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Thema: Was ist nur los? :(

  1. #1
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    Standard Was ist nur los? :(

    Hallo ihr Lieben,

    Ich bin verzweifelt. Ich bin seit fast 3 Jahren mit meinem Freund zusammen. Er ist toll, ist immer für mich da, liebevoll, eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann. Leider sind die Schmetterlinge weg, aber ich denke und dachte immer, dass das nach 3 Jahren normal ist. Aufgrund meiner Verlustangst und Eifersucht (auf wirklich nur eine einzige Person bezogen) enge ich mich sehr oft selbst ein und habe nur wenig Zeit für mich selbst. Und so langsam gibt es einige Marotten, die mir an meinem Freund nicht gefallen. Aber ich dachte, dass auch das normal ist nach 3 Jahren... Die Rosarote Brille ist wohl weg.
    Trotz allem bin ich mir sicher, dass ich unendlich traurig wäre, wenn ich ihn nicht hätte. Nach allem was wir so erreicht und durchlebt haben, würde es mich unfassbar traurig machen, mich jetzt "verabschieden" zu müssen.

    Jetzt fragt man sich - Warum sollte ich das auch tun? Und diese Frage führt mich zu meinem aktuellen Problem. Seit einigen Tagen hat sich in mir eine... Ja fast schon tiefe Sehnsucht breit gemacht. Überraschenderweise nach meinem Exfreund. Wir sind schon 6 Jahre getrennt, waren 5 Jahre zusammen. Und diese Trennung habe ich auch gut verarbeitet (dachte ich). Plötzlich fehlt er mir - ich muss ständig an früher denken, an ihn und seine Familie, habe fast schon die verliebten Gefühle wieder. Höre Musik von früher. Und vermisse ihn, seine Familie und diese Zeit unfassbar. Es ist eine Sehnsucht, die mich fast zerreißt. Die von heute auf morgen kam, ohne Vorwarnung, und die ich wirklich nicht einordnen kann. Die kam, mit einer solchen Macht und Wirkung, dass ich einfach nicht weiß, was das soll.
    Ich hätte gerne Kontakt zu ihm und seiner Familie, wüsste gerne wie es ihnen allen geht, wie sie mittlerweile aussehen, was es neues gibt. Wäre gerne wieder Teil von ihnen. Würde gerne all die tollen Momente nochmal mit ihnen teilen.

    Fakt ist - Mein jetziger Freund ist etwas jünger als ich (4 Jahre) und manchmal merke ich das extrem. Momentan kann ich mit eine Zukunft mit ihm nicht vorstellen. Das klingt unglaublich hart, aber diesbezüglich gehen unsere Vorstellungen aktuell arg weit auseinander. Er studiert, weiß noch nicht so recht, wo das mal hingehen soll, was er mal machen will. Ich habe studiert, hab eine Ausbildung, verdiene Geld und will irgendwann Kinder. Diese Zukunft scheint mit meinem Freund unfassbar weit weg zu sein. Mein Exfreund und ich hatten immer die selben Visionen bezüglich unserer (gemeinsamen) Zukunft. Das ist mir aber erst neulich aufgefallen und es gab auch diesbezüglich keinen Anlass, der diese Gefühle in mir momentan hätte auslösen können.

    Das macht mich unsicher. Und traurig. Was kann das sein? Woher kommt die Sehnsucht? Ich will mich nicht trennen müssen von meinem jetzigen Freund, aber diese Gefühle machen mich so unsicher.

    Kennt das Jemand hier? Hat Jemand einen Rat? Ich bin wirklich verzweifelt.
    Würde mich über Antworten sehr freuen. Bitte nicht verurteilen.

    Ganz ganz liebe Grüße!

  2. #2
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
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    Hallo vio,

    von außen betrachtet klingt das erst mal nicht so dramatisch. Du schreibst, die Sehnsucht nach deinem Exfreund ist seit ein paar Tagen da. Vielleicht geht sie auch wieder nach einiger Zeit? Ich weiß nicht, ob du das kannst aber ich würde dir raten, diese Sehnsucht erst mal einfach anzunehmen und da sein zu lassen. Ich finde das nicht verwerflich und denke, dass es vielen Menschen so geht, dass Gedanken an frühere Lieben immer mal wieder präsent sind. Eigentlich finde ich das sogar schön.
    Es ist natürlich trotzdem interessant, wieso diese Gedanken nun so plötzlich aufploppen. Könnte das etwas mit der Situation rund um Corona zu tun haben? Hat sich euer Alltag und euer Zusammensein dadurch stark verändert? Oder habt ihr in letzter Zeit viel über die Zukunft gesprochen? Wie geht es dir ansonsten, unabhängig von der Beziehung? Fühlst du dich emotional stabil? Oder ging es dir in letzter Zeit schlechter/besser/ anders?

    Wie war das denn damals nach der Trennung von deinem Ex? Wieso habt ihr euch getrennt? Und wieso habt ihr keinen Kontakt mehr?

    LG!
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

  3. #3
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    Hallo

    Vielen Dank auf jeden Fall schon mal für deine schnelle Antwort!

    Du hast auf jeden Fall recht - auch, wenn ich echt zweifle und mich meinem Freund gegenüber richtig schlecht fühle deshalb. Ich lasse die Sehnsucht zu. Es geht auch gar nicht anders, weil das echt ein so starkes Gefühl ist, das ich aktuell gar nicht unterdrücken kann. Auch wenn Sehnsucht an sich nicht schön ist, die Erinnerungen an früher und das Gefühl, welches man dabei quasi nochmal durchlebt, sind umso schöner. Ich liebe diese Zeit mit meinem Exfreund, ich liebe unsere "Geschichte".

    Ob das ganze jetzt coronabedingt aufkommt... Kann schon sein. Diese ganze Situation macht mich nämlich wirklich sehr sehr unglücklich. Ich vermisse es, mein Leben leben zu können. Freunde zu treffen. Oder mal unbeschwert in die Stadt oder einfach nur Einkaufen zu gehen. Das fehlt mir total.
    Und ja, unser Alltag hat sich durch Corona stark verändert. Ich arbeite seit 6 Wochen nicht mehr, weil der Betrieb geschlossen ist und auch die nächsten Wochen, wenn nicht Monate, nicht öffnen wird. Bin also viel mehr zuhause. (Sonst bin ich 5-6 Tage die Woche mindestens von 14-23Uhr auf der Arbeit). Mein Freund studiert jetzt online, weil die Unis ja auch nicht offen sind - wir sind also quasi 24/7 beieinander.

    Und ja, auch da hast du einen sehr treffenden Punkt genannt - ich bin emotional/psychisch momentan wirklich alles andere als stabil. Vor dieser ganzen Corona-Zeit wurde ich Anfang des Jahres für 5 Wochen krank geschrieben - Burnout und Panikattacken. Auch wenn diese Zeit ohne Arbeit diesbezüglich wahrscheinlich sogar gut ist momentan. Ich hab das Gefühl, das noch lange nicht überwunden zu haben und zusätzlich macht mir wie oben beschrieben diese Corona-Zeit zu schaffen. Nicht aus Angst vor dem Virus, sondern weil ich mein Leben nicht richtig leben kann. (Das soll keineswegs egoistisch klingen. Ich weiß, dass das alle betrifft und dass es vielen vielen Leuten sicher noch viel schlechter geht als mir - bitte nicht falsch verstehen!)
    Also zusammengefasst: Mir ging es auf jeden Fall schon mal weitaus besser.

    Über die Zukunft gesprochen haben wir nicht, nein. Zumindest nicht mehr als sonst.

    Nach der Trennung von meinem Ex war soweit alles in Ordnung. Klar, ich war traurig, aber das hat sich schnell wieder beruhigt. Vielleicht sollte man dazu sagen, dass die Trennung nicht unerwartet kam und wir auch die Zeit davor keine schöne Beziehung hatten. Weshalb es auch die einzigst richtige Entscheidung war.
    Wir haben uns im Endeffekt getrennt, weil wir nach dem Abi wegen des Studiums zu weit auseinander gezogen sind. Da wir vorher schon 4 Jahre zusammen waren, dachten wir, dass wir das hinbekommen. Aber nach 1 Jahr Fernbeziehung, ging es dann nicht mehr.
    Wir haben uns in dieser Zeit extrem auseinander gelebt, hatten dann auch nicht mehr zur gleichen Zeit "freie Wochenenden", gegen Ende haben wir uns sogar nur noch 1-2 mal in der Woche geschrieben.
    Und dann haben wir uns noch einmal getroffen, um es auszusprechen, einfach damit es nicht so im Sand verläuft. Das ganze hat stattgefunden in beidseitigem Einvernehmen, und wir sind verblieben mit "Vielleicht irgendwann mal wieder, nur aktuell passt es leider nicht". Wir haben uns umarmt, also alles wirklich friedlich. Es war die einzigst richtige Entscheidung, denn wir mussten beide einen eigenen Weg gehen. Seitdem haben wir auch keinen Kontakt mehr, was mich bis vor kurzem auch nicht gestört hat.

  4. #4
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    Es gibt viele Beziehungen die sehr lange dauern (evtl. du jetzt mit deinem aktuellen Freund?), die nur deshalb so lange gut gehen, weil man sich nicht permanent sieht.
    Viele behaupten, das ist auch gut so.
    Ich, aus meiner Sicht, meine - es kommt drauf an welche Menschen zusammen leben. Es gibt solche und solche Beziehungen.

    Deshalb.
    Ich glaube die 4 wesentlichen Hinweise wurden schon bereits in den Texten gegeben:

    1) Stell dir vor dein aktueller Freund verlässt dich, und du bist ab morgen allein. Versuche dir das vorzustellen - ob du damit eher erleichtert bist, oder du ihn stark vermissen würdest.
    Damit bekommt man manchmal einen Hinweis darauf ob noch Gefühle für Ihn da sind (und bitte evtl finanzielle und lebenssituationelle Hintergründe dabei außer Acht lassen. Das kann man mit der Zeit regeln)

    2) Rosarote brille weg - Corona - ihr hockt aufeinander - dein Freund hat Marotten. Frage dich ob du die kommenden Jahre mit diesen Marotten leben kannst, oder ob es in eurer Beziehung nur funktioniert wenn ihr euch nur sehr begrenzt seht.
    Denke dabei auch an die guten Dinge und wäge ab.
    Hier trennen sich die Wege zwischen "ich bin verliebt in ihn (= Rosarote Brille)" und "ich liebe ihn" was eher einer tiefen Sehnsucht gleichkommt, und wo man lieber mit ihm zusammen ist, als dass einen die Marotten wirklich stören.
    Ohne wirkliche Liebe hat eine lange Beziehung meist kaum eine Chance darauf sich gut anzufühlen und gern lange mit jemandem zusammen zu sein.

    3) Du hast studiert und arbeitest nun und willst Kinder. Vielleicht kommt diese Sehnsucht von deiner inneren Biologischen Uhr die jetzt schreit "ich will jetzt Kinder haben, sonst ist es langsam zu spät" und unterbewusst kannst du es dir wie du ja schriebst mit deinem jetzigen Freund nicht vorstellen (vielleicht scheint er nicht so verantwortungsbewusst oder so)

    4) Du hattest mit deinem Ex damals eine "gute" Trennung und vieles hatte gepasst. Deshalb siehst du ihn ggf. als einen würdigen Vater.
    Was aber nicht heißen muss, dass ihr heute noch gut miteinander leben würdet.

    Ich kenne viele Details hier nat. nicht. Aber das könnten u.A. die Punkte der Gründe für deine Gefühlswelt sein.

    Die nächsten Schritte mußt du nun entscheiden.

  5. #5
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    wenn du vorher schon burnout hattest, dann kann dir jetzt im grunde nichts besseres passieren, als einige zeitlang zu hause zu bleiben, um dich zu sortieren, zu schauen, wo es vorher gefehlt hat und wie du dir dein leben vorstellst.. vielleicht ist die sehnsucht gerade deshalb bei dir, um dir aufzuzeigen, dass irgendwas in deinem leben fehlt und du das brauchst.. es muss nicht unbedingt der frühere freund sein.. es kann genauso gut sein, dass dir in der jetzigen beziehung etwas aufregung, abenteuerlust, neues zu erleben, fehlt.. erst recht in der coronakrise, in der das leben total verlangsamt ist.. hinzu kommt, dass dein jetziger partner und du 24 stunden am tag aufeinander hängt und ihr euch im grunde damit neu kennenlernt, weil weniger alltag da ist und mehr gemeinsam verbrachte zeit, die durchaus nervig werden kann, weil man plötzlich die macken des partners mitbekommt, die vorher nicht so ins gewicht fielen.. vielleicht überprüfst du mal, was in der vorigen beziehung drin war, das dir jetzt fehlt..

    meinem empfinden nach kann man gerade in so einer krise gut mit dem partner zusammen sein, spass haben und sich endlich mal zeit füreinander nehmen.. mit ein wenig fantasie kann man die zeit gut gestalten mit unternehmungen, die nicht alt hergebracht sind, sondern sich mal was einfallen lassen und neues erfinden.. oder auch sachen wieder entdecken, die man lange nicht getan hat.. ein federballspiel, ein fahrradausflug an eine schöne stelle.. einen romantischen nachmittag einplanen, an dem man sich mal wieder gegenseitig entdecken kann.. einen bilderabend machen, an dem man sich gegenseitig von der kindheit und jugend erzählt.. ein erotisches spiel erfinden, das man nur für sich selbst behält.. mal einen tanz gemeinsam einüben, auf youtube gibts mit sicherheit genug anleitungen dafür.. ein eis essen gehen und sich mal richtig in der stadt oder im ort umschauen, um sachen zu entdecken, die man im lärm des alltags übersehen hat.. dabei fotos machen.. eine gemeinsame wanderung unternehmen..

    und natürlich zeit getrennt von einander haben.. ein buch lesen, einen film sehen, den der andere nicht interessiert. sport treiben mit videos aus dem internet.. etwas basteln, stricken, reparieren.. sich hobbys widmen.. ist es denn nicht immer so, dass wenn man einen straffen alltag hat, man sich oft wünscht, endlich mal wieder zeit für etwas zu haben?

    und letztlich sich um sich selbst kümmern.. ein bisschen innenschau betreiben, ob man wirklich glücklich ist mit dem leben, das man führt.. gucken, was man besser machen kann, was man ändern kann.. prüfen, ob man in einem, fünf oder zehn jahren immer noch so leben will wie heute.. soweit ich das verstanden habe, bist du sowieso nicht besonders glücklich mit dem, was ist.. das ist also die beste gelegenheit, die du finden kannst..

    chrissihexe privat

  6. #6
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    Hallo ihr Lieben,
    Vielen lieben Dank für eure tollen Antworten und eure Mühen! Das finde ich so so lieb. Danke!
    Leider hab ich es nicht früher geschafft mich zu melden, aber ich werde mich bemühen, so gut es geht zu antworten.

    1) wenn ich mir vorstelle, dass mein aktueller Freund mich verlässt - bin ich auf jeden Fall traurig. Ich würde ihn auf jeden Fall vermissen. Und ich wäre traurig, wenn ich so zurück denke. Denn wir hatten natürlich auch tolle Zeiten. Und wenn das rum sein soll... Wäre das schon schlimm. Auf der anderen Seite habe ich genau diese Gedanken auch gerade bezüglich meines Exfreundes. Ich finde es super traurig, nicht mehr Teil dieser Familie zu sein und so viele tolle Dinge eben nicht mit ihm gemeinsam zu erleben.

    2) Bezüglich der Marotten - mit einigen kann ich gut leben. Bei der Tatsache, dass ich den Altersunterschied manchmal so stark merke, bin ich da unsicher. Ich wünsche mir, dass mein Partner mehr im Leben steht, Verantwortungsvoller ist. Eben etwas "Erwachsener".

    3) das mit der inneren Uhr kann ich bestätigen. Also ich bin jetz 27. Ich muss nicht JETZT Kinder bekommen, aber so in.. 3 Jahren wäre das schon mein Ziel. Mein Freund sieht das anders. Aktuell kann ich mir nicht mal vorstellen, dass er in 3 Jahren beruflich bzw. finanziell sicher aufgestellt ist. Und ich weiß, dass das bei meinem Exfreund definitiv anders ist. Dabei meine ich nicht, dass ich mir meinen Partner nach dem Geld aussuchen, um Gottes Willen. Aber ihr versteht sicher, was ich meine. Studentenleben vs. Sicher im Leben stehen eben.

    4) Natürlich ist es richtig. Ich habe ja nur das Bild meines Exfreundes von damals im Kopf. Aber es sind ja immerhin 6 Jahre vergangen - auch er wird Erfahrungen gemacht haben, sich weiter entwickelt haben (vielleicht ist er ja auch in einer Beziehung? Dieser Gedanke tut übrigens etwas weh)... Vielleicht würden wir jetzt überhaupt nicht mehr zueinander passen. Das ist eine ewige Frage, die ich mir stelle, und darauf werde ich wohl nie eine Antwort bekommen, wenn ich keinen Kontakt aufbaue... Aber das kann ich ja nicht bringen. Ich bin schließlich in einer Beziehung und kann/will meinen Freund nicht hintergehen.

    Und ja, liebe chrissihexe, das ist richtig. Dass ich aktuell nicht arbeiten muss, kommt mir tatsächlich zu Gute, zumindest bezüglich dieser Burnout-Sache. Und ja, ich vermisse vieles, von früher.
    Ich war freier, unbeschwerter, nicht so ängstlich und auch nicht eifersüchtig. Ich habe mich nicht aus Eifersucht selbst eingeschränkt. Ich hatte definitiv mehr Zeit für mich (mit meinem Exfreund habe ich noch nicht zusammen gewohnt) - auch bevor es dann zu einer Fernbeziehung wurde - und habe mich auch mit Freunden getroffen, ohne meinen Freund dabei zu haben. Ich hatte generell mehr Zeit (das liegt allerdings an meiner Arbeit), mehr Energie, weniger Stress und mehr Freude.

    Wir nehmen uns Zeit für uns aktuell (auch außerhalb der Wohnung, natürlich mit genügend Abstand zu anderen) und verbringen Zeiten auch mit getrennten Beschäftigungen. Allerdings sind wir dabei trotzdem beieinander.

    Und ja, du hast auch diesbezüglich recht, ich bin aktuell sehr unzufrieden. Auch abgesehen von dieser emotionalen Verwirrung. Ich habe durch meine Arbeit sehr viel verloren und aufgegeben, die Arbeitszeiten tun mir nicht gut, es artet langsam aus (daher ja auch das Burnout). Ich habe nahezu keine Freizeit mehr, keine Hobbies. Meine freie Zeit verbringe ich mit meinem Freund, was natürlich am Anfang der Beziehung vollkommen ausreichend ist, aber mittlerweile merke ich, dass es mich als eigenständige Person ja auch noch gibt. Aber ich habe nichts mehr, was ich wirklich für mich selbst und ganz alleine tue. Also ich weiß, dass ich mich beruflich auf jeden Fall umstrukturieren muss. Habe auch schon Ideen. Aber ich weiß nicht, ob das mit diesem Vermissen direkt zusammenhängt.
    Geändert von Vio92 (26.04.2020 um 00:24 Uhr)

  7. #7
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    Hallo Vio92,

    ich weiß nicht, ob dieser Beitrag noch präsent für dich ist, aber ich habe bisher die ganzen Kommentare gelesen und würde mich auch gerne dazu äußern. Ich hatte nämlich vor 3 Wochen die gleiche Situation, wie du sie hattest. Ich habe plötzlich an meinen Ex denken müssen, Verliebtheitsgefühle tauchten wieder auf und ich wusste nicht, wieso. Das fand ich letztendlich heraus, indem ich mit meinem Partner über die Problematik sprach. Bei uns lief es zu dem Zeitpunkt auch nicht gut und es kam beim Gespräch raus, dass mir etwas fehlte in der Beziehung, wodurch ich an meinen Ex dachte. Therapeutisch gesehen, bestand aber gar keine Basis, worauf die Verliebtsheitsgefühle basieren konnten - sprich, es gab keinen persönlichen Kontakt zu ihm, ich schwelgte also in Erinnerungen und verkörperte meine Gefühle - denn sie mussten irgendwo Ausdruck finden. Diese Erkenntnisse basieren auch auf einem Gespräch mit einer Therapeutin - weshalb ich sie auch hier reinschreibe

    Selbst wenn sich bei dir die Thematik geändert hat und du aktuell nichts mit diesen Infos anfangen kannst, hoffe ich dennoch, dass ich weiteren Lesern damit helfen konnte!

  8. #8
    Neuling
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    Hallo

    Vielen lieben Dank für diese Antwort!
    Ja, das Thema ist bei mir leider noch sehr präsent, es wird quasi tagtäglich schlimmer.

    Es klingt sehr plausibel, was du sagst. Mir fehlt tatsächlich einiges, bzw. mich stört einiges. Einerseits liegt das an den Marotten / der Art meines Freundes. Andererseits an meinem Gedankengut, welches mich total einschränkt und was ich früher so nicht hatte.
    Deshalb ja - vielleicht vermisse ich nicht meinen Exfreund an sich, sondern einfach "das Leben", so wie es damals war.

    Obwohl ich mit meinem Freund eigentlich über alles reden kann - das ist quasi ein Tabuthema. "Wenn man an Jemand anderen denkt, dann sollte man sich trennen". Da werde ich schwer weiter kommen.

    Ich habe Angst, dass ich ihn vielleicht wirklich gar nicht mehr liebe. Und mich trennen muss. Dieser Gedanke bricht mir das Herz. Aber auf der anderen Seite, müsste ich dann nicht mehr händeln, was mir Sorge macht.
    Dann denke ich wieder - Kommt man nicht mit jedem Partner irgendwann an diesen Punkt?

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