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Thema: ...verzweifelt...

  1. #1
    Neuling
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    Standard ...verzweifelt...

    Hallo Ihr Lieben!
    Ein paar Beiträge habt Ihr ja von mir schon gelesen. Danke an alle , die mir geantwortet haben. Es war einiges dabei, das mir wirklich geholfen hat!
    Heute aber habe ich ein Problem, irgendwie habe ich es zu meinem Problem gemacht!
    Mancher von Euch wird die Geschichte von Pia,dem 15 jährigen Mädchen gelesen haben , daß sich selbst verletzt. Ihr erster Beitrag war vom Juni. Die Antworten, die Sie bekam, (Sie wollte nur reden) haben mich nicht glücklich gemacht. Niemand hat erkannt, daß das Mädchen dringend Hilfe braucht. Es waren liebe Antworten, die Sie bekam, man hat Ihr zugehört, aber niemand hat offensichtlich erkannt, was hier los ist.
    Ich habe auch etwas geschrieben, schon andeutungsweise, daß ich es für sehr ernst halte, daß Sie sich verletzt. Ich weiß, das Menschen das machen, damit Sie sich wieder spüren.
    Jetzt, Stunden später habe ich wieder geschaut, ob es etwas Neues gibt, aber Pia war zum letzten mal am 15.08. online.
    Ich habe im Internet náchgelesen, um es mit den richtigen Worten erklären z können, obwohl ich mit eigenen Worten dasselbe gesagt hätte!!
    Hier der Auszug: "Menschen, die sich selbst verletzen, versuchen damit häufig, nicht bewältigte Schmerzen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten.
    Wenn Menschen sich selbst verletzen, dann tun Sie das, um sich körperlich wieder zu spüren. Sie haben den Zugang zum eigenen Körper verloren, es ist ein Hilferuf und Vorwurf an die Umwelt. Selbstverletzendes Verhalten ist keine eigene seelische Erkrankung, sondern Symptom und Ausdruck einer schweren körperlichen Störung, an der Grenze zur Psychose.
    Heftige, innere Qual und drastische Botschaft nach aussen!"

    Das schwarz auf weiß zu lesen hat so weh getan. Ich stelle mir dieses 15 jährige Mädchen vor das so offensichtlich nach Hilfe schreit nd niemand "hört" es.
    Ich weiß, das ich die Welt nicht retten kann, aber wenn man so etwas weiß, muß man da nicht irgendetwas tun? Wenigstens mit dem Mädchen darüber sprechen, was los ist? Natürlich mit anderen Worten als im Internet, aber so daß Sie versteht, daß Sie dringend Hilfe braucht!
    Was kann ich, was können wir tun? Wie könnte man an Pias Tel.Nummer oder Adresse kommen? Ihr wißt was ich meine. Habt Ihr vielleicht eine Idee?
    Warten, ob Sie sich wieder meldet? Ich habe so ANgst um dieses Mädchen, es könnte meine Tochter sein. Und von vielen von Euch auch..!
    Vielen Dank!
    Annemarie
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  2. #2
    Gast5559
    Gast

    Standard

    Liebe Annemarie,

    es ehrt Dich, dass Du Dir solche Sorgen machst. Dennoch: Unsere Hilfsmöglichkeiten hier sind leider, leider nur begrenzt, und wir können und dürfen uns nicht das Leid der Welt auf die Schultern laden, daran würde solch ein Laien-Forum wohl zerbrechen.

    Natürlich kann es passieren, dass man einen Hilferuf nicht so laut hört, wie er eigentlich klingen müsste. Meiner Erfahrung nach hakt aber jemand, der dringend Hilfe benötigt, eher noch einmal nach. Trotzdem: Wir können oft einfach nicht adäquat helfen, müssen unsere eigene Hilflosigkeit in manchen Fällen anerkennen. Denk nur einmal, wie schrecklich es wäre, würde jemand ankündigen, dass er sich etwas antun möchte - wie hilflos wären wir dann erst?! Da sind genau die Grenzen des Internets erreicht.

    Mich macht es auch besorgt, dass der Gedanke, nicht helfen zu können, solch eine Panik in Dir erzeugen kann ...

  3. #3
    Neuling
    Themenstarter

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    Lächeln ...auch mir macht es Sorgen..

    Liebe Biggi, danke für Deine lieben Worte. Auch mir macht es Sorgen, daß mich diese Geschichte so traurig und verzweifelt macht. Einerseits liegt es natürlich am Alter des Mädchens, andererseits weiß, was passieren kann, wenn man jahrelang verdrängt. Das wissen wahrscheinlich die meisten von uns . (Ich habe mich allerdings nie verletzt) Und dann erkenne ich mich in einem Punkt wieder: auch ich habe nach aussen getan ,als wäre alles in Ordnung, niemand hat geahnt, daß mein Leidensweg (im wahrsten Sines de Wortes ) schon nach der Geburt begonnen hat. Ich habe es bis auf wenige Ausnahmen selbst "vergessen", bis, bis mich alles mit einem Tusch eingeholt hat. Bis mir mein Unterbewußtsein alles Verdrängte "serviert" hat. Diesen Moment, bzw. diesen Tag werde ich niemals vergessen.

    Wie Du sagst, ich, wir, können nicht die ganze Welt retten. Aber, wir können mitfühlen!!
    In diesem Sinne hoffe ich jetzt einfach, daß Pia sich bald wieder einmal meldet.
    Wünsch Dir eine gute Nacht! Liebe Grüße Annemarie
    [SIGPIC][/SIGPIC]

  4. #4
    Darkstar
    Gast

    Standard

    Hallo Annemarie,

    Biggi hat da etwas sehr treffendes geschrieben:
    Mich macht es auch besorgt, dass der Gedanke, nicht helfen zu können, solch eine Panik in Dir erzeugen kann ...
    Hättest Du etwas dagegen, genau dies jetzt hier auch zum Thema zu machen? Gerade weil es komplex ist und in Dir etwas ausgelöst hat, das nicht nur innerhalb eines Forums wie diesem zu einem Problem werden kann - leider, mit etwas Pech, zu einem Problem sowohl für denjenigen, der jetzt wie Du in einen Konflikt geraten ist, als auch für die andere Seite ...

    Verstehe das, was ich jetzt schreibe, bitte nicht als Kritik oder kalte Empathielosigkeit, okay?! Du verzeihst mir, dass ich deswegen vielleicht etwas "weiter" aushole ...?
    Es ist nur meine ganz private, persönliche Meinung, mehr nicht.

    Das, was in Dir gerade vorgeht: ich kann es Dir nachfühlen, es nachvollziehen. Und doch würdest Du so niemanden helfen können, im Gegenteil ... leider.

    Was Biggi da in Bezug auf die Möglichkeiten und deren Grenzen dessen geschrieben hat, was ein Forum und das Inet im Allgemeinen bieten kann: es stimmt!
    Ich würde es sogar noch etwas krasser formulieren: wir können überhaupt nicht helfen. Austausch, Kommunikation, Wertschätzung, das Gefühl, trotz aller Probleme und "Fehler" angenommen und als Mensch akzeptiert zu werden etc. - das können wir hier machen ("bieten").
    Aber eben auch nicht mehr! Hilfe im Sinne von Probleme angehen und sie letztendlich, vielleicht oder hoffentlich, lösen helfen - das ist etwas ganz anderes, auch wenn wir dieses Wort im normalen Sprachgebrauch so verwenden.
    Wenn, dann kann dies nur eine einzige Person: diejenige, die diese Probleme hat.
    Auch die "professionelle Hilfe", also Therapie in jeder Form, ist letzlich "nur" Begleitung und Hilfe bei der Selbsthilfe. Die eigentliche Therapiearbeit (was dann die Hilfe wäre) wird aber vom Betroffenen selbst geleistet werden müssen.

    Diese Verantwortung für sich selbst kann und darf man niemandem abnehmen - so verständlich dieser Wunsch auch immer ist.
    Du würdest so kein Leid lindern helfen, keinen Schmerz verringern - im Gegenteil: Du würdest, im schlimmsten Fall, sogar dazu beitragen können, dass jemand in genau dieser Lage weiter hängenbleibt. Indem Du ihm ein Stück weit die Notwendigkeit dazu nimmst, sich den eigenen Fragen und Problemen stellen zu müssen.
    Und dazu gehört manchmal leider auch, dass man den Leidensdruck, der einen vielleicht erst dazu bewegt, sich zu entsprechenden Schritten durchzuringen (es ist ein Ringen - gegen all das, was einen mit Gewalt in diesem Konflikt festhalten will), eben nicht nehmen darf.

    ... und wir können und dürfen uns nicht das Leid der Welt auf die Schultern laden, daran würde solch ein Laien-Forum wohl zerbrechen ...
    Nicht nur ein Laien-Forum ... jeder - auch ein Profi!
    Mal ein schräges Darki-Bild:
    Du siehst, wie jemand in einem Sumpf gegen das Ertrinken und Versinken ankämpft. Was machst Du? Springst Du zu dieser Person rein, damit sie dort nicht so alleine und ungetröstet ist - oder versuchst Du stattdessen, auf festem Boden zu bleiben und ihr etwas zuzuwerfen, ihr hinzuhalten, an dem sie sich wieder ans Ufer ziehen kann? (Ein wenig mitziehen ist ja okay - solange Du nicht selbst dadurch ins Rutschen kommst) ?

    Die Steigerung (sorry, auch die gehört hierher):
    Die Person im Sumpf will gar nicht nach dem Seil (o.ä.) greifen, weil es dort drin doch so schön gemütlich und warm ist, bei Dir draußen es aber kalt und windig sein könnte ...
    Was dann? Reinspringen und sie gegen ihren Willen ... ja: was eigentlich? Selbst greifen wird sie immer noch nicht, warum auch? Sie wird sich aber gegen alles wehren, heftig und mit allen Mitteln, was über Deine bloße Anwesenheit hinausginge.
    Wie kommst Du dann aber wieder selbst aus dem Sumpf heraus?

    Was ich damit sagen will: wenn Du "helfen" willst, musst Du leider auch immer die nötige Distanz wahren und zur Not auch mal einsehen, dass Du nichts machen kannst außer zusehen und abwarten (aber eben auch nicht endlos und unter Hintenanstellung Deiner eigenen Bedürfnisse), ob die Person vielleicht doch noch ihre "Meinung" ändert - selbst wenn ihr das Wasser dazu erst bis zur Nase steigen muss.
    Wäre es dann nicht sogar "humaner", wenn das dann möglichst flott geschehen würde? Umso schneller kommt dann die Entscheidung - sie muss weniger lange leiden.
    Klingt pervers, ist aber leider so.

    [Hätte man nicht ewiglang versucht, mein eigenes Leiden zu lindern, wäre ich vielleicht schon Jahrzehnte früher in Therapie gegangen. Zeit, in der ich und diejenigen, die noch von meinen Problemen betroffen waren (die also mit und unter mir gelitten haben), uns Schmerzen erspart hätten.]

    Was wäre, wenn diese eigene Betroffenheit durch das Leid eines anderen Menschen, wenn dieser Verlust an Distanz, zu noch etwas anderem führen würde:
    Was, wenn sich so die Grenzen zwischen Deinen und den fremden Anteilen verwischen?
    Könntest Du Dir Sicher sein, auch wirklich noch das zu spüren oder zu sehen, was in dem Gegenüber an Prozessen abläuft? Könntest Du entscheiden, was davon vielleicht sogar nur Dein eigenenr Anteil ist - was von dem, was Du empfindest, also Projektion sein könnte?
    Könnten da nicht sogar Dinge aus Deinem Blick verschwinden, die wichtig wären, um überhaupt erst beurteilen zu können, was da abläuft - und wenn Du so die Zusammenhänge nicht mehr überblicken kannst: bestünde dann nicht die Gefahr, das genau Falsche zu machen?

    Nicht mit Absicht - verstehe mich da bitte nicht falsch, okay?! Die Gefahr besteht aber leider nunmal. Und sie wird umso größer, je weniger Distanz Du bewahren kannst - und je dichter es an Deine eigenen unbeantworteten Frage reicht.
    Im Extremfall kann das sogar dazu führen, dass Du, von einer neutraleren Warte aus (= aus der Distanz) betrachtet, gar nicht mehr den Gegenüber siehst, sondern nur noch die Echos dessen, was dessen Leid an eigenem Leiden in Dir ausgelöst hat. Schlimmstenfalls "hilfst" Du dann nicht mehr dem anderen, sonder eigentlich Dir selbst ...

    [Kurzes Intermezzo - 2 Akte, 3 Handelnde
    H: Mitpatient, Diagnose diffus (Borderline-Ansätze und sehr viel mehr)
    D: meine Wenigkeit, Depri, mal im Schub Ziel H's (Akt 1), mal Steh-Komparse (Akt 2)
    X: Mitpatientin, keine eindeutige Diagnose, kein eigenes Ego, Ziel H's in Akt 2

    Akt 1 (Später Abend, Bank vor dem Haupteingang):
    Es hatte mir gerade den Boden weggezogen; um wieder irgendwie reagieren zu können, habe ich mich auf die Bank gesetzt, die Augen geschlossen und versucht, das Kopfkino anzuhalten. Ich wollte nur mal ein paar Minuten alleine sein, nicht mehr reden oder antworten müssen: einfach nur in Ruhe gelassen werden, um wieder von der Klippe wegzukommen.
    H kommt um die Ecke, sieht mich - und kommt mit ausgebreiteten Armen, aufgerissenen Augen und voller Energie mit folgenden Worten auf mich zu gerannt: "Du hast ein Problem, ich will Dir helfen - rede mit mir" ...
    Wäre dies 2 Minuten früher geschehen, hätte er mich so aus meiner Therapie gekickt (oder, schlimmstenfalls, mich in den See getrieben).
    Wäre es eine Minute früher geschehen, als gerade die Wut und Verzweiflung durch mich rasten - na ja ... es hätte sein körperliches Wohlbefinden negativ beeinträchtigen können ...

    Akt 2 (Aufenthaltsraum, eine Woche später)
    H trifft auf X, die mal wieder auf der Suche nach der eigenen Identität alles an "fremden" Störungsbildern in sich aufsaugt, was eine Ähnlichkeit mit ihr haben könnte. Sie schaut also etwas fragend.
    H und X kommen ins Gespräch; sie schildert ihm ihre "Verzweiflung" ...
    Um es kurz zu machen: sie verschwinden für mehrere Stunden im Fernsehzimmer zur Einzelberatung.
    Danach präsentiert sie der versammelten Mann-/Frauschaft ihre (leicht) zerkratzten Unterarme - mit Stolz in der Stimme verkündet sie, endlich, dank H's Hilfe, zu wissen, woran sie leidet: sie ist schlimme Borderlinerin ...

    Sie mag ja vieles gewesen sein: aber das mit absoluter Sicherheit nicht! Die nächsten Wochen waren die Therapeuten darum bemüht, ihr diesen Floh wieder aus dem Ohr zu pusten und das neu zu pflegen, was dadurch an Rückschritt in ihrer Therapie eingetreten war.
    Die zwischenzeitlich angesammelten Narben blieben zwar, sie hat aber nie wieder (wie auch vorher nicht ...) auch nur Ansätze von SVV gezeigt ...]

    Nein: ich habe damit nicht beabsichtigt, Dir da eine "Verwandschaft" mit H zu unterstellen - er ist da ein ganz spezieller Fall gewesen. Es ging mir eigentlich darum, an extremen Beispielen (sind eben plakativer ... sorry) zu zeigen, was Distanzverlust auch für denjenigen bedeuten kann, dem man zu helfen versucht.
    Wer steckt schon in dessen Mustern drin, kann abschätzen, welche Reaktionsketten da u.U. angeschoben werden?
    Damit hat schon der Profi zu kämpfen, der den Betroffenen jederzeit und mit dem nötigen Abstand im Blick behalten kann.
    Aber wir als Laien ...

    Wäre es in Deinem Thread daher nicht wichtiger, mal einen Blick darauf zu werfen, warum Dir diese Situation so sehr nahe geht?
    Ist es denn das erste Mal, dass es Dich so reinreißt?
    ... irgendwie habe ich es zu meinem Problem gemacht!
    Was, wenn dies "nur" ein Auslöser für etwas war, das seine Wurzeln an ganz anderer Stelle hat? In Dir selbst?

    Ich habe so ANgst um dieses Mädchen, es könnte meine Tochter sein
    Was, wenn dies vielleicht ein, unbewusster, Schlüsselsatz gewesen wäre?
    Auch ich habe Kinder - und manche Themen triggern deswegen auch mich ganz gerne mal mehr, als es gut ist ...


    lg
    (mit nem schlechten Gewissen wegen des Endlos-Textes)

  5. #5
    Neuling
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    Standard ...worum es mir geht...

    Hallo Darkstar
    ...bitte kein schlechtes Gewissen, wegen dem "Endlos"beitrag. Ich habe das nicht so empfunden, im Gegenteil, ich danke Dir, daß Du Dir die Zeit genommen hast, und Dich so ausführlich mit mir und dem Thema auseinander gesetzt hast!
    Einiges kann ich durchaus nachvollziehen, einiges muß ich mir erst durch den Kopf gehen lassen.
    Jetzt, wo ich eine Nacht darüber geschlafen habe, hat sich zum Glück die erste Aufregung gelegt. Meine GEdanken zu dem Thema sind allerdings noch immer die selben. Diese Vezweiflung ist mit Sicherheit auch durch meine Hilflosigkeit ausgelöst worden, weil ich eigentlich weiß, daß ich nicht helfen kann. Der Knackpunkt war, daß es um einen Teenager handelt. Wie soll dieser erkennen, was zu tun ist, wie soll er in so einer Situation überhaupt damit beginnen, etwas zu tun? Wie lange brauchen wir Erwachsene oft, um bei psychischen Problemen Hilfe zu suchen? Wie oft wissen wir nicht, wo wir anfangen sollen? (dazu gibts auch Beiträge in diesem Forum) Dieses Forum ist "voll mit Menschen", die über Ihre Probleme berichten und um einen Rat bitten. Ich habe oftmals gelesen, du mußt zum Psychologen, du mußt eíne Therapie machen. Das muß doch für eine 15 jährige erst recht gelten-oder?
    Braucht Sie nicht noch mehr "einen Rat", als ein Erwachsenener?
    DAzu muß ich sagen, daß ich nicht glaube, daß Pia nur reden wollte. Ich glaube schon, daß Sie Hilfe gesucht hat. Und dafür ist dieses Forum doch da! Natürlich können wir niemandem den Weg abnehmen, den er gehen kann , sollte oder muß. Aber, wir können Ihm den Weg aufzeigen, eine Möglichkeit, einen Ansatz wenigstens. Das geschieht täglich hier im Forum! Es gibt genug Beiträge mit genug Antworten-so und so könntest Du das machen.
    Ich habe ganz sicher überreagiert, aber es ist kein Grund zur Sorge. Beweist diese Emotionalität nicht auch einfach, daß ich ein sehr sensibler Mensch bin, der sich in andere hineinversetzen kann und so manches nachvollziehen?
    Und wie gesagt, daß es meine Tochter sein könnte spielt sicher eine große Rolle. Ich habe bei Mißbrauchsfällen immer wieder gehört, die Wut usw. ist so groß, weil es mein Kind sein könnte, dem das passiert.
    Das zu denken finde ich ganz normal, wenn man Kinder hat.
    Was Pia braucht, was wir alle manchmal brauchen, ist ein Schubs, um etwas zu beginnen. Daß man Pia, daß man uns sagt, "Du mußt etwas tun"!
    Daß irgendetwas einfach "ins Rollen" kommt. Du darfst es nicht einfach so weiterlaufen lassen,
    Zu Deinem Vergleich, wenn jemand ins Wasser fällt,...: natürlich springe ich nicht ins Wasser, aber ich versuche sicher, dem Menschen meine Hand zu reichen, einen Rettungsring, oder etwas in der Art. Herausziehen muß er sich selber. Oder soll ich einfach dastehen und warten was passiert.
    Und hoffen , er würde es alleine schaffen?
    Was mache ich, wenn er untergeht? Wird mir das egal sein, oder werde ich mir Vorwürfe machen?
    DU siehst, ich habe ein wenig Distanz gewonnen, darüber bin ich auch selbst sehr froh. (es spielt auch eine große Rolle, daß mir nie jemand geholfen hat. Bis zum Erwachsen werden nicht. Nur geschlagen, herumgeschoben, schlecht gemacht, ich habe niemals irgendwo eine helfende Hand gesehen. Heute habe ich nach jahrelanger Therapie und Arbeit einen Weg gefunden, damit umzugehen! Daß ich manchesmal zu emotional reagiere, vielleicht ZU SEHR mitfühle, kann dóch nicht falsch oder schlecht sein. Solange "ich mich wieder einkriege"! Und das habe ich in diesem Fall getan)
    Trotzdem es mir heute wieder besser geht, bleibt das Gefühl, daß Pia einen Schubs bräuchte. Wenn Sie mit niemandem spricht, sondern in einem Forum von Ihren Problemen erzählt, dann denke ich, sollte man auch Ihr, sowie all den anderen hier, einen Schubs in Form von Gedankenanstößen geben. sogar ich begreife, daß man nichts tun kann, wenn Sie das nicht will!! Aber, das mindeste, das man tun kann (und ich verstehe wirklich, daß es nicht mehr sein darf oder kann), das sollte getan werde!
    Mehr will ich eigentlich gar nicht, es tut mir leid, daß ich gestern im ersten "Schreck" über Pias Zeilen so überreagiert habe. Ich wollte nicht, daß sich irgendjemand Sorgen deswegen macht!
    Aber, die Traurigkeit bleibt...!
    Liebe Grüße
    Annemarie
    [SIGPIC][/SIGPIC]

  6. #6
    Darkstar
    Gast

    Standard

    Hast Du mal kurz den Link zu Pias Thread?
    Suche mich sonst rapunzelig

    Da er hier für Dich so bestimmend ist, würde ich ihn gerne mal parallel hierzu lesen.


    Danke

  7. #7
    Verleger Avatar von Waris
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    Standard

    Liebe Annemarie,

    es ist nicht grundsätzlich falsch "mitzufühlen". Mitleiden sollte man aber nicht. Damit spricht man den Menschen ihre eigenkompetenz ab. Pia mag erst 15 cJahre alt sein. Dennoch hat sie die Entscheidung getroffen, erst ma hier anonym im Forum zu sein. Jeder hat seinen eigenen Weg und den muss man akzeptieren. Wie stellst du dir das vor, einfach ihre Adresse oder Telefonnummer rauszufinde und sie dann im RL zu überfallen? DAS GEHT NICHT! Das wäre eine absolute Grenzüberschreitung. Man würde damit evtl. sogar noch mehr Schaden anrichten, als zu helfen. Man würde sie überrumpeln. Möglicherweise ist sie einfach noch nicht bereit zu weiterern Schritten. Und dann wäre der Rückfall garantiert! Gib ihr einfach noch ein wenig Zeit. Vielleicht meldet sie sich wieder. Schreibe ihr einfach deine Zeilen und hoffe, dass sie sich wieder einloggt.
    Lerne dich ein bisschen besser abzugrezen. Sonst wirst du hier früher oder später verzweifeln.

    LG Waris
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  8. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Waris für den sinnvollen Beitrag:

    Rhett66 (23.08.2010)

  9. #8
    Neuling
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    Standard überreagiert

    Liebe Warris!
    Ich habe schon eingesehen, daß ich überreagiert habe (siehe meinen letzten Beitrag). Das mit Adresse und Tel war schon heftig-kopfschüttel..!
    Mir fällt gerade eine Frage von Darkstar einb es schon einmal passiert ist, daß ich so heftig reagiert habe, bzw ob das das erste Mal war!
    Trotzdem ich ein sehr emotionaler Mensch bin-NEIN, so etwas ist mir noch nie passiert und ich kenne mich auch so gar nicht!
    Aber, wie gesagt, ich habe mich wieder beruhigt, obwohl das, was ich geschrieben habe, immer noch meine Meinung ist. Aber, die Geschichte zieht mich nicht mehr so hinunter.
    Ich habe mit Sicherheit etwas daraus gelernt und das kann ja nur gut sein!
    Vielen Dank an alle, die etwas zum Thema geschrieben haben! Das hat ganz sicher etwas bei mir bewirkt..!
    Liebe Grüße
    Annemarie
    [SIGPIC][/SIGPIC]

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