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Thema: Was ist mit mir los bzw. wie kann man / ich mir helfen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Was ist mit mir los bzw. wie kann man / ich mir helfen?

    Hallo erstmal,

    kurz zu mir und meiner bisherigen (Leidens)geschichte:

    Im Zeitraum zwischen 2006-2008 schwerstes Mobbing erlebt in der Schule, auch angeblich Freunde haben mitgemacht. Es war alles dabei, von Beleidigungen, Prügel, Demütigungen, sogar sexuelle Handlungen waren im Spiel....gehe ich jetzt nicht näher drauf ein.

    Habe dann die Schule gewechselt und da lief es nach anfänglichen Schwierigkeiten besser. Und trotzdem war ich ab da nicht mehr derselbe.
    Ich zog ich immer mehr zurück, wollte mit keinem Sprechen, war immer sehr unsicher, wollte niemanden an mich heranlassen und hatte ne schwere Vertrauensmacke. Außerdem kam ich mit Menschenmengen nicht klar, war sehr unselbstständig und war auch relativ untergewichtig ("Rekord": 53kg bei 1,74 m ).
    Ich gab zwar mein bestes, aber richtig "angekommen" bin ich nie, auch nicht in der Oberstufe zwecks Fachabitur. Hatte immer meine Probleme mit jungen Menschen (vor allem mit Jungs/Männern) und das zieht sich, abgeschwächt, bis heute durch.

    Später in der Ausbildung kam ich dann gar nicht mehr klar; ich bin insgesamt drei mal von der Arbeit abgehauen, weil ich mich überfordert und nicht wohl gefühlt habe und ich in solchen Momenten immer einen starken, irrationalen Fluchtreflex habe.
    Ging dann soweit, das ich mir ne Therapie gesucht habe (Privat) und man nach langem rumdoktorn folgende Diagnose stellte: Depression; mittelschwer. Ich war erstmal geschockt, aber es passte alles zusammen: ständig gedrückte Stimmung, alles immer negativ sehen, mangelnder Antrieb, immer die Schuld bei sich selber suchen, starke Schuldgefühle, der Gedanke, den anderen nie gerecht zu werden, Suizidgedanken....

    Nachdem ich tagsdrauf auf der Arbeit zusammengebrochen bin, wurde ich sofort in ne Klinik gefahren und eingewiesen und blieb dort erstmal einige Tage.
    Nachdem es mir besser ging, ging es schnurstracks in eine Tagesklinik, wo ich dann 6 Wochen verweilte. War nicht der Kracher, hat mir aber geholfen und ich konnte erstmal zur ruhe kommen und habe vor allem endlich Medikamente bekommen (Paroxetin, 20mg) bekommen, die ich auch heute noch nehme.

    Übrigens hat man mich dort mit "Depressionen; bipolare Ausprägung" diagnostiziert, die ich zu sprunghaften und affektierten Verhalten neige und auch (Auto)aggressiv agier(t)e.
    Bin halt oft in etwaigen Situationen abgehauen, wenn ich unsicher war und habe mich öfter an Bahnhöfen rumgetrieben.......

    Bin insgesamt 5 Monate ausgefallen und konnte das ganze 2.Lehrjahr in die Tonne treten. In 3. ist aber nichts mehr vorgefallen, ich habe mich weiterentwickelt, war in der Lage, z.B. alleine Zug zu fahren, Menschenansamlungen aufzusuchen, Einkaufen zu gehen, Smalltalk zu führen usw.
    Auch hatte ich meine Emotionen besser im Griff und war nicht mehr so trübselig und war in der Lage, mich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Außerdem habe ich seit 3 Jahren eine Beziehung, die richtig gut läuft
    Habe meine Ausbildung dann locker geschafft. Natürlich wollte man ich danach NICHT weiter behalten, ich hatte aber auch kein interesse daran, da ich letztlich nie richtig klar kam und ich wusste, das ich in der Firma immer der "Psycho" bleiben würde.

    Jetzt aber zum eigentlichen Thema:
    Bin seit gut einem Jahr arbeitslos und hatte im April kurzseitig ne Stelle gefunden. Der erste Tag war aber eine Katastrophe, ich war völlig überfordert, man hatte sehr hohe Ansprüche und es war einfach VIEL.
    Spätestens als mich der Chef kurz vor Feierabend zu sich hinzitiert hat und mir nen dicken Produktkatalog hingeschmissen hat und sagte, das ich mir auch fleißig Videos anschauen soll dazu und er mich in spätestens ner Woche abfragen will, war es aus. Habe ich schon im Laufe des Tages immer unwohler gefühlt und jetzt hat sich der "Fluchtreflex" wieder gemeldet. Ich wollte auf keinen Fall da bleiben und ihrte dann apathisch zum Bahnhof, um meinen Zug zu bekommen. Ich hatte dabei auch kurz sehr starke Suizidgedanken und hatte Angst um mich selber. War froh, als ich endlich im Zug saß.
    Zuhause angekommen habe ich sofort meine Sachen gepackt und bin zu meiner Freundin, da 1) ich dem ärger mit meiner Mutter aus dem Weg gehen wollte und 2) eh dicke Luft zu Hause war und ich damit auch überfordert war.

    Habe mir kurz darauf einen neuen Therapeuten gesucht, da die Vorgängerin mich nicht mehr haben wollte ("Ich bin damit überfordert, das überschreitet meine Kompetenz).
    Ich habe nämlich gemerkt, das ich wieder Rückschritte gemacht habe und das mein Verhalten gar nicht geht:
    Ich bin unmotiviert, kann mich schlecht aufraffen, habe nicht lange Spaß an Dingen, bin unsicher und ängstlich, verhalte mich oft kindisch/trotzig, ich bin verantortungslos bzw. ich übernehme keine und welze alles auf meine Freundin/meine Mutter ab. Dazu kommt noch, das ich verstärkt an meinen Zehen, Füßen und Lippen knibbel; teilweise bis es blutet. Das habe ich zuletzt als Kind mal gemacht......

    Und all das steht mir im Weg und stört.
    Außerdem habe ich ob des Negativerlebnisses so viel Angst vor einer neuen Arbeitsaufnahme, das ich da wie gelähmt bin und mir nichts zutraue. Mal abgesehen davon, das ich eh keine gute Meinung zur heutigen Arbeitswelt habe.....

    Meine jetziger Therapeut (Privat, 30€/std.) meint, ich hänge zu sehr in meinem kindischen Ich fest und mir fehle ein Entwicklungsschritt; habe es noch nicht geschafft; "erwachsen" zuwerden und bewusst oder unbewusst würde ich alles dafür tun, damit das so bleibt, weil ich mich in dieser Situation wohl fühle. Okay, ich wohne noch zuhause und fühle mich da nicht unwohl, zu 80% verbringe ich die Zeit aber bei meiner Freundin in ihrem Elternhaus, außerdem habe ich keinen Führerschein; bin also von anderen abhängig.
    Habe außerdem kein Einkommen und lebe von Amt/Ersparnissen.
    Hmmm, wenn überhaupt, dann finde ich das vllt. unbewusst geil......

    Außerdem schließt er bei mir eher auf eine Zyklothymie bzw. Dysthymie in tateinheit einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung.
    Also Diagnose Nummer 3 und ich weiß letztlich seit 3 Jahren nicht, was wirklich mit mir los ist. Und im Moment hänge ich in einer Sackgasse und weiß nicht weiter. Hat hier einer Ratschläge oder Tipps für mich, wie ich weitermachen soll und was jetzt am besten anzugehen werde, um den Teufelskreis zu durchbrechen und auf lange Sicht ein vernünftiges Leben führen zu können?
    Geändert von Lumpi99 (09.07.2018 um 14:51 Uhr)

  2. #2
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    Standard

    Hallo Lumpi,
    so wie es sich liest, könnte es schon sein, dass Du dich selber sozusagen immer mal wieder retraumatisierst. In Situationen wie zB dem letzten Jobantritt, verweigerst Du den konstruktiven Ansatz und reagierst vorzugsweise auf die Situation und deren emotionale Qualität, zB einer angstmachenden. Auf die Ansage deines Cheffs Du sollst (bitte) den Produktkatalog studieren und auch Videos dazu anschauen begegnest Du quasi mit einem Blackout und totaler Verweigerung. Konstruktiv wäre, Du nimmst den Katalog und die Videos, schaust dir alles an und lässt die Befragung auf dich zukommen. Ob Du sie bestehst oder nicht, ist ein ganz anderes Thema, aber vermutlich "nutzt" Du diese Situation, um dich zurückzuziehen, "das Handtuch zu werfen" und daraus ein Trauma zu kreieren, dass dich aber bereits aus deiner Schulzeit begleitet, nähmlich der Demütigung und Entwertung, die ja theoretisch auch durch das Versagen der gestellten Aufgabe möglich ist und was Du (verständlicherweise) umgehen willst. In dem Moment spricht man von einer Retraumatisierung, die Du allerdings selber "veranlasst", um bestehende Muster zu bestätigen und sich auch nicht zuletzt in gewohnten Gewässern aufzuhalten, wo Du "verstanden" und sozial aufgefangen wirst. Das findest Du bestimmt nicht geil, aber es erscheint dir sicherer. (wenn man es ganz genau nimmt, müsstest Du für eine perfekte Retraumatisierung eigentlich den Auftrag den Katalog zu lesen annehmen, dir nichts davon merken und bei der Befragung total versagen. Wenn dich dann der Chef in die Entwertung nehmen würde, wäre die Erfahrung eine entsprechende Wiederholung. Du brichst bereits einen Schritt vorher ab und ziehst die Kette nicht durch, was durchaus positiv ist, die Vorstellung des Versagens ist aber dennoch gegeben.)
    Ich würde denken, eine Therapieform im Sinne einer Verhaltenstherapie wäre die richtige Wahl (wenn ich das jetzt für mich entscheiden müsste). Dabei wirst Du Schritt für Schritt erreichen entsprechenden Situationen zu begegnen, bis Du nicht mehr dermaßen emotional und reflexartig gesteuert bist und einer Situation wesentlich rationaler agieren kannst und Du deinen Handlungsspielraum deutlich erweiterst. Wie gut das bei dir funktioniert, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber vielleicht bringt es dir als Denkanstoß etwas.
    Geändert von Blase (09.07.2018 um 15:57 Uhr)

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