu Besuch, ebenso meine Schwester.
    Ich versuche seit Monaten, nicht unfair zu sein und nichts Positives zu übersehen, aber ich möchte so nicht noch jahrelang leben. Ich weiß, es ist positiv, dass er ein guter Vater ist, das sehe ich auch und auch, dass er im Alltag verlässlich ist. Aber ob ich dafür nun dankbar sein muss? Das ist doch normale Grundvoraussetzung? Es geht ja um die Gefühle zwischen uns.
    Paartherapie ist für ihn No-Go, hat er wohl mal mit der Ex probiert und fand es lächerlich. Vor 1-2 Jahren hätte ich das gern versucht.

  4. #4
    Schreibkraft
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    Es klingt so,als hättest du deine Entscheidung schon getroffen,aber hast Angst davor.
    Um mit der Angst umzugehen,hilft es mir manchmal, zu überlegen,was das schlimmste ist,das passieren könnte - und was du in dem Fall tun würdest/könntest. Und sich zu sagen,dass das schlimmste meist nicht eintritt.
    Im übrigen glaube ich nicht (aber das ist meine ganz persönliche Sicht),dass ein Kleinkind sich von der Mutter abwendet,außer der Vater ist wirklich sehr manipulativ. Toll ist es für das Kind natürlich überhaupt nicht,wenn die Eltern nicht mehr miteinander reden.

  5. #5
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Sachlich heruntergebrochen könnte man sagen (bzw. denke ich das), dass ihr eine Beziehung eingegangen seid nach dem “try-and-error Prinzip“). Konkret meine ich damit, dass von Anfang an Gefühle gefehlt haben.

    Insofern macht aus meiner Sicht auch keine Paartherapie Sinn.

    Alles Gute für dich.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Floralie Beitrag anzeigen
    Danke euch schonmal für hilfreiche Kommentare, ich weiß, dass es da letztlich keine Lösung gibt, aber vllt etwas Zuspruch und Mutmachen.
    Hallo Floralle,

    ich sitze gerade da und überlege, was nun Deine konkrete Frage sein könnte, bevor ich einfach drauflos schreibe.

    So wie ich Dich verstehe, bindet Dich nichts mehr an Deinen Partner außer die Angst und Ungewissheit, was nach der Trennung kommen könnte. Es geht Dir um das Wohl Deiner Tochter. Du willst durch eine Trennung von Deinem Partner die Beziehung Deiner Tochter zu ihm nicht gefährden.

    Insofern könnte Deine Frage für mich lauten: Wie kann ich mich von meinem Partner trennen, ohne dass die Beziehung zwischen Deiner Tochter zu Dir bzw. zwischen Tochter und Vater schaden nimmt.

    Habe ich das so richtig verstanden?

    Deine Tochter ist jetzt wie alt? 5 Jahre, habe ich da richtig gerechnet?

    Bzgl. Paartherapie: Auch da kommt es darauf an, mit welcher Fragestellung man kommt. Viele Paare fragen sich, ob und wie sie ihre Partnerschaft retten können. Ein anderer Auftrag an den Therapeuten könnte auch lauten: Wie können wir eine Trennung möglichst so gestalten, dass es uns und unserer Tochter möglichst gut damit geht? Wie können wir respektvoll Abschied voneinander nehmen?

    Wenn Dein (Ex-) Partner da nicht mitzieht, könntest Du für Dich selbst Unterstützung in diesen Fragen bei einem Therapeuten suchen, wenn Du merkst, dass Du damit alleine überfordert bist.
    Geändert von Hirsch (11.02.2020 um 13:00 Uhr)

  7. #7
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    Hallo und Dank für eure Antworten und euer Gedanken investieren.
    Die Zusammenfassung kommt gut hin, Hirsch. Und ja, Lorelai, die Entscheidung ist gefallen (deshalb ja auch die Wahl dieses Forums), da ich die Anspannung zwischen uns unerträglich finde und sich das meiner Ansicht nicht mehr zum Guten wenden lässt. Dennoch schrecke ich zurück, weil es sich nach Scheitern anfühlt. Natürlich habe ich auch Ängste, alles allein nicht so gut hinzubekommen. Würde ich nur für mich entscheiden, würde es mich nicht so quälen. Dass nun meine Tochter unter meiner falschen Partnerwahl leidet Und es stört/nervt/ärgert mich auch, dass ich den Schritt gehen muss und er es aussitzt. Ich zögere hauptsächlich, weil ich die Situation danach als unerfreulich einschätze. Mag dieses Hin und Her fürs Kind null. Sie ist jetzt 4 geworden.
    Wir könnten uns eingestehen, dass unser Zusammenleben so untragbar geworden ist und wir nur noch als Eltern zusammenarbeiten wollen, aber ich fürchte, das wird er nicht mittragen, sondern mich zur Unperson machen. Und diese Kraft versuche ich zu sammeln und zu überlegen, wie ich es positiver gestalten könnte. Das treibt mich um, raubt mir den Schlaf und Energie und so dachte ich, ich schreibe hier mal und frage nach Ideen und Erfahrungen von außerhalb... LG

  8. #8
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    Zitat Zitat von Floralie Beitrag anzeigen
    Dass nun meine Tochter unter meiner falschen Partnerwahl leidet
    Du machst Dir Vorwürfe, weil Du ihn nicht als Vater für Deine Tochter ausgesucht hast. Doch mache Dir bewusst: Ohne ihn hätte es Deine Tocher - so wie sie jetzt ist - nie gegeben ...


    Zitat Zitat von Floralie Beitrag anzeigen
    Und es stört/nervt/ärgert mich auch, dass ich den Schritt gehen muss und er es aussitzt.

    Ja, es wäre vermutlich einfacher, wenn er Dir die Entscheidung abnehmen würde. Das tut er nicht, er hat seine eigenen Vorstellungen, darüber ärgerst Du Dich.




    Zitat Zitat von Floralie Beitrag anzeigen
    Dennoch schrecke ich zurück, weil es sich nach Scheitern anfühlt.
    Ich verstehe: Du bist traurig, Dir einzugestehen zu müssen, dass Du Dich von Deiner Vorstellung einer stabilen Beziehung und Dein Traum einer glücklichen Familie erstmal verabschieden musst?


    Zitat Zitat von Floralie Beitrag anzeigen
    Und diese Kraft versuche ich zu sammeln und zu überlegen, wie ich es positiver gestalten könnte.
    Du wirst diese Kraft haben, wenn Du anfängst, Deinen (inneren) Frieden mit den letzten 10 Jahren und mit ihm zu machen. Dazu braucht es vermutlich etwas Zeit, das eigene (nachvollziehbare) gekränktsein zu heilen. Von dem Ärger, dass er Deiner Vorstellung nicht entsprochen hat und Deinen Wünschen nicht nachkommen wollte oder konnte, von dem Ärger über ihn ... zur Trauer über das, was nicht gewesen ist ... zur innerlichen Versöhnung. Dazu braucht es Zeit ... und Bereitschaft, sich auf den Prozess des Abschiednehmens einzulassen ...

    Welche Erfahrungen hast Du bisher mit Abschieden gemacht?







    Wir könnten uns eingestehen, dass unser Zusammenleben so untragbar geworden ist und wir nur noch als Eltern zusammenarbeiten wollen, aber ich fürchte, das wird er nicht mittragen, sondern mich zur Unperson machen. Und diese Kraft versuche ich zu sammeln und zu überlegen, wie ich es positiver gestalten könnte. Das treibt mich um, raubt mir den Schlaf und Energie und so dachte ich, ich schreibe hier mal und frage nach Ideen und Erfahrungen von außerhalb... LG[/QUOTE]

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