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Thema: Von jedem Dorf ein Koeter...

  1. #1
    Teriana
    Gast

    Standard Von jedem Dorf ein Koeter...

    Hallo,
    ich hoffe hier Antworten zu finden, oder vielleicht jemanden der sich in der gleichen Situation befindet. Ich war schon bei mehreren Psych -ologen und -atern in "Behandlung", habe saemtliche serioesen und unserioesen Tests absolviert und das Ergebnis ist immer das Gleiche: Ich hab' von so ziemlich jeder denkbaren psychologischen "Macke" ein paar Symptome, nie genug dass es fuer eine eindeutige Diagnose reicht, aber dennoch sind die Auswirkungen auf mich und mein Leben drastisch. Was meine Einschaetzung ist, die Meinung der Fachleute scheint eher die zu sein dass "gravierende Einschraenkungen" erst gegeben sind wenn man unter der Bruecke lebt oder nackt durch die Fussgaengerzone rennt. Ich fuehle mich also ziemlich allein gelassen, habe mich schon vor Jahren aufgegeben, aber jetzt hat auch mein Partner keine Kraft und / oder Lust mehr... Ohne Diagnose keine Therapie, ohne Therapie keine Besserung?!

  2. #2
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    Standard

    Versteh ich das richtig? Du warst bei Ärzten und Therapeuten und kannst nicht behandelt werden, weil sie keine Diagnose für die Krankenkasse stellen können? noch nicht mal der Klassiker Posttraumatisches Belastungssyndrom (Entwicklungstrauma) das ja nun alle möglichen Symptome nach sich ziehen kann nicht? Burnout?
    Welche Beschwerden hast Du denn?

  3. #3
    Teriana
    Gast

    Standard

    Hallo Blase,
    ein bisschen PTSD habe ich schon... "leider" kann ich allerdings nicht mit einem "Trauma" aufwarten was das rechtfertigen wuerde.... Nur mal so "off the top of my head": Depressiv, aber ich habe deswegen noch nie meinen Job verloren oder sonstige schlimme Einschraenkungen gehabt, nicht weil ich nicht will oder mich nicht so fuehle, sondern weil niemand da ist der mir den Ruecken freihalten wuerde. Ich habe extremste Vertrauensprobleme, ich traue nicht mal mir selbst. Selbstmordversuch vor zwanzig Jahren, selbstverletzendes Verhalten, Essstoerungen die auch mal in "ich hunger mich mal zu Tode weil warum nicht" ausschlagen, Schlafstoerungen, generell eine starke Abhaengigkeitsthematik, egal um was es geht, ich habe immer mindestens ein aktuelles "Extrem", von Drogen ueber Alkohol, Medikamente, nicht essen oder fressen, stundenlang Sport etc.pp. Ich habe zwei Kinder mit denen ich keine Bindung habe, letztlich habe ich meine Familie verlassen, meine jetztige Beziehung ist auch ziemlich daneben, extreme Stimmungsschwankungen, verpfuschtes Berufsleben, naja, wenn ich drueber nachdenke faellt mir sicher noch mehr ein. Aber ich funktioniere halt noch, mehr oder weniger. Weil meine Eltern mich mit drei oder vier zu ihrem Paartherapeuten gemacht haben und ich seitdem weiss, wenn nicht ich, dann Katastrophe...

  4. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Zitat Zitat von Teriana Beitrag anzeigen
    Hallo Blase,
    ein bisschen PTSD habe ich schon... "leider" kann ich allerdings nicht mit einem "Trauma" aufwarten was das rechtfertigen wuerde....
    ............versteh ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Wie kann man eine PTBS haben, ohne Trauma?

    In PTBS ist das Wort “Trauma“ enthalten. Aus meiner Sicht hast du entweder ein Trauma erlebt, das deiner Ansicht nach die Bezeichnung “Trauma“ nicht “verdient“ oder das Erlebte war nicht so schlimm(?)
    (Ich hoffe, ich habe das einigermaßen verständlich rübergebracht.)

  5. #5
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
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    Hallo Teriana,

    ich denke, die Frage ist nicht, ob und welche psychische Erkrankung du hast, sondern wieso dich kein Therapeut behandeln möchte. Es ist ja nun mal so (was ich schwierig finde), dass Therapeuten Patienten abweisen können, wenn sie nicht mit diesen arbeiten wollen, aus welchen Gründen auch immer. Hast du eine Idee wieso das bei dir der Fall ist? Wie viele Erstgespräche bei wie vielen Therapeuten hattest du?
    Bei Leidensdruck des Patienten, und danach klingt es bei dir, findet sich in der Regel eine Diagnose und wenn es nur die der "Anpassungsstörung" ist.
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

  6. #6
    Moderator Avatar von siddhi
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    Zitat Zitat von Teriana Beitrag anzeigen
    ...Weil meine Eltern mich mit drei oder vier zu ihrem Paartherapeuten gemacht haben und ich seitdem weiss, wenn nicht ich, dann Katastrophe...
    Hallo Teriana,

    Das klingt aber gar nicht gut. Meiner Meinung nach ist das psychischer Missbrauch eines Kindes. Ob man das sogar als traumatisierend bezeichnen kann, weiß ich nicht, kann aber gut sein. Du wurdest in eine Rolle gedrückt, die unglaublich weitreichende Folgen hat.

    Als Einzelkind weiß ich, wie es ist, zwischen den Eltern zu stehen, Vermittler zu spielen. Ich darf gar nicht aufzählen, was ich alles durchmachen, erleben musste, um diese Fesseln los zu werden.

    Gib dich bitte nicht auf! Ich wünsche dir so sehr, dass du einen Therapieplatz findest. Bleib bitte dran!

    LG siddhi (privat)
    Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus. (Demokrit)

  7. #7
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    Standard

    ich kenne das auch mit den vielen symptomen, die nie so richtig auf was hinweisen, aber anscheinend überall reingehören.. ein bisschen davon, ein bisschen hiervon und keine eindeutige diagnose.. das heisst aber nicht, dass du dir nicht selbst helfen kannst.. ich tue das seit jahren und mir geht es jedes jahr ein ganzes stück besser als im jahr davor..

    ich habe folgende theorie: wenn etwas in deinem leben nicht in die richtige richtung geht, gibt es eine kleine stimme, die dir sagt, dass du etwas ändern solltest.. wenn du bist wie die meisten menschen und wie ich, hörst du nicht auf diese stimme.. also meldet sie sich etwas stärker wieder.. wenn du immer noch nicht darauf reagierst, sucht sie sich immer heftigere varianten, um dir beizubringen, dass du den falschen weg gehst.. zu guter letzt kommen die ganz heftigen sachen wie krebs oder depression.. diese symptome sind dazu da, dir zu helfen, einen neuen anderen für dich besseren weg zu gehen..

    eine frühere kollegin von mir war so ein schafferle.. sie war durch erkältungen nicht dazu zu kriegen, sich auszuruhen.. also bekam sie in der folge rückenprobleme und zwar so heftige, dass sie sich nicht mehr bewegen konnte.. eine andere machte überstunden in grosser menge und ihr körper beschloss dann wohl, dass es jetzt genug ist und sorgte für einen unfall, der sie dreieinhalb monate aus dem verkehr zog.. ich habe dazu die theorie, dass der körper erst leise signale sendet, wenn im leben was falsch läuft.. je weniger man darauf reagiert, desto grössere signale wird der körper entwickeln.. irgendwann kommt er dann zwangsweise bei krebs, herzinfarkt oder der seelischen entsprechung, der depression an, damit der mensch sich endlich die zeit nimmt, herauszufinden, was in seinem leben nicht in ordnung ist.. jede krankheit, egal, ob körperlich oder seelisch ist ein symptom, auf das man achten sollte..

    der erste schritt für dich wäre meiner meinung nach, herauszufinden, was dir die symptome, die du hast, sagen sollen.. depression zb ist eine verlangsamung des lebens, teilweise bis zum stillstand, weil man zu schnell und zu unachtsam unterwegs war.. borderline - die grenzen nicht erkennen können, weil niemand da war, der einem die grenzen gezeigt hat.. chaotisch (aus adhs), weil das eigene leben für lange zeit ein chaos war und vielleicht noch ist und man ordnung hinein bringen müsste.. hochsensibilität - weil man lernen musste, auf cholerische elternteile zu reagieren, um überleben zu können usw.. die symptome zeigen einem, was durch die kindheit in einem steckt und wo man ansetzen kann, um das leben zu verbessern..

  8. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei chrissihexe für den sinnvollen Beitrag:

    Mona-Lisa (07.03.2020),Snowgold (06.03.2020)

  9. #8
    Teriana
    Gast

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    Vielen Dank an alle die sich Zeit zum Antworten genommen haben.
    Ich versuche mal die eine oder andere Antwort zu finden.
    Das Problem ist oder war nicht, eine Diagnose fuer die Krankenkasse zu finden. Eher war es so, dass keiner der Fachleute wusste, in welche Schublade er oder sie mich stecken soll. Was vielleicht auch meine Schuld ist, weil ich grundsaetzlich den Gedanken im Hinterkopf habe dass die mich ja ggf. auch gegen meinen Willen stationaer einweisen koennen, insofern war ich nie 100% ehrlich. Da ist also wieder die Vertrauensproblematik. Ausserdem empfinde ich es als ziemlich armselig, jemanden bezahlen zu muessen weil das die einzige Chance ist dass mir mal jemand zuhoert - und nichtmal das funktioniert, gehoert fuehle ich mich definitiv nicht.
    @ Mirjam, ich habe die Erfahrung mit meinen Eltern, Scheidung, Hin- und hergeschickt werden, Abschiebung ins Internat, nie geliebt, mit 17 abgehauen, dann Selbstmord meiner ersten grossen Liebe,... Aber du hast Recht, ich sehe das nicht als "dramatisch" genug an um meine Spinnerei zu rechtfertigen. Ich sehe ja, was andere im Vergleich durchmachen. Bei mir gab es keinen sexuellen Missbrauch, keine koerperliche Misshandlung,... Und das ist halt auch die Meinung der Psychs - stell dich mal nicht so an.
    @ Steinchen: Wie gesagt, eine pro-forma Diagnose haette sich schon gefunden, da haette ich mir sogar eine aussuchen koennen. Mein Eindruck war absolut, dass mich a) niemand ernst genommen hat und b) ich einfach den Aufwand nicht wert war. Ueber die Jahre waren es sicher zehn oder mehr Fachleute. Die letzte Therapie hatte ich Anfang 2019 und obwohl die Dame jahrelang als Chef-Psych in einer entsprechenden Klinik gearbeitet hat, hat sie mir gesagt dass sie nicht feststellen kann, was mit mir nicht stimmt - obwohl zweifellos irgendwas nicht stimmt - und sie nicht weiss wie sie mir helfen soll. Aber wie gesagt wohl auch meine Schuld. Ich vertraue halt nicht, und habe auch auf vieles selber keinen Zugriff was meine Gefuehle angeht. Als ob ich gegen eine Gummiwand renne.
    @ siddhi, ja, wenn man so frueh lernt dass man verantwortlich und schuldig ist, dann praegt das schon gewaltig. Witz ist, ich war lange Zeit wirklich stolz darauf dass jeder gesagt hat ich waere so erwachsen und viel reifer als andere Kinder in meinem Alter. Nur ist das irgendwann ins Gegenteil umgeschlagen und jetzt verhalte ich mich kindisch. Sagt jedenfalls mein Partner. Wenn ich meine Probleme auf das Wesentliche eindampfe; ich will einfach nur akzeptiert und geliebt werden, so wie ich bin. Es tut so unglaublich weh, dass nicht zu haben, nie gehabt zu haben oder nicht glauben zu koennen. Ich zerreisse mich bei dem Versuch perfekt zu sein, ich verdrehe, verstelle und verwinde mich - ich habe "mich" so lange verneint dass ich nicht mal die blasseste Ahnung habe wer ich bin oder was ich will, versuche immer nur die Erwartungen anderer Menschen zu erfuellen um vielleicht irgendwann doch doch mal gemocht zu werden... Psychischer Missbrauch, ja, aber halt nicht schlimm genug.
    @ chrissihexe, das ist eine interessante Blickweise, habe ich so noch gar nicht gesehen. Meine Spinnereien waren immer nur der Beweis dass ich halt nicht alle Tassen im Schrank habe. Ich erlebe das auch gerade wieder in meiner Beziehung, ich verhalte mich in einer Art und Weise, aber ankommen tut das als das exakte Gegenteil. Inzwischen vertraue ich auch meinem Partner nicht mehr. Entweder ich bin komplett gaga, denke und fuehle "gruen", kommuniziere aber "blau", oder er manipuliert mich. Da kommen dann Sachen ans Tageslicht wo ich einfach nur losheule weil ich denke, wo zum Teufel hat der das her? Letztens haben wir morgens telefoniert, ich habe was gesagt wie "du klingst muede", Ende vom Lied, ich habe ein Kreuzverhoer durchgefuehrt und ihn beschuldigt die Nacht durchgemacht zu haben mit Drogen und anderen Frauen. Ich zweifel an meinem Verstand.
    Ich bin einfach so muede, nicht mal mehr verzweifelt, nur irgendwie ist das alles den Aufwand nicht wert. Ich bin jetzt 37, habe genug Menschen ungluecklich gemacht, sehe nicht dass ich irgendeinen Fortschritt mache, es ist alles nur, die Zeit bis zum Abtritt mit moeglichst wenig Theater rumkriegen.

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