Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Was ist das für ein Verhalten? Fragezeichen Ex!

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    10.02.2020
    Beiträge
    4
    Danke
    3
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Was ist das für ein Verhalten? Fragezeichen Ex!

    Lieber Leser, liebe Leserin,

    ich bin verzweifelt, vielleicht kannst Du mir helfen.

    Ich bin eine Frau, 39 J. mit einem Kind w12.
    Vor zwei Jahren bin ich eine Beziehung zu einem Mann, m50 mit zwei Kindern, w12 und w17, eingegangen.

    Er hatte nie Geld (trotz sehr gut bezahltem Job), war und ist seiner Frau, von der er zur Zeit unseres Kennenlernens seit 3 Jahren getrennt war, hörig und ließ sich teilweise erpressen (trotz sonstiger Dominanz). Er hatte ein unnormales Verhältnis zu seiner kleinen Tochter. Die große Tochter zog sich aus den Familienwochenenden zurück, verbrachte die Zeit mit ihrem Freund. Währenddessen schlief die Kleine neben ihrem Vater (nackt) im Ehebett. Er machte sie krank, wenn sie gesund war, erklärte sie als klein, schwach und hilflos, um ihr dann als „Retter“ zur Seite zu kommen.

    Er präferierte stets Zeit mit seiner Tochter. Wir hatten in den zwei Jahren Beziehung vielleicht zehn gemeinsame Wochenenden. Die restliche Zeit arbeitete er oder sah sein Kind. Rief die Kindesmutter an, wenn wir ein „Paarwochenende“ hatten oder mal einen (!) freien Ferientag ohne Kind(er), und fragte, ob er seine Tochter nimmt, sagte er ihr sofort, ohne es mit mir abzusprechen, zu. In der Öffentlichkeit traten die beiden als Paar auf, auch in meinem Beisein. Sie gingen Hand in Hand, standen Arm in Arm, unterhielten sich, als ob ich gar nicht dabei war. Die Kleine wusste um ihre Stellung. Ihr Vater hat ein Bündnis mit ihr geschlossen mit der Abmachung, nichts, was bei ihm passiert, der Kindesmutter zu erzählen. Er zwang sie sogar schon bewusst, zu lügen und legte ihr Worte in den Mund.

    Seine Tochter trägt bis heute eine Windel, ist in ihrer Entwicklung der Alltagsselbständigkeit weit hinter anderen zurück und schläft, wenn sie denn in einem getrennten Bett schlief, weil ich zeitgleich bei ihm übernachtete oder er bei mir, mit Babyfon.
    Die Mutter erklärte dieses Verhalten als normal. Auch sie stopft das Kind sofort voll mit Medikamenten, wenn sie nur einmal hüstelt (was sie oft macht, manchmal auch um Aufmerksamkeit zu bekommen). Die Kleine steuert mit ihrem Verhalten die Eltern, indem sie gezielt in Situationen, die sie künstlich schafft, Aufmerksamkeit erbettelt (sich krank stellen, verletzt tun o.ä.), zeitgleich steuern die Eltern ihr Kind, indem sie es in diese Rolle drängen.
    Eltern und Kind(er) halten alle immer (!) zusammen. Nach außen immer ein Lächeln auf den Lippen.
    Der Vater (mein Exfreund) mit Zwangsstörung (Drang, sich ständig zu desinfizieren) und einer für mich irritierenden sexuellen Neigung. Diese lehnte ich ab, was ich ihm auch vermittelte und er zunächst zu akzeptieren schien. Dann kam es aber wiederholt zu Situationen, wo er bewusst diese Grenze überschritt und sich durchsetzte. Ich wies ihn zurück in dieser Akutsituation und war erschrocken. Er tat ganz überrascht und sagte „oh, oh, entschuldige, das wollte ich nicht“.

    Als mir der Kragen platzte und ich ihn zur Rede stellte, bat er mich, ihn nicht zu verlassen. Er sagte, er erkenne alle Fehler, die er mache, brauche mich aber an seiner Seite, um diese Fehler auszumerzen. Ich bot ihm an, ihn wiederzutreffen, wenn er alles geregelt hat. Er redete aber so gekonnt auf mich ein (wie auch sonst – das konnte er; er war Meister im „Menschen etwas einreden“), dass ich blieb.
    Long story short: er manipulierte mich in den zwei Jahren aufs Feinste…ich war so doof und blieb; wir zogen sogar zusammen. Jetzt, nachdem ich vehement die Änderungen forderte, die er mir immer zugesagt bzw. in Ausgesicht gestellt hatte (mehr gemeinsame Paarzeit, eine psychologische Beratung oder gar Therapie für ihn und seine Tochter, ein sich nicht mehr Erpressen lassen von seiner Exfrau), nahm er sich heimlich eine Wohnung und zog in einer Nacht und Nebel-Aktion aus. Bis dahin tat er so, als sei alles in bester Ordnung. Ich merkte NICHTS! Wir nahmen, sogar noch NACHDEM er den Mietvertrag unterschrieben hatte, eine verbindliche Jahresplanung für 2020 vor, bevor er eine Woche später auszog.

    Was soll ich sagen? Es geht bei ihm nun weiter wie bisher. Ohne Beratung, ohne Therapie. Er sagt, er erkennt das Problem, bearbeite es aber selbst – es habe sich bereits viel getan. Dies stimmt nicht…er behauptete Gleiches bereits zu der Zeit, als wir noch zusammen waren. Und vollzog die gleichen, seine Tochter kleinmachenden Verhaltensweisen und eine an sie gerichtete Ansprache in Babysprache, heimlich hinter verschlossenen Türen. Er redet anderen und sich etwas ein. Wie gesagt, darin ist er Meister. Auch log er oft in anderen Situationen. Er konnte auch nie nein sagen. Er gab mir in 90% der Fälle das Gefühl, dass das, was ich wollte, genau das war, was er wollte. Und dass er genauso fühlte und dachte, wie ich es tat. Dass das Nonsens war, merkte ich erst vor kurzem.

    Er stellte die Gesamtsituation mir gegenüber oft und teilweise immer noch so dar, als wenn er das Opfer ist und ich ihm Böses will, ihm Falsches/Unwahrheiten unterstelle. Dazu muss man sagen, dass seine Familie, meine Familie als auch meine Freunde teilweise Zeugen waren von seinem Verhalten.
    Er selbst lebte übrigens vor unserer Zusammenkunft sozial isoliert; ohne Freunde, ohne großen Kontakt zu seiner Familie. Auch seine Frau hat keine Freund/innen, lebt aber seit der Trennung mit einem neuen Partner zusammen.

    Weshalb ich nun hier poste: ich verstehe sein Verhalten nicht. Was steckt dahinter? Weshalb handelte er so? Gibt es für dieses Verhalten ein Muster? Eine Tendenz für eine „Diagnose“? Ich weiß, dass er sich als Kind/Jugendlicher oft zurücknehmen musste und seine Mutter manchmal wochenlang nicht mit ihm und seinen Geschwistern sprach…er sich dadurch ohnmächtig fühlte.
    Nicht, dass ich die Lage über die Ferne diagnostiert wissen will…ich brauche nur eine Schublade in meinem Kopf, in die ich das Ganze stecken kann, um es zu verarbeiten und darüber hinweg zu kommen. Ich kann nicht verstehen, wie man so gemein, egoistisch, rücksichtslos, gleichgültig oder aber vielleicht ängstlich sein kann. Vielleicht trifft es auch keines der Attribute. Klärt mich auf!? Ich leide so sehr unter dieser Situation und verstehe ihn nicht.

    Das Jugendamt wird übrigens zeitnah involviert.

    Gruß

    die Gutgläubige
    Geändert von dieGutgläubige (11.02.2020 um 00:06 Uhr)

  2. #2
    Verleger
    Registriert seit
    23.02.2013
    Beiträge
    2.382
    Danke
    1.021
    1.931 mal in 1.149 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich finde gut, dass du das Jugendamt hinzuziehst. Wäre nur toll gewesen, wenn du das schon vor Jahren hättest tun können, denn das, was dein Ex mit dem Kind macht, kann nicht gut sein.

    Was den Rest anbelangt, nun, in deiner Situation würde ich vermutlich eher versuchen, zu verstehen, warum ich so lange mit so einem Mann zusammen sein wollte, der so eine Persönlichkeit hat. Was nützt es dir, einen Einblick in seine Abgründe zu haben, wenn du nicht weißt, warum dich anscheinend solche Abgründe faszinieren? Was hat ihn für dich attraktiv gemacht, obwohl du schon gemerkt hast, dass er manipuliert? Und wieso hast du die offensichtlich nicht sehr gesunde Beziehung zwischen deinem Ex und seiner abhängigen Tochter so lange tolerieren können, dass du erst jetzt das Jugendamt einschaltest? Woher diese Hoffnung, dass solche Menschen sich bessern?
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Buche für den sinnvollen Beitrag:

    dieGutgläubige (11.02.2020)

  4. #3
    Verleger Avatar von LukeHB
    Registriert seit
    10.04.2014
    Ort
    HB
    Beiträge
    5.076
    Danke
    1.426
    3.060 mal in 1.932 Beiträgen bedankt

    Standard

    Na wenigstens ist es dein Exfreund. Du bist verzweifelt, aber doch nur weil Du dich nicht löst.
    Du versuchst es zu verstehen, aber als normaler Mensch ist es schwierig so was nachzuvollziehen. Akzeptier ihn als "anders" und lass in aus deinem Leben.
    Orthographie, Grammatik und Interpunktion sind keine Spielwiese für Individualisten!

    "Warum passieren mir immer Sachen, die sonst nur dämlichen Menschen passieren?" (Homer J. Simpson)

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei LukeHB für den sinnvollen Beitrag:

    dieGutgläubige (11.02.2020)

  6. #4
    Roman Verfasser
    Registriert seit
    19.06.2017
    Beiträge
    1.057
    Danke
    1.030
    618 mal in 397 Beiträgen bedankt

    Standard

    Die "Kleine" steuert nur nach Aussen hin. Da können sich die zwei gut hinter verstecken. Schließlich wurde das Kind so gesteuert, dass es fähig ist, zu steuern. Also das zählt für mich nicht. Scheinbar leben alle dort ganz gern in einer Lügenblase, muss super bequem sein und Du hast es immerhin zwei Jahre ausgehalten.

    Ich denke auch, Du kannst froh sein, da raus zu sein. Schau zu, dass Du nicht wieder an so einen gerätst.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ice Frozen Sunset für den sinnvollen Beitrag:

    dieGutgläubige (11.02.2020)

  8. #5
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.02.2020
    Beiträge
    4
    Danke
    3
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Buche Beitrag anzeigen
    Ich finde gut, dass du das Jugendamt hinzuziehst. Wäre nur toll gewesen, wenn du das schon vor Jahren hättest tun können, denn das, was dein Ex mit dem Kind macht, kann nicht gut sein.

    Was den Rest anbelangt, nun, in deiner Situation würde ich vermutlich eher versuchen, zu verstehen, warum ich so lange mit so einem Mann zusammen sein wollte, der so eine Persönlichkeit hat. Was nützt es dir, einen Einblick in seine Abgründe zu haben, wenn du nicht weißt, warum dich anscheinend solche Abgründe faszinieren? Was hat ihn für dich attraktiv gemacht, obwohl du schon gemerkt hast, dass er manipuliert? Und wieso hast du die offensichtlich nicht sehr gesunde Beziehung zwischen deinem Ex und seiner abhängigen Tochter so lange tolerieren können, dass du erst jetzt das Jugendamt einschaltest? Woher diese Hoffnung, dass solche Menschen sich bessern?

    Liebe Buche,

    ich danke sehr für Deinen Beitrag. Tatsächlich sind ausschließlich die von mir gestellten Fragen offen. Auf alle anderen habe ich eine Antwort.

    Wenn Du Dich mit der Wirksamkeit von Leistungen der Jugendhilfe oder Psychotherapie befasst hast, wirst Du wissen, dass kein System nachhaltig zum Positiven zu verändern ist, ohne dass die Beteiligten mitgehen. Da die Fronten hier so verhärtet waren (und sind), war der von mir gewählte Ansatz, zu sensibilisieren und über eine vertrauens- und verständnisvolle Beziehungsgestaltung die Thematik systemisch und niedrigschwellig anzugehen.
    Die ersten eindreiviertel Jahre erzielte ich scheinbar kleine Teilerfolge, bis ich dahinterkam, dass er hinter verschlossenen Türen weitermachte. Er zeigte die Bereitschaft zur Veränderung - hätte ich ihm nicht glauben sollen?

    Zudem: wenn Du den Text aufmerksam gelesen hast, wird Dir auffallen, dass die von ihm vorgenommene Rollenumkehr schwer beim Jugendamt beweisen zu sein wird. Da er Meister im Worte Drehen ist, wird er die von mir geschilderten Beobachtungen stets nach außen anders darstellen und Vorwürfe leugnen.
    Auch seine Kinder halten dicht. Selbst seine Frau. Der Jugendhilfe werden die Hände gebunden sein. Es wird kein Herankommen an die Familie geben, dafür haben sie zu gute Argumente und legen die Vorfälle anders aus.

    Trotzdem danke Dir recht herzlich für Deinen Beitrag!

  9. #6
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.02.2020
    Beiträge
    4
    Danke
    3
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Vielen Dank, lieber Ice Frozen Sunset,

    es hat Gründe, weshalb die Beteiligten so gehandelt haben bzw. handeln. Allen voran die Eltern.

    Ich habe es einzig und allein aus dem Grund ausgehalten, weil er mir vorgegaukelt hat, sich und die Rahmenbedingungen ändern zu wollen. Er hatte immer gute Gründe, wenn es nicht so lief, wie eigentlich ursprünglich vereinbart.

    Und Du kennst das: steckt man erst in einem System drin, kann es schwer fallen, rationale Entscheidungen zu treffen. Erst recht, wenn man eingelullt wird auf raffinierte Weise. Er war eine Nummer zu groß für mich. Ich habe ihm immer geglaubt.

    Froh da raus zu sein, bin ich. Auch wenn ich wütend bin und die Sache noch nicht ganz durchblicke. Das ist es, was mich am meisten quält.

  10. #7
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.02.2020
    Beiträge
    4
    Danke
    3
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Lieber LukeHB,

    die von Dir formulierte Schlussfolgerung kann ich nicht als richtig anerkennen.
    Ich kann mich sehr wohl von ihm lösen: es geht mir nicht um den Verlust der Partnerschaft.
    Ich habe so etwas von diesem Ausmaß aber noch nie erlebt und möchte verstehen, weshalb ein Mensch so handelt, wie er es getan hat. Er selbst ist mir mittlerweile egal und ich bin froh, kein Teil mehr dieses Systems zu sein.
    Wie sehr ich mir damit geschadet habe, habe ich erst hinterher gemerkt. Es wirkt bis jetzt (und sicher noch länger) nach.

Ähnliche Themen

  1. Meine Mutter...ein großes Fragezeichen?
    Von Charkov im Forum Familie
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 07.11.2017, 02:55
  2. Fragezeichen
    Von Wassolldas im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 09.10.2016, 21:30
  3. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 30.03.2014, 13:20
  4. Nur noch Fragezeichen im Kopf
    Von Bienchen69 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 12.02.2013, 21:43
  5. Ein Hallo an alle und ein dickes Fragezeichen?
    Von Recherche im Forum Neu bei Psychologieforum.de?
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 29.10.2009, 22:08

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •