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Thema: Unfähig für Kontakte und Beziehungen

  1. #1
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    Standard Unfähig für Kontakte und Beziehungen

    Hallo,

    ich bin Mitte zwanzig, männlich und nicht dazu in der Lage Freundschaften oder einfache Kontakte aufzubauen. Eine kurze Begrüßung bei Verkäufern oder das Gespräch bei einem Arzt gelingen mir wie den meisten Menschen, aber alles darüber hinaus bin ich ein Einzelgänger und Außenseiter. Das betrifft besonders Menschen aus meiner Altersgruppe und dann nochmal etwas spezieller Frauen. Ich komme mir wie ein Autist vor, allerdings konnte bei Psychologen keine Beeinträchtigung wie etwa beispielsweise Asperger-Syndrom festgestellt werden.

    Ich wurde in der Schule phasenweise gemobbt und aufgrund einer krankheitsbedingten, optischen Veränderung habe ich mich seit dem 15ten Lebensjahr hässlich gefühlt, wurde und werde immer noch deshalb ausgelacht/beleidigt und das hat mich die letzten 10 Jahre dazu gebracht, mich außer meinen Verpflichtungen nahezu komplett zu isolieren. Das ist ausschlaggebend dafür, warum ich heute die sozialen Schwierigkeiten habe und ich habe das nun endlich verstanden.

    Aber durch meine Art, meine Persönlichkeit, wie ich seit der Pubertät geworden bin, werden keine Beziehungen entstehen können. Auch auf der Arbeit halten die Mitarbeiter nicht viel von mir. Meistens habe ich Dinge gesagt oder getan, wo mir gar nicht bewusst war, dass es andere gestört hat. Ich würde gerne von meiner Einzeltherapie auf eine Gruppentherapie umsteigen. Aber das ist an sich auch kein Ort, an dem ich Freunde finden werde. Ich hoffe natürlich, Leute mit ähnlichen Schwierigkeiten kennenzulernen und anhand ihnen meine kommunikativen Fähigkeiten zu steigern. Meine Psychologin sagt, ich soll mir da nicht zu viel von versprechen. Gestik nutze ich überhaupt nicht zur Verständigung, meine Mimik ist gleichermaßen eher eingeschränkt. Trotzdem wird mir dazu geraten, wenn ich Kontakte/Beziehungen aufbauen will, muss ich mehr unter Menschen. Mit meinem aktuellen Verhalten halte ich das aber für verkehrt. In der Berufsschule bin ich unter sehr vielen Menschen, wie ich es laut ihr sein soll, da hat es aber überhaupt nichts gebracht. Im Gegenteil, ich fühle mich dort immer sehr schlecht und will da einfach nur weg. Auf der Arbeit habe ich zu keinen Kunden Kontakt. Meine Freizeit verbringe ich nach wie vor ausschließlich vorm Computer.

    Was sind eure Erfahrungen mit dem Thema?

  2. #2
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    Ich bin ein Einzelgänger und will meine Ruhe haben. Das ist meine Einstellung und ich komme gut klar damit. Sollte sich diese Einstellung mal ändern, habe ich nichts dagegen, aber ich würde mir wegen sozialer Kontakte ungern einen abbrechen. Alleine klarzukommen sehe ich als Herausforderung.

  3. #3
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    Zitat Zitat von monolith Beitrag anzeigen
    Alleine klarzukommen sehe ich als Herausforderung.
    Das hatte ich auch lange gedacht. War in den letzten 10 Jahren auch so, aber soziale Kontakte zu Pflegen, ist für mich die viel größere Herausforderung. Und ich merke, wie mir immer mehr Steine auf meinen Lebensweg gelegt werden. Inzwischen fühle ich mich sehr einsam. So will ich nicht weiterleben. 2-3 Freunde die man jede Woche ca. 1 mal sieht, würde mir schon reichen. Und ich möchte besser mit fremden Menschen umgehen können.

  4. #4
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    Leider lässt sich das nach meinem Eindruck, schwer beeinflussen. Manchen Leuten fallen soziale Kontakte sehr leicht, viele tun sich schwer, einigen ist es unmöglich. Weiterleben würde ich deswegen nicht in Frage stellen wollen, allerdings verwende ich gewisse bewusstseinsverändernde Substanzen, die mich unterstützen. Ganz nüchtern würde mich der Zustand wohl überfordern, ehrlich gesagt.

  5. #5
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    Ich denke ich tue mich nur schwer (also nicht unmöglich) und habe die nötigen Fähigkeiten verlernt bzw. die altersentsprechenden Verhaltensweisen gar nicht erst erlernt. Bis zur 7. Klasse hatte ich ein paar Freundschaften. Zurückhaltend war ich schon immer. Mir fehlt in erster Linie ein Lösungsansatz, wie ich erfolgreich etwas verändere. Die Einzeltherapie gibt mir diesen nicht.

    Hoffentlich sprichst du nur von Medikamenten, die du von einem Psychiater erhalten hast.

  6. #6
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    Ein Problem, das ich zum großen Teil absolut nachvollziehen kann, wenn auch in meinem Fall vor etwas anderem Hintergrund. Ich bin selbst jemand, dem soziale Kontakte nie wirklich leicht gefallen sind. Als Kind dachte ich, dass es leichter werden würde, wenn ich erwachsen bin, aber das wurde es nicht. Ich hatte früher gute Freunde, ich hatte auch Beziehungen, nicht viele, aber die wenigen waren mir dafür sehr wichtig. Dann bin ich krank geworden und sämtliche sozialen Kontakte, egal ob innerhalb oder außerhalb der Familie wurden nach und nach weniger bis praktisch niemand mehr da war. Vor dem Hintergrund, dass ich mich von dieser Krankheit nie erholt habe, konnte ich mir seitdem auch nie wieder ein Sozialleben aufbauen, was mich aktuell stark belastet.

    Mir wurde auch das Thema Gruppentherapie empfohlen. Wenn du sowas bekommen könntest, dann würde ich die Gelegenheit auf jeden Fall nutzen. Du schreibst ja, dass du bereits in Einzeltherapie bist, daher würde ich an deiner Stelle deiner Psychologin damit auf jeden Fall auf mal ein wenig auf die Nerven gehen, ob es da nicht die Möglichkeit gibt das mal auszuprobieren, evtl. auch über einen längeren Zeitraum, da mit kurzfristigen Erfolgen vermutlich nicht zu rechnen ist. Genau das gleiche habe ich aktuell selbst für mich auch geplant, auch wenn es leider sehr schwierig ist überhaupt eine Therapie zu bekommen. Wenn man so lange für sich isoliert ist, dann wird es eine Weile brauchen, bis da zumindest ein Hauch von Routine aufkommt. Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen, aber ich glaube die Fähigkeit soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen ist zumindest zum Teil auch Übungssache. Selbst in meinen besten Zeiten war es für mich immer noch anstrengend, aber es hat funktioniert und das hat sich gut angefühlt.

    Ich hoffe, du kommst auch irgendwann an den Punkt, wo das Ganze für dich irgendwie so funktioniert, dass du mit dir selbst und deinem Sozialleben zufrieden sein kannst. Wahrscheinlich wird es nie so leicht werden wie für Leute, denen diese Fähigkeit von Geburt an gegeben ist, aber ich denke es lohnt sich auf jeden Fall daran zu arbeiten. Und wie gesagt: Mache deiner Therapeutin klar, dass dir das Thema sehr wichtig ist. Dann wird sie dich hoffentlich auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

    Gruß
    Der Suppengabel

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Suppengabel für den sinnvollen Beitrag:

    Endstation (17.05.2020)

  8. #7
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    Nun ja, Schokolade zum Beispiel ist unter anderem eine Substanz, die meine Stimmung positiv beeinflusst. Dazu brauch ich keinen Psychiater.
    Über eine Veränderung der Situation nachzudenken ist sicher nicht verkehrt. Veränderungen dieser Art nehmen aber viel Zeit in Anspruch, nehme ich an. Ich halte es daher auch für wichtig, sich selbst und die Situation erstmal anzunehmen wie sie ist und sich nicht krampfhaft auf eine Änderung zu fixieren.

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