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Thema: Verdrängung und Abstumpfung

  1. #1
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    Standard Verdrängung und Abstumpfung nach Psychose

    Hallo Zusammen,

    ich bin neu hier und ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben. Und zwar geht es darum, dass ich mir aktuell unsicher bin, ob ich Geschehenes zu stark verdränge.

    Mir geht es aktuell sehr gut, nur merke ich, dass ich über bestimmte Bereiche nicht nachdenken möchte und mich dann schnell ablenke, damit die Gedanken nicht hoch kommen. So lese ich zum Einschlafen so lange, bis ich tatsächlich einschlafe; mir fällt es schwer ohne Ablenkung zu sitzen und nachzudenken. Ich merke, dass mein Unterbewusstsein jedoch noch damit zu schaffen hat, denn ich Träume oft davon. Außerdem merke ich, dass ich Gefühlsmäßig immer mehr abstumpfe, ich habe das Gefühl nichts berührt mich so, wie es mich eigentlich berühren sollte, und ich denke dies liegt an diesem ständigem Verdrängen von Negativem.

    Ich denke der Ursprung dieser Verdrängungstaktik liegt hier:
    Vor 5 Jahren erkrankte ich total plötzlich an einer Psychose, ich war total manisch, jedoch sehr positiv gestimmt, das war der Grund warum es länger unentdeckt blieb und ich circa 4 Monate mit dieser Psychose unterwegs war. Dann kam die Einweisung in die Klinik und die Genesung die sich über ein Jahr hinzog. In der Zeit der Psychose machte ich mit meinem damaligen Freund Schluss, mit dem ich 6 Jahre zusammen war. Nach der Psychose bereute ich dies sehr. Dieser Liebeskummer und die Depression nach der Psychose waren eine schwere Zeit für mich.
    Ich schaffte es aber da durch und heute geht es mir gut, ABER ich habe nie wirklich mit jemandem über meine Gefühle gesprochen und nie das Erlebte erzählt. ich denke, dass ich dadurch diese Phase nicht verarbeiten konnte.
    Wenn ich darüber nachdenke, kommen Erinnerungen hoch, die mir peinlich sind, oder die mich selbst erschrecken und ich versuche es zu verdrängen.
    Auch in der Klinik und der Tagesklinik, wurde nie über die Psychose gesprochen und ich erhielt keine Therapieangebote, da ich als Suchtkranke klassifiziert wurde und in diese Abteilungen kam. (Psychose durch Cannabis ausgelöst)

    Ich weiß nicht, inwieweit dies ein Grund für ein paar Therapiestunden wäre. Ich möchte mit dem Thema abschließen und mich nicht vor den Erinnerungen verstecken. Ich denke es ist an der Zeit für mich, sich mit meiner Vergangenheit auseinander zu setzen.

    Allgemein verdränge ich negative Gefühle sehr schnell, Ablenkung ist meine Devise. Ob es um Liebeskummer oder Trauer geht, ich versuche direkt nach Vorne zu schauen und weiter zu machen. Aber auch da kommen dann die Erinnerungen hoch.
    Wie schafft man, sich seinen Gefühlen zu stellen?

    Ich danke euch fürs Lesen!
    Geändert von Pfaue (15.05.2019 um 10:20 Uhr)

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Ice Frozen Sunset
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    Hey Pfaue,

    ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass keine Gesprächstherapie stattgefunden hat. Ich würde es dringend nachholen, denn irgendetwas ist ja passiert, dass Du zur Droge gegriffen hast. Und die Psychose muss meines Erachtens auch verarbeitet werden.
    Wobei ich persönlich Psychose ein bisschen anders sehe, als die Herren Doktoren.

    Mach was draus und gute Genesung Dir!

  3. #3
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    Danke dir für deine Antwort.
    Eine Gesprächstherapie fand tatsächlich nicht statt. Es gab kurze Gespräche mit der Psychologin, jedoch waren die kaum fruchtbar, das Ergebnis war damals, dass ich Antidepressiva bekommen hab, da ich im Gespräch weinen musste und sagte, dass es mir schlecht ging. Medikamente nehme ich übrigens keine mehr.

    Das Thema Drogen: Ich hatte nie eine Suchterkrankung und Cannabis ist auch kein Thema mehr für mich. Ich wollte es einfach mal ausprobieren, auf einem Festival war wohl alles zu viel und ich erwachte quasi am tag drauf mit einer Psychose.

  4. #4
    Schreiberling Avatar von Ice Frozen Sunset
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    Klingt ziemlich, mit Verlaub aber desinteressiert, seitens der Psychologin.
    Ich würde einen zweiten Anlauf nehmen, aber nicht mehr dort. Such Dir einen Therapeuten, bei dem Du Dich aufgehoben fühlst und der Dich und Deine Sorgen ernst nimmt.

  5. #5
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    Hallo Pfaue,

    verstehe ich das richtig, dass du nur einmalig/ selten Cannabis konsumiert hast und trotzdem wurdest du als suchtkrank eingestuft? Wie wurde das denn begründet?

    Ich setze mich momentan kritisch mit Psychologie und Psychiatrie auseinander und leider passiert sehr oft, dass Patient*innen kaum aufgeklärt werde, von oben herab behandelt werden, nach Schema F abgespeist werden usw. Mir tut sehr Leid, dass du so schlecht mit dir umgegangen wurde!

    Ich will dich auf jeden Fall auch ermutigen, dich mit dem Vergangenen auseinanderzusetzen. Es klingt gut, dass du ein Gefühl dafür hast, dass du manches verdrängst und du dich dem jetzt widmen möchtest. Du könntest bei verschiedenen Therapeut*innen Gespräche vereinbaren und schauen, wo du dich gut aufgehoben fühlst.

    Ich wünsche dir alles Gute!
    "There are such a lot of things that have no place in summer and autumn and spring. Everything that's a little shy and a little rum. Some kinds of night animals and people that don't fit in with others and that nobody really belives in. They keep out of the wall all the year. And then when everything's quiet and white and the nights are long and most people are asleep - then they appear." - Tove Jansson

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Steinchen.im.Schuh für den sinnvollen Beitrag:

    amonda (15.05.2019)

  7. #6
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    Zitat Zitat von Steinchen.im.Schuh Beitrag anzeigen
    Ich setze mich momentan kritisch mit Psychologie und Psychiatrie auseinander und leider passiert sehr oft, dass Patient*innen kaum aufgeklärt werde, von oben herab behandelt werden, nach Schema F abgespeist werden usw. Mir tut sehr Leid, dass du so schlecht mit dir umgegangen wurde!

    Da hast du recht, sehe ich genauso.

  8. #7
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    Zitat Zitat von Pfaue Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, inwieweit dies ein Grund für ein paar Therapiestunden wäre. Ich möchte mit dem Thema abschließen und mich nicht vor den Erinnerungen verstecken. Ich denke es ist an der Zeit für mich, sich mit meiner Vergangenheit auseinander zu setzen.

    Allgemein verdränge ich negative Gefühle sehr schnell, Ablenkung ist meine Devise...
    Deine Situation ist zu 100% ein Grund für psychologische Gespräche. Du bist vielleicht tatsächlich falsch oder schlecht beraten worden aber wie auch immer, Du hast absolut Anspruch auf therapeutische Behandlung und Gespräche, zu der Du dir auch keine Überweisung holen musst. Such dir eine(n) Psychologin/en.

  9. #8
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    Hallo Zusammen!

    Zur Erklärung: Aufgrund dessen, dass ich eine drogeninduzierte Psychose hatte, wurde ich als suchtkrank eingestuft. Ich erinnere mich, dass ich gefragt wurde, wie oft ich denn Cannabis konsumiere und es war zu dem Zeitpunkt häufig. (Ich denke mal so 3 Monate habe ich Cannabis geraucht, unregelmäßig). Trotzdem denke ich im Nachhinein, sie hätten die Psychose in den Vordergrund stellen sollen und mir dahingehend Therapieangebote stellen müssen. Anstatt dessen wurde die Sucht in den Vordergrund gestellt und ich kam in der Klinik auf eine Station mit vorrangig Alkoholabhängigen und auch Drogenabhängigen. Dementsprechend sahen auch die Gruppentherapien aus. In der Tagesklinik zog sich das Muster dann weiter.
    Ich habe in der Zeit viel zum Thema Sucht gelernt, nur war ich nie abhängig und es war und ist nie ein Thema für mich. Dementsprechend konnte ich aus den Sitzungen kaum etwas für mich ziehen.
    Ich hatte eher Probleme mit der Verarbeitung von diesem Trauma, mit dem Umgang mit den Depressionen, mit der Wiedererlangung von kognitiven Fähigkeiten. Und nicht, wie ich mit Suchtdruck umgehe.

    Leider war ich durch die Psychose nicht in der Lage zu erkennen, dass ich falsch untergebracht bin, deshalb konnte ich es auch nicht ändern.


    Danke euch für eure Antworten, ich merke, dass ich Redebedarf habe. Ich denke also ich werde Termine ausmachen. Der Tipp, gleich bei mehreren Psychologen einen Termin zu machen ist super.

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