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Thema: Was, wenn die Psychotherapie selbst ein Grund für ein Trauma ist?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Was, wenn die Psychotherapie selbst ein Grund für ein Trauma ist?

    Psychotherapie bei Traumatisierungen mag gut und richtig sein. Was aber ist, wenn die Psychotherapie selbst ein Grund für ein Trauma ist?

    Mit 12 Jahren wurde ich erstmals zum Kinder- und Jugendpsychiater geschickt, weil die Streitigkeiten mit meiner Mutter immer weitere Ausmaße annahmen und auch in körperliche Gewalt umschlugen. Der Psychiater versuchte dann an mir herumzudoktern. Dass meine Mutter überlastet war und mich deswegen immer häufiger anherrschte sah er nicht oder wollte er nicht sehen. Für mich war diese "Therapie" initial für meine Ablehnung von Psychofachleuten. In den 90er Jahren gab es dann viele Talkshows im Fernsehen. Als Heranwachsender machte es mich kirre, wenn ein Psychologe oder Psychiater "Tipps" oder "Ratschläge" gab.

    Zu Beginn meines Studiums ging ich zum Psychologischen Dienst der Universität, brach nach den Gesprächen zusammen und konnte erst einmal nicht weiter studieren. Auch der Versuch - trotz meiner schlechten Erfahrungen - bei verschiedenen Psychotherapeuten Gehör zu finden scheiterte. Nicht zuletzt wegen dieser miesen Erfahrungen musste ich mein Studium endgültig aufgeben.

    Heute kann ich mir so gar nicht mehr vorstellen, was ein Besuch beim Psychotherapeuten noch bringen soll. Anderseits bin ich schwer depressiv (und traumatisiert). Meine schlechten Erfahrungen mit Psychotherapie sind eine riesige Hemmschwelle, um es noch mal damit zu versuchen. Zwar bin ich derzeit in verhaltenstherapeutischer Behandlung, aber so richtig kommt nichts mehr rüber. Also was machen?

  2. #2
    Neuling
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    Hallo citsch,

    das ist natürlich ein Problem wenn man Hilfe benötigt, diese aber nicht annehmen kann. Jedenfalls nicht von den Menschen die im Normalfall helfen (Psychologen etc.).
    Wichtig ist ja eigentlich das du über alles reden kannst, dich verstanden und unterstützt fühlst, oder?
    Hast du es mal mit einer anderen Berufsgruppe versucht die nichts mit Therapeuten zu tun hat?
    Ich meine z.B. den Pfarrer eurer Gemeinde.
    Vielleicht könntest du dich bei ihm öffnen, vielleicht wäre dort deine ablehnende Haltung nicht so präsent?!

    Ich wünsche dir alles Gute!

  3. #3
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Selbsthilfegruppe...........?

  4. #4
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    Zitat Zitat von citsch Beitrag anzeigen
    . Zwar bin ich derzeit in verhaltenstherapeutischer Behandlung, aber so richtig kommt nichts mehr rüber. Also was machen?
    Meinst du von dir oder des Therapeuten? Ich würde das ansprechen, wenn dir die Therapie nichts mehr bringt.

    Sei gütig, denn alle Menschen, denen du begegnest, kämpfen einen schweren Kampf.

    „Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: es allen recht machen zu wollen“
    Platon (427 - 348 od. 347 v. Chr.)


  5. #5
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    Hallo citsch!

    Ich kann dich gut verstehen. Ich habe auch sehr viele negative Erfahrungen gemacht. Man muss sehr genau auswählen, wem man sich anvertraut. Die Gefahr der Traumatisierung udn Retraumatisierung in einer Therapie ist latent vorhanden, aber leider ein Tabuthema und die allermeisten "Fachleute" sehen sich als unantastbar.
    Es gibt ein paar Kriterien, nach denen man auswählen kann und das wichtigste ist, dass du der Person vertraust und dich wohlfühlst. Generell kannst du 5 Sitzungen machen und dann entscheiden, ob es passt oder du weiterschauen willst. Wenn ein Therapeut nach dem ersten Gespräch schon drängelt, ist das für mich ein Alarmzeichen. Ebenfalls, wenn er auf kritische Fragen pikiert reagiert, sich nicht in die Karten schauen lassen will und nicht auf Augenhöhe ist.

    Zitat Zitat von citsch Beitrag anzeigen
    Zwar bin ich derzeit in verhaltenstherapeutischer Behandlung, aber so richtig kommt nichts mehr rüber. Also was machen?
    Vielleicht nach jemand neuem schauen? Es muss persönlich passen, sonst passiert nichts in der Therapie.
    Generell würde ich sagen, es lohnt sich, nach jemand passendem zu suchen. Wenn man diesen jenigen gefunden hat, kann Psychotherapie sehr viel bewirken!

    Alles Gute und liebe Grüße
    schwarzerEngel

  6. #6
    Neuling
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    Zitat Zitat von schwarzerEngel Beitrag anzeigen
    Vielleicht nach jemand neuem schauen? Es muss persönlich passen, sonst passiert nichts in der Therapie.
    Generell würde ich sagen, es lohnt sich, nach jemand passendem zu suchen. Wenn man diesen jenigen gefunden hat, kann Psychotherapie sehr viel bewirken!
    Ja, da hilft wohl wirklich nur zu Suchen. Mittlerweile ist es ja auch nicht mehr so, dass ich mir bei Fehlschlägen groß Gedanken mache. Das war als Heranwachsender und junger Erwachsener anders.

    @Kräuterbiene
    Ich bin Agnostiker. Also nicht religiös. Ein Pfarrer kommt daher eher nicht in Frage.

    @Mirjam
    Die nächste Stadt, in der es Selbsthilfegruppen für mich gibt, ist etwa 70 Kilometer entfernt. In meiner Stadt finde ich keine...

    @Ibwh1968
    Ich habe einfach nicht das Gefühl, dass die Therapeutin mir was bringt. Naja, ich hatte auch gerade mal fünf Sitzungen...

  7. #7
    Neuling
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    Gerade ein Trauma bringt Menschen dazu, jene abzulehnen die einen helfen wollen. Ein Trauma will nicht bearbeitet werden, es fürchtet erneute Schäden, Verletzungen etc. Such dir ein Therapeuten der/die dir wirklich zusagt

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