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Thema: Unwissenheit als Krankheit?

  1. #1
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    Standard Unwissenheit als Krankheit?

    Niemand scheint sich das vorstellen zu können aber ich weiß einfach nichts.

    Auch nicht wie ich es ändern soll weil ich mir nichts merke. Weiß nicht mal richtig mit anderen zu kommunizieren und deshalb versteht mich auch keiner. Weiß nicht mal, was ich will. Ich habe seit Wochen immer gleiche, unklare Gedanken und kann anderen irgendwie immer nur dasselbe erzählen oder ihnen zustimmen oder sagen, dass ich was grade ist oder erwähnt wurde schön finde. Ich verstehe mich selbst nur bedingt, weiß nicht was ich mag oder nicht mag. Ich habe solche Angst vor der Zukunft und dem Jetzt und wünschte ich wäre nicht geboren oder meine Unfähigkeit wenigstens erklärbar- ich hatte keine Probleme die zählen würden. Keine Gewalt, kein Mangel an Liebe, nur Mangel an Zugehörigkeitsgefühl, Eigensinn, Eigenwille. Ich habe sogar lange Erwartungen erfüllen können und gute Noten gehabt, das kommt mir wenn ich mich jetzt, 3 Jahre nach dem Abitur angucke ziemlich komisch vor. Jetzt weiß ich einfach nicht weiter und sitze viel in meinem Zimmer, planlos, versuche sinnvolle Sachen zu machen und bin enttäuscht weil ich nicht schaffe auszuführen was ich mir vornehme, kriege Angst und verdränge. Gebe mich selbst auf, weil ich so wenig sehe was ich kann. Wie eine Zukunft aussehen soll. HILFE! Es muss sich etwas ändern. (Und ich weiß nur ich kann mir da helfen aber ich kann es eben nicht weil ich auch nicht wüsste wie).

    Wozu ich das schreibe; ich habe das Gefühl diesen Zustand schon angeboren zu haben und würde gerne eure Meinung hören- kann das als Krankheit gelten oder ist das Lernfaulheit oder Desinteresse und meine Verantwortung? Wie würdet ihr das erklären? Mir kommt es vor wie eine Krankheit aber das gibt es so eben nicht. Aber ich bin nicht leistungsfähig und das macht mir verdammte Angst.

    Ein CMRT ist übrigens gemacht worden, das Gehirn aber wohl ohne Auffälligkeiten und Blutwerte auch. Es wird alles auf die Psyche geschoben, vonwegen Symptome einer Depression was auch passt aber was große Teile meines Zustandes und die Gründe einer etwaigen Depression außer Acht lässt. Ich weiß nicht, wie ich sie bekämpfen soll, wenn ich nichts, kein Wissen und Fähigkeiten als Fundament habe.

    Ich bin gespannt was das für Reaktionen auslöst. Schreibt mir gerne alles, egal was, was euch dazu in den Sinn kommt!

    Liebe Grüße!

  2. #2
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    Hallo Belonsa,

    einerseits kann ich mir vorstellen, dass Du unter einer Depression leidest, andererseits kann auch ein Identitätsstörung vorliegen, die auch Ursache für eine Depression in Frage kommen könnte. Weitere Möglichkeiten möchte ich nicht ausschließen.

    Aber alle Überlegungen hier können nur ein Stochern im Nebel sein. Hast Du schon einen Psychologen vor Ort aufgesucht? Das wäre jedenfalls meine Empfehlung.


    LG, Nordrheiner

  3. #3
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    Hallo Belonsa,

    Wie alt bist du denn?


    ich vergesse auch vieles.
    Ich grüble viel. Oft Gedankenversunken. Ich kam auf die Idee mich mehr auf hier und jetzt zu konzentrieren. Mehr wahr zu nehmen wo ich gerade bin. Im welchen Raum ich gerade bin. Dass ich in einer neuen Umgebung bin und mich auf was neues konzentrieren muss.
    „Jeder macht mal einen Fehler!“
    Mehr wahrnehmen, dass mir der Fehler schon öfters passiert ist. Wie wichtig ist es mir, dass ich das nicht wieder vergesse?


    Ich habe das Erinnerungsvermögen mehr trainiert.



    gruss mops

  4. #4
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    Hallo Nordrheiner,
    Danke für deine Antwort! Ich glaube nicht, dass es eine Identitässtörung ist weil der benannte Zustand dauerhaft anhält und sich glaube ich nur meine Wahrnehmung geändert hat. Lange habe ich gedacht es wäre alles recht normal noch, ich hätte nur Schwierigkeiten Leute zu finden die zu mir passen- aber ich nehme im Nachhinein wahr, dass ich einfach immer wenig selbst zu sagen/einzubringen hatte oder mich bemüht hätte.
    Naja, wie dem auch sei, ich war bei verschiedenen Psychologen; zwei meinten ich müsse vor allem „mein Eigenes“ finden weil ich doch sehr viel meiner Familie nachmachte und alles mögliche übernahm. Einer hielt es für eine adoleszente Krise und schloss sich ansonsten allem an was die anderen sagten und meine jetzige Therapeutin deutet bisher alles als Symptom einer schweren Depression.

    Jetzt bin ich 21...

    Danke auch dir mops, das ist was ich auch immer wieder sehe; dass ich im hier und jetzt bleiben muss. Nur lässt mich so viel wieder anfangen zu denken und nicht zu wissen was ich machen soll im hier und jetzt macht es so schwierig nicht in alte Gedanken zu fallen und strukturiert vorzugehen. Aber das ist die alte Leier. Kannst du mir sagen, wie du dein Erinnerungsvermögen trainiert hast?

    Liebe Grüße

  5. #5
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    Zitat Zitat von Belonsa Beitrag anzeigen
    Hallo Nordrheiner,
    Danke für deine Antwort! Ich glaube nicht, dass es eine Identitässtörung ist weil der benannte Zustand dauerhaft anhält und sich glaube ich nur meine Wahrnehmung geändert hat. Lange habe ich gedacht es wäre alles recht normal noch, ich hätte nur Schwierigkeiten Leute zu finden die zu mir passen- aber ich nehme im Nachhinein wahr, dass ich einfach immer wenig selbst zu sagen/einzubringen hatte oder mich bemüht hätte.
    Naja, wie dem auch sei, ich war bei verschiedenen Psychologen; zwei meinten ich müsse vor allem „mein Eigenes“ finden weil ich doch sehr viel meiner Familie nachmachte und alles mögliche übernahm. Einer hielt es für eine adoleszente Krise und schloss sich ansonsten allem an was die anderen sagten und meine jetzige Therapeutin deutet bisher alles als Symptom einer schweren Depression.

    Gerade der Dauerzustand verbunden mit den Erkenntnissen Deiner Psychologen, lässt mich verstärkt vermuten, dass die Ich-Findungsphase eben nicht abgeschlossen ist, was ich je nach Situation und Entwicklungsphase mit Identitätsstörung bezeichne. Die Depressionsdeutung Deiner Therapeutin passt dabei durchaus ins Bild. Aus meiner Sicht wäre es Aufgabe Deiner Therapeutin, die Ursachen herauszufinden, wobei sie die Erkenntnisse der Psychologen bestätigen könnte. Jedoch würde ich mich nicht zu früh auf so ein Ergebnis einschießen und bliebe an ihrer Stelle, bis ich Genaues ermittelt habe, lieber Ergebnis offen. Kann sie Ursachen nur vermuten, nicht jedoch finden, würde ich einen Psychoanalytiker hinzuziehen.

  6. #6
    Neuling
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    Wow, danke für diese Einschätzung! Dass die Ich- Findungsphase nicht abgeschlossen ist passt in mein Bild... Ich hoffe irgendwann etwas mehr Klarheit über mich/ in mir zu finden

  7. #7
    Verleger Avatar von mops
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    Zitat Zitat von Belonsa Beitrag anzeigen

    Jetzt bin ich 21...

    Liebe Grüße

    Du bist erwachsen!

    Was die Jugendliche oft, so gut wie alle, zu hören bekommen:

    „Frag nicht!!!!!!!!!!“
    Man sagt dir etwas und du sollst es ausführen!

    "Du musst ............................!"
    Wie: "Du musst den Anweisungen Gottes folge leisten!" - zum erwachsenen Leben gehört dazu, dass du anderen Anweisungen gibt's und Anweisungen annimmst, ohne weiter zu fragen.

    Das Entstehen von inneren Ängsten und Zwängen. Mir ist aufgefallen: Meine Schwägerin kann noch mit scharfer Stimme reden. Sie und mein Bruder sind Großeltern.


    Ich bin jetzt über 60. Fast wie: nicht mehr konsequent sein!

    Das Leben ist hart! Zeit ist Mangelware!
    Jetzt über 60 stehe ich nicht mehr unter Zeitdruck.
    Ich erinnere mich wieder an ein Kindheitserlebnis:
    Ich stand vor der Wohnungstür, ich wollte raus. Irgendwas hielt mich zurück. Ich verstand das nicht.
    "Ich will doch raus! Ich bin doch nicht wasserscheu!" - "Es regnet. Egal ob ich will oder nicht!" und ging raus.
    Als habe ich jetzt wieder Zeit darüber nachzudenken "Will ich oder will ich nicht?"


    Du bist Erwachsen. Das Leben ist hart.
    Das Gefühlsleben eines Erwachsenen ist anders, als das einen Kindes oder eines alten Menschen.
    Du stehst unter Zeitdruck! „Will ich oder will ich nicht?“ als hast du gar nicht so viel Zeit darüber nachzudenken, was du willst.
    "Du musst es nur wollen, dann kannst du es auch!" -- als ist die Zeit darüber nachzudenken, knapp.


    gruss mops

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