Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Verlustängste - mangelndes Selbstwertgefühl und deren Folgen

  1. #1
    Neuling Avatar von EnijaNeluna
    Registriert seit
    25.06.2020
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    4
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Unglücklich Verlustängste - mangelndes Selbstwertgefühl und deren Folgen

    Erst einmal: schön dass ich ein Teil dieses Forums sein kann. Ich freue mich auf nette Gespräche und Austausch an Erfahrungen

    (Ich hoffe ich kann das ganze so kurz wie möglich halten)

    Seit einigen Jahren hat sich eine Angststörung bei mir entwickelt. Und sie wird immer schlimmer ... Wenn ich mit Familie oder Freunden unterwegs bin, bin ich mit den Gedanken IMMER auf der Suche nach einer Toilette, einem Stück Wald oder eben ein "stilles Örtchen". Denn ich habe panische Angst davor Durchfall zu bekommen. Und leider kommt es dann auch so, der Darm fängt das gluckern an und dann muss es schnell gehen! Sehr schnell! Die Hände und Füße werden patsch nass, der Kopf fängt das kribbeln an, der Puls wird schnell und ich habe einen Tunnelblick.
    Ich muss dazu sagen dass ich in Psychologischer Behandlung war, u.a aber wegen meiner Verlustängste und meinem komplett fehlenden Selbstbewusstsein. Ich hatte oft Panikattacken ais dem Nichts, Todesangst. Allerdings habe ich das sehr gut in den Griff bekommen und schon lange keine mehr gehabt. Wenn ich merke dass etwas im Anflug ist atme ich sie gut weg und kann mich selbst wieder runter bringen. Dank meines Psychologen und den Tipps.
    Ich bin aber der Meinung dass die Attacken sich einfach nur verschoben haben, das Problem ist also nicht gelöst - es äußert sich nur anders.
    Wenn ich alleine unterwegs bin habe ich das nicht, nur mit Menschen die mir wichtig sind. Wo ich Angst habe sie zu blamieren - dass sie mich dann nicht mehr mögen (wenn ich es zb nicht mehr halten kann) Ich habe eine wunderbare Familie, bin seit einem Jahr sehr glücklich verheiratet. Dieser Mann macht alles für mich, und er ist der erste Mensch (mit meinen 2 Kindern) wo ich wirklich Liebe spüre und auch annehmen kann.

    Morgen fahren wir von Bayern nach Sachsen, zu seiner Familie über das Wochenende. Wir fahren wie immer mit der Bahn und ich habe jetzt schon Panik! Ich kann super mit ihm reden, ich sage ihm meine Ängste und Sorgen und er versucht mich zu beruhigen, aber es prallt leider ab. Meine Angst ist größer. Was wenn im Zug das WC defekt ist (leider schon vorgekommen), oder wir in Leipzig mit der Straßenbahn fahren? (Da gibt es kein Klo - die absolute HÖLLE) Was wenn es wirklich passiert dass ich es nicht halten kann? Das ist doch peinlich wenn er mit mir so in der Bahn sitzen muss! Ich habe Angst dass er sich schämt, dass er mich dann nicht mehr liebt! Ganz hinten im Kopf weiß ich dass das Quatsch ist - die Angst redet mir das aber immer wieder ein. Wie kann ich ihr nur endlich in den ***** treten? Ich möchte so gerne ein schönes Wochenende mit ihm und seiner Familie verbringen, ohne diese Gedanken die wirklich den ganzen Tag kontrollieren! Ich möchte keine Tabletten nehmen (die sowieso nicht wirken bei mir) Es muss doch endlich aufhören!!

    Ich kenne den Grund, ich weiß woher es kommt - nur weiß ich nicht wie ich es ändern kann. Meistens habe ich bei solchen Ausflügen soviel Loperamid intus gehabt dass ich eine Woche Verstopfung hatte. Habe nie etwas gegessen, muss ja schließlich irgendwann wieder raus. Mittlerweile bilde ich mir ein dass Loperamid hilft nicht mehr, ich bekomme trotzdem Durchfall. Und das schnell und flüssig (sorry für das ausschmücken) aber mit HALTEN ist da nichts, ich habe es so oft erlebt

    Habt ihr Tipps für mich? Was lenkt euch bei sowas ab? Wie kann ich die Angst besiegen? Ich werde jedenfalls nicht klein bei geben und zu Hause rum sitzen. Ich fahre morgen! Aber das wird mich unglaublich viel Kraft kosten.

  2. #2
    Schreiberling Avatar von monkey
    Registriert seit
    28.11.2010
    Ort
    Baden-Baden
    Beiträge
    305
    Danke
    87
    132 mal in 103 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi Enija.
    Ich schau bei körperlichen Symtomen oft in das Buch von T. Dethlefsen, Krankheit als Weg. Ist online frei zu lesen. Hatte letztens auch über die Symbolik des Darms/Verdauung nachgelesen. Bekomme es aber nicht mehr zusammen. Dethlefsen vertritt die Theorie dass sich ungelöste psychische Konflikte auf der Ebene des Körpers zeigen.
    Ich hatte das früher oft beim Pippi machen, wenn ich nervös war, innerlich unruhig, musste ich ca alle 5 Minuten auf die Toilette, aber meistens nur nachts wenn ich eigentlich zur Ruhe kommen wollte. Mein Körper hatte aber die Blase als Ventil genutzt um sich vom inneren Druck zu erleichtern.

    Ansonsten würde ich sagen, versuche dich mit den Konsequenzen das du es nicht mehr rechtzeitig aufs Wc schaffst und den Folgen, oder dein Mann dich verlässt, auszusöhnen. Ist evtl leicht daher gesagt. Ich hatte es bei einer Angst die mich öfter überkommen wollte so getan. Ich bin gedanklich vom schlimmsten ausgegangen und dann darüber hinaus und siehe da, die Welt wird sich auch dann noch weiter drehen. Es wäre dann anders, aber ich würde wohl auch dann versuchen das beste draus zu machen.

    Unsere Ängste bestehen ja vor Situationen die durchaus passieren könnten, leider blendet die Angst die realistische Wahrscheinlichkeit manchmal komplett aus. Ich glaube wenn es über diesen Punkt hinaus geht, hilft Rationaltität kaum noch, ich denke eher dann hilft es sich mit dem möglichen Schlimmen auseinander zu setzen und seinen Frieden damit zu machen. Dann entsteht so eine Art von Gleichgültigkeit, was passiert darf sein, ist gleich gültig.

    Vielleicht hilft es dir etwas weiter.

    Lg

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    20.04.2018
    Beiträge
    38
    Danke
    10
    26 mal in 19 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo EnijaNeluna,

    das ist ja wirklich ein sehr belastendes Symptom, das du da beschreibst. :-(
    Du schreibst, dass dir Therapie schon mal geholfen hat. Wäre es dann nicht vielleicht eine gute Idee, dir nochmals therapeutische Hilfe zu suchen?

    Um jetzt akut das folgende Wochenende zu überstehen, habe ich folgende Ideen:
    Versuche es auch hier mit der bewussten Atmung. Vielleicht kannst du dich auch hier ein stückweit selber beruhigen?
    Wie wäre es mit Baldrian zur Unterstützung?
    Und wie wäre es mit einem Hilfsmittel, das dir ein stückweit innere Sicherheit geben könnte? Ich denke da an Anal-Tampons oder an Windeln für Stuhlinkontinenz. Sicherlich beides nichts, das man sich wünscht. Aber vielleicht jetzt akut etwas, das dir helfen könnte?

    Ich wünsche dir, dass es eine gute Reise wird und du irgendetwas findest, das dir hilft, dich innerlich zu beruhigen!
    Vielleicht magst du dir irgendein Mantra ausdenken, welches du dir immer wieder vorsagen könntest? Zusammen mit der bewussten Atmung?

    Alles Gute!
    Lemonish

  4. #4
    Neuling
    Themenstarter
    Avatar von EnijaNeluna
    Registriert seit
    25.06.2020
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    4
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ihr Lieben danke für eure Antworten.

    Was soll ich sagen ... es ist passiert. Ich habe wirklich gekniffen. Wir sind NICHT gefahren. Die Familie meines Mannes war natürlich mega enttäuscht, besonders sein kleiner Neffe der ihn abgöttisch liebt.
    Sie wissen was mein Problem ist, versuchen es auch zu verstehen - aber so richtig gelingt es nicht. Was ich absolut verstehe!
    Natürlich war ich die Tage darauf dann sehr depressiv, Schuldgefühle, Selbsthass, ein Teufelskreis.

    Wie ihr in meinem neusten Beitrag vielleicht gelesen habt bin ich gerade dabei den Führerschein zu machen, in erster Linie weil sich beruflich dadurch andere Türen für mich öffnen, aber auch um nicht mehr mit der ****** Bahn fahren zu müssen oder an Bahnhöfen festzustecken die keine Toiletten haben. Nur kann ich doch nicht Zuhause bleiben bis ich meinen Schein habe. Die Familie meines Mannes vermisst ihn, und wir sie auch!
    Wir wollen es am Ende des Monats wieder versuchen, wieder mit der Bahn. Ich habe mir ja (durch die Prüfungsangst) Rescue Tropfen besorgt, wenn die gut anschlagen helfen sie vielleicht auch ein Stückweit auf der Reise. Ich hoffe es.

    Wäre es dann nicht vielleicht eine gute Idee, dir nochmals therapeutische Hilfe zu suchen?
    Ja, ich glaube da führt leider kein Weg vorbei. Mein größtes Problem ist aber dass ich nicht viele Dinge auf einmal in Angriff nehmen kann. Führerschein & um meine Gesundheit kümmern, Termine wahrnehmen, das kostet mich Kraft und ich schmeiß alles hin, hab weder den Führerschein noch lasse ich mir helfen. Das mit dem Schein ist mega wichtig für mich. Ich MUSS das durchziehen und schaffen. Danach kümmere ich mich um meine Psyche. Ich weiß die ist auch wichtig, aber es geht im Moment wirklich nicht anders.

Ähnliche Themen

  1. Verlustängste/mangelndes Selbstwertgefühl
    Von Janine87 im Forum Ängste
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.08.2017, 14:41
  2. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 19.11.2013, 13:26
  3. Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 12.11.2013, 10:40
  4. Geringes Selbstwertgefühl und Verlustängste.
    Von selma k im Forum Ängste
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 14.09.2012, 11:09
  5. Mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein...
    Von Bengasa im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 27.05.2011, 06:25

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •