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Thema: Warum isoliere ich mich?

  1. #1
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    Standard Warum isoliere ich mich?

    Hi,

    ich versuche derzeit heraus zu finden, ob mein Verhalten auf eine Art Störung zurück zu führen ist, oder nicht. Und zwar ist es so, dass ich als jüngste in einer Großfamilie aufgewachsen bin. Mein Vater hat sich nicht für uns interessiert - er wohnte auch nicht bei uns. Meine Mutter war stark depressiv und starke Alkoholikerin. Besonders nachdem mein Bruder starb, da war ich ungefähr drei, ging es massiv den Bach runter mit ihr. Wir Kinder wurden stark vernachlässigt. Nun ist es so, dass ich ein relativ Verhaltensauffälliges Kind war/bin. Ab der ca. fünften habe ich so gut wie jede Pause allein in der Schule verbracht. Auch jetzt stelle ich mich nie in die Gruppen der anderen. Interessanterweise habe ich gelesen, dass Kinder, die Dinge erleben wie ich sie erlebt habe, sich sozial isolieren. So gut wie alle Risikofaktoren treffen auf mich zu. Es wäre aber auch ein Wunder, wäre ich normal geworden. Was mich irritiert ist, dass ich mich gar nicht so "psychisch krank" fühle. Ich habe meine Gründe, warum ich mich immer zurück ziehe.
    In der Grundschule hatte ich mal eine beste, sehr enge Freundin, die mich immer zum stehlen gehen "gezwungen" hat. Bei einem unserer Raubzüge wurden wir erwischt und sie fiel mir dabei in den Rücken. Mir war es danach wichtig nur noch "richtige" Freunde zu finden.
    In der fünften dann, war es hauptsächlich meine starke Schüchternheit, meine Minderwertigkeitsgefühle und meine starke Introversion, die mich zurück hielten. Ich hielt mich selbst immer viel zu langweilig für andere, da ich in Gruppen nie etwas sage und mich dann immer als Anhängsel fühle. Außerdem hatte ich nie so ein Spaß empfinden wie andere. Trampolin springen, ins Schwimmbad gehen, Wasserschlachten - nichts hat mir Spaß gemacht.
    Als ich dann so alleine in der Pause stand und die anderen beobachtete, fiel mir auf, wie sich die anderen ausnutzen. Wie egoistisch sie waren/sind. Den meisten schien es hauptsächlich darum zu gehen, irgendeine Gesellschaft zu finden, nur um nicht alleine wie ein "Opfer" rumstehen zu müssen. Denen war das peinlich. Oft passierte es, dass sich jemand zu mir stellte, nur um nicht alleine stehen zu müssen. Ich habe es gehasst so ausgenutzt zu werden. Also nahm ich mir vor, nie dasselbe zu tun. Wenn ich etwas mit anderen mache, dann weil ich sie mag und nicht, weil ich gerade niemand besseren finde. Diese Einstellung hat sich bis heute gehalten.
    Ich bin nicht mehr so extrem schüchtern wie früher. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass ich Freunde hätte. Noch immer stehe ich meistens alleine. In dem Punkt ist es mir völlig egal, ob mich andere für ein "Opfer" halten. Es stört mich auch gar nicht so. Aber dennoch beschäftigt es mich. Warum bin ich die einzige, die so eine Einstellung vertritt? Warum bin ich so ein Extrem? Warum bin ich so unsozial? Nie verspüre ich die Lust dazu mich mit anderen zu treffen. Auch zu Hause verziehe ich mich immer in mein Zimmer zurück. Ist diese fehlende Lust auf eine psychische Störung zurück zu führen?

    Was mich nun interessieren würde wäre, ob es hier noch jemanden gibt, der sich sozial stark isoliert. Vielleicht kommt derjenige aus ähnlichen Umstände wie ich. Mich würden die Gründe für die Isolation anderer interessieren, außer Schüchternheit oder Minderwertigkeitsgefühle.

    Danke

  2. #2
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    Hallo Nokivenir,
    du hast den Kontakt mit anderen Menschen als negativ erlebt, hast ihr Verhalten innerlich abgelehnt, hast keinen Spass an dem, was anderen Vergnügen bereitet.
    Du möchtest nicht so sein wie es dir andere vorleben.

    Bis zu einem gewissen Punkt stimme ich da mit dir überein.

    Ich war als Kind auch als "schüchtern" abgestempelt weil ich so gut wie nie meine Klappe aufgerissen habe. Irgendwelche Cliquen interessierten mich nicht, ich war immer der, der in kein Muster passte. Ich habe mich nicht gern geprügelt, aber konnte mich verteidigen wenn es sein musste. Ich empfand das Verhalten vieler Gleichaltriger eher als unreif denn als "cool". Bis zum heutigen Tag bemerke ich, dass mich das was viele begeistert überhaupt nicht interessiert. Sportliche Großveranstaltungen inklusive Fußball und Oympia, große Parties mit oder ohne Ballermann, bis zum Augenkrampf TV-Serien anschauen, teure Autos, teure Klamotten, alles fotografieren und ins Netz stellen, das private Leben von Promis, der neueste Grill, das neueste Smartphone, Whiskey, Zigarr(et)en... alles nichts wofür ich morgens auch nur eine Minute früher aufstehen würde. Die meisten beenden das Gespräch wenn keines dieser Themen bei mir anschlägt.

    Aber wenn sich einer meiner wenigen Freunde meldet, bin ich da.

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