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Thema: Unterschied zwischen Bindungsangst und fehlender Gefühle?

  1. #1
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    Standard Unterschied zwischen Bindungsangst und fehlender Gefühle?

    Hallo!

    Nachdem mein Ex-Freund sich wieder gemeldet hat (zu diesem Ex-Partner gibt es einen eigenen Thread) und meinte, dass er - auch wenn er schwankende Gefühle hat zu mir und es nicht richtig einordnen kann - immer noch Kontakt zu mir möchte, sind wir nun am nächsten Dienstag verabredet.

    Meine Frage ist nun: Meistens habe ich in den ersten Wochen gemerkt, ob ich verliebt bin ich oder nicht...wenn nicht, habe ich es klar kommuniziert, dass es gefühlsmäßig nicht reicht, und habe auch keine Freundschaft vorgeschlagen bzw. den Kontakt konsequent abgebrochen (auch wenn die andere Seite noch Kontakt gewollt hätte, was sie aber meistens auch nicht wollte...wozu auch).

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bindungsangst und fehlender Gefühle? Kann man das am Anfang irgendwie erkennen?

    Die "zweite" Trennung erfolgte seinerseits ja auch nach einem Wochenende bzw. einer Woche, wo er sich total ins Zeug gelegt hat und wir uns deutlich mehr gesehen haben als zuvor und er auch sehr engagiert war...

    Seine Formulierung "Ich will nicht den Kontakt sofort abbrechen" oder "Ich möchte weiterhin Kontakt haben" finde ich sehr befremdlich und habe ich noch nie erlebt zuvor...wenn Schluss war, war Schluss.

    Ich finde das alles sehr verwirrend...nach wie vor.

    Freue mich über Erfahrungsberichte diesbezüglich,
    jewel86

  2. #2
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    Standard

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bindungsangst und fehlender Gefühle?
    Bindungsangst entsteht aus einer (oder mehreren) schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.
    Wenn Dir dann ein Mensch etwas bedeutet (Gefühle entwickeln sich), dann steigt gleichzeitig die Angst verlassen und damit verletzt zu werden.
    Daher haben Menschen mit Angst sich zu binden ein Nähe-Distanz-Problem. Wenn Sie extreme Nähe empfinden, ziehen sie sich auch zurück.
    Dies ist dann für den "normalen" Partner (ohne Angst) sehr befremdlich.

    Seine Formulierung "Ich will nicht den Kontakt sofort abbrechen" oder "Ich möchte weiterhin Kontakt haben" finde ich sehr befremdlich und habe ich noch nie erlebt zuvor...wenn Schluss war, war Schluss.
    Kenne ich nicht so.

    Ich habe zu meiner ExFrau absolut keinen Kontakt mehr, aber nicht, weil ich nicht möchte, sondern weil Sie nicht möchte.
    Meine ExFreundin ist meine "beste Freundin" geworden.

    Ein Kollege von mir, fährt mit seiner Frau, seiner Ex Frau und deren Partner gemeinsam in Urlaub.

    Ich sag mal so... eine Beziehung besteht für mich aus zwei Teilen... einer platonischen Freundschaft und einer Körperlichen Liebe. Der letzte Punkt ist der einzige Unterschied zu einer "Freundschaft".
    Ansonsten kann ich mit Freunden auch alles machen was ich in der platonischen Freundschaft in einer Beziehung auch machen kann.

    Es kommt natürlich immer darauf an, wie man auseinander geht...

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gandhi für den sinnvollen Beitrag:

    Steinchen.im.Schuh (22.06.2020)

  4. #3
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    Zitat Zitat von Gandhi Beitrag anzeigen
    Bindungsangst entsteht aus einer (oder mehreren) schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.
    Wenn Dir dann ein Mensch etwas bedeutet (Gefühle entwickeln sich), dann steigt gleichzeitig die Angst verlassen und damit verletzt zu werden.
    Daher haben Menschen mit Angst sich zu binden ein Nähe-Distanz-Problem. Wenn Sie extreme Nähe empfinden, ziehen sie sich auch zurück.
    Dies ist dann für den "normalen" Partner (ohne Angst) sehr befremdlich
    Kenne ich nicht so.

    Ich habe zu meiner ExFrau absolut keinen Kontakt mehr, aber nicht, weil ich nicht möchte, sondern weil Sie nicht möchte.
    Meine ExFreundin ist meine "beste Freundin" geworden.

    Ein Kollege von mir, fährt mit seiner Frau, seiner Ex Frau und deren Partner gemeinsam in Urlaub.

    Ich sag mal so... eine Beziehung besteht für mich aus zwei Teilen... einer platonischen Freundschaft und einer Körperlichen Liebe. Der letzte Punkt ist der einzige Unterschied zu einer "Freundschaft".
    Ansonsten kann ich mit Freunden auch alles machen was ich in der platonischen Freundschaft in einer Beziehung auch machen kann.

    Es kommt natürlich immer darauf an, wie man auseinander geht...

    Oft wird Bindungsangst als "Ausrede" genutzt, wenn jdm. einfach nicht verliebt genug ist - daher hat mich konkret interessiert, inwiefern man das unterscheiden kann (wenn man es überhaupt unterscheiden kann). Mit dem Ex in den Urlaub fahren, wenn man keine gemeinsamen Kinder hat, finde ich extrem irritierend...ich kann mir keine Frau vorstellen, die das akzeptieren würde.

    Aber so ist halt jeder anders.

  5. #4
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
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    Bei mir ist das auch so wie bei Gandhi, mein Exfreund ist mein bester Freund. Ich finde eher merkwürdig und auch irgendwie ungesund, wenn Kontakte gänzlich abgebrochen werden, obwohl man sich mal so nah war.
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

  6. #5
    Schreibkraft
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    @jewel86

    Also ich fahre auch mit meiner Ex Freundin (keine gemeinsamen Kinder) dieses Jahr im Oktober 2 Wochen in den Urlaub und nächstes Jahr ist ein Wanderurlaub in Deutschland geplant/angedacht (mit einer weiteren Freundin).
    Ich meine wir sind beide Single... statt jetzt zuhause rumzusitzen oder alleine in den Urlaub zu fahren ... oder mit einer Reisegruppe (was in der Regel viel Geld kostet) warum dann nicht mit der besten Freundin, die gleichzeitig meine Ex Freundin ist in Urlaub fahren.
    (Wir haben keine Freundschaft+ und da wir Differenzen bei Bedürfnis nach Sex haben, werden wir im Urlaub auch kein Sex haben ;-) )

    Ich habe aber auch Freunde gefragt, die dann auch sagten sie hätten etwas dagegen wenn ihr Partner mit der Ex Freundin in den Urlaub fährt.
    Wenn ich jetzt jemand kennenlerne, kann ich ja immer noch auf Einzelzimmer umbuchen, die Partnerin kommt auch mit oder zukünftig fährt man eben mit der Partnerin in den Urlaub. Dann ist es jetzt ein einziger Urlaub mit der Ex.

    Wenn man allerdings in einer Beziehung ist, während dieser einen Urlaub bucht und dann mit der Ex in den Urlaub fährt (ohne die Partnerin) kann ich Deine Angst verstehen.

    Bindungsangst / Verlieben:
    Ich denke Menschen mit Bindungsangst verlieben sich schon und dies vermutlich sehr viel schneller, gehen dann aber auf Distanz, wenn sehr viel Nähe da ist. Ideal bei diesen Menschen ist eine Fernbeziehung.

    Es gibt übrigens auch Menschen die brauchen halt einfach länger als andere um sich zu verlieben.
    Ich bin ein Mensch, der ein sehr offener Mensch bin und meine Gefühle auch äußern kann... und öffne mein Herz auch schnell. Ich verliebe mich in der Regel sehr schnell...
    ... andere Menschen dagegen brauchen Monate oder einfach ein "Moment". Dies kann etwas sein was man sagt oder ein Gefühl was man auslöst.

    Meine Ex Freundin hat mir z.B. 2 Körbe gegeben und erst als ich nach dem 2.Korb ihr etwas gesagt habe, hat es bei Ihr "Klick" gemacht und sie hat sich geöffnet und genauer hingeschaut... und festgestellt "es könnte gut passen".
    Eine andere platonische Freundin war über 9 Jahre verheiratet und meinte sie fand ihren Mann anfang überhaupt nicht ihr Typ und interessant... erst beim 2. bzw. 3. Hinschauen hat es irgendwann Klick gemacht.

    Daher verstehe ich auch nicht, warum sooo viele Frauen beim Online-Dating beim ersten Date gleich dieses Klick, Funken, Kribbeln oder Anziehung erwarten und wenn sie es nicht bekommen, dann gehen.

    Wieder eine andere Freundin (27 J.) meint sie hat erst immer eine Art Freundschaft+ und stellt erst später fest ob da was ist oder nicht.

    Mein Freund ist seit 6 Monaten mit einer Frau zusammen und wenn Du ihn fragst, dann meint er "mal sehen... läuft ganz gut". Nach 6 Monaten bin ich schon total verliebt oder ich lasse es schon vorher ;-).

    (Muss übrigens sagen, dass ich den anderen Thread über Deine Beziehung nicht kenne. Vielleicht sollte ich mir den mal durchlesen, um die Hintergründe zu verstehen.)

  7. #6
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    Zitat Zitat von Gandhi Beitrag anzeigen
    Bindungsangst entsteht aus einer (oder mehreren) schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.
    Wenn Dir dann ein Mensch etwas bedeutet (Gefühle entwickeln sich), dann steigt gleichzeitig die Angst verlassen und damit verletzt zu werden.
    Aber es ist auch möglich, dass die Angst nicht besteht, verlassen zu werden. Ist es dann eher so, dass man dabei die Gefühle nicht spürt (ist ja auch ein Merkmal) und man redet sich das "schön", oder heißt es tatsächlich, dass man mit dem Partner innerlich schon abgeschlossen hat und es kein Zurück mehr gibt?

  8. #7
    Verleger Avatar von Physalis
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    Das Thema Bindungsangst ist recht in Mode gekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Schlagwort recht schnell verwendet wird, wenn es im Grunde einfach nicht ausreichend passte, um Gefühle zu entwickeln. Zieht man sich in die Bindungsangst zurück, gibt man die Verantwortung ab an eine krankhafte Störung. Man muss den anderen nicht mit einem "Ich stehe einfach nicht auf Dich" verletzen, sondern kann sich als Opfer seiner Bindungsangst darstellen.

    Ich denke, man kann schon sehr gut unterscheiden, ob man sich stark verliebte und dann den Wunsch nach Rückzug empfindet, oder ob man sich gar nicht erst verliebte und sich zurückzieht, weil man schlichtweg kein Interesse am anderen hat. Das Gefühl, sich vom anderen entfernen zu wollen, dürfte ähnlich sein. Aber einmal gab es vorher starke Gefühle und einmal gab es diese nicht.

    Es ist jedenfalls so, dass einen ein Mensch, der keine Beziehung will, der einen aber auch nicht ganz loslässt emotional bindet. Für eine andere, dann zukunftsfähige Beziehung ist kein Platz, da das Herz nicht frei ist.

    Ich kann nur dazu raten, den Kontakt zu jemandem, der sich in dieser Weise verhält, komplett einzustellen. Jedenfalls dann, wenn man sich selbst eine Liebesbeziehung wünscht.

    Man erspart sich so auch den Schmerz, der unweigerlich kommt, sobald sich diese angeblich bindungsgestörte Person ersthaft verliebt und man dann beobachten kann, wie innerhalb kurzer Zeit alles passiert vom Zusammenziehen, über Ehe, Schwangerschaft bis Hausbau.

  9. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Physalis für den sinnvollen Beitrag:

    Mirjam (29.06.2020),monkey (26.06.2020)

  10. #8
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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Das Thema Bindungsangst ist recht in Mode gekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Schlagwort recht schnell verwendet wird, wenn es im Grunde einfach nicht ausreichend passte, um Gefühle zu entwickeln. Zieht man sich in die Bindungsangst zurück, gibt man die Verantwortung ab an eine krankhafte Störung. Man muss den anderen nicht mit einem "Ich stehe einfach nicht auf Dich" verletzen, sondern kann sich als Opfer seiner Bindungsangst darstellen.

    Ich denke, man kann schon sehr gut unterscheiden, ob man sich stark verliebte und dann den Wunsch nach Rückzug empfindet, oder ob man sich gar nicht erst verliebte und sich zurückzieht, weil man schlichtweg kein Interesse am anderen hat. Das Gefühl, sich vom anderen entfernen zu wollen, dürfte ähnlich sein. Aber einmal gab es vorher starke Gefühle und einmal gab es diese nicht.

    Es ist jedenfalls so, dass einen ein Mensch, der keine Beziehung will, der einen aber auch nicht ganz loslässt emotional bindet. Für eine andere, dann zukunftsfähige Beziehung ist kein Platz, da das Herz nicht frei ist.

    Ich kann nur dazu raten, den Kontakt zu jemandem, der sich in dieser Weise verhält, komplett einzustellen. Jedenfalls dann, wenn man sich selbst eine Liebesbeziehung wünscht.

    Man erspart sich so auch den Schmerz, der unweigerlich kommt, sobald sich diese angeblich bindungsgestörte Person ersthaft verliebt und man dann beobachten kann, wie innerhalb kurzer Zeit alles passiert vom Zusammenziehen, über Ehe, Schwangerschaft bis Hausbau.
    Bei mir war bzw. ist es ja so, dass der aktuelle Mann (der sich bereits 2x zurückzog bzw. trennte) recht frisch getrennt war, als wir uns kennenlernten (ca. 3 Monate nach 5 Jahren Beziehung und Zusammenleben). Wir haben uns nun erneut getroffen und kurz danach schrieb er mir eine Nachricht, dass er es sehr schön fand und er mir das sagen will, weil er weiß, er das nicht immer so zeigen kann...und das er mich nächste Woche wiedersehen möchte.

    Bei dem Treffen meinte er mehrfach, dass ihn irgendwas blockiere bzw. er so sehr eine ganz normale Beziehung mit mir führen wollen würde, und auch in mich verliebt wäre, aber er es irgendwie nicht richtig "kann".

    Langsam befürchte ich, dass es bei ihm gar nicht um Bindungsangst geht sondern ich wohl eine Art "Übergangsfrau" war, auch wenn von ihm nicht bewusst so geplant...ich denke, er will gerne mit mir zusammen sein, aber er ist zu frisch getrennt gewesen und es ist ihm einfach alles viel zu viel...

    Warum er sich nun dennoch wieder mit mir treffen will, weiß ich nicht so genau...die Frage ist, ob wir überhaupt eine realistische Chance haben und ob sich eine Beziehung entwickeln könnte, wenn ich ihm viel Zeit und Raum gebe.

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