Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Welchen Wert empfinden meine Freunde am Saufen und in Verbindung mit Freunschaft?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    30.07.2017
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    8 mal in 1 Beitrag bedankt

    Standard Welchen Wert empfinden meine Freunde am Saufen und in Verbindung mit Freunschaft?

    Hallo lieber Leser,

    ich weiß gar nicht, ob das ganz eine Frage oder nur eine Schilderung sein soll und ich euren Rat brauche. Der Vollständigkeit halber bin ich ein 18 Jahre alter junger Mann und habe gestern an einer kleinen Party teilgenommen. Ich bin introvertiert und empfinde eigentlich nicht so viel Spaß an solchen gesellschaftlichen Feierlichkeiten. Aber da wir unter fünf Freunden und Klassenkameraden waren, wollte ich ein mal nicht negativ herausstechen, als derjenige (ich zitiere) "der dauernd nur Zuhause gammelt und am PC hockt und nichts erlebt". Ich nehme diese Wörter eigentlich niemals ernst, da ich weiß, dass ich Zuhause sehr viel zufriedener bin und es produktiver finde, als dass, was meine "Freunde" als cool und richtig empfinden. Doch was mich wundert, was bringt sie zu diesem Gedanken, dass man ein besserer und offener Mensch ist, wenn man sich wahrlich nur mit Alkohol besäuft und miteinander redet. Ist das denn nicht abwertender als vor dem Computer zu sitzen und Tätigkeiten zu erledigen oder technische Interessen zu nachzugehen? (Achtung, falls ihr denkt ich bin ein Gamer: Ich spiele Videospiele nur ab und zu. Selbst wenn, würde ich es niemals als abwertend bezeichnen, wie es meine Freunde tun würden.) Nur zur Information, deren Ziel ist es nicht, sich in kürzester Zeit ins Koma abzuschießen, sondern erst über ein paar Stunden mit viel asozialen Unterhaltungen am Tischkreis. Von der Umgebung will ich erst gar nicht anfangen. Ich bin ordentlich und alles hat seine Position und seinen Ablauf, so etwas ekliges wie der Partykeller war lediglich asozial, wie das Wohnverhältnis vom Gastgeber. Ich will keinesfalls beleidigend wirken, aber nun ja... Denken diese Menschen wirklich, dass diese bescheurten Aktionen diese sogenannten Jugenderinnerungen sind, die man lieber erlebt haben sollte, bevor man alt wird? Was ist daran so erfolgreich und ansehnlich eine Glasflasche, wie jede normale andere auch, gefüllt mit Wasser, Gerste und anderem Zeugs zu trinken?

    Vor allem setzen sie sich gegenseitig in eine Wettbewerbssituation. Zum Beispiel mit Wörtern wie "P&ssy, du Looser, na bist du schon Müde [...] wir haben ja auch 3x mehr als du getrunken. Selbst die Mutter von einem Klassenkamerad hat zwischendurch mitgemacht mit Sprüchen wie: "Das ist ein Mädchen, der kriegt nicht viel mehr runter als zwei Shots." Haben diese Menschen keine Hobbys woran sie Spaß haben können? Was bringt sie zu dem Gedanken, dass das diese Art von Feiern cool ist? Wieso empfinden sie das? Bei wem wollen sie eine Scheibe abschneiden? Bei der erwachsenen Mutter, die selbst ausschaut wie ein Junkie? (Entschuldigung) Fällt es niemandem auf, wie skuril sie alle miteinander sind? Immer wieder reden wie etwas mit Freundschaft, dabei sind die doch diejenigen die so viel Sachen tun, die sich widerspiegeln. Alles aufzuzählen kommt bei langem nicht so verständlich rüber, wie wenn man es selbst erlebt. Denkt euch einfach aus wie es ist. Selbst deren Lifestyle ist davon geprägt. Bin ich zynisch? Bin ich fehl am Platz? Bin ich der Schuldige? Ich finde es cool, wenn man etwas will und erreicht. So überlege ich mir, den Kontakt abzubrechen. Was ist bloß falsch mit mir? Sind sie diejenigen, die einfach nur falsch sind oder bin ich es, der nichts von Freundschaft oder Leben versteht? Ich brauche euren Rat.

  2. Die folgenden 8 Benutzer bedankten sich bei GeraltDerHexer für den sinnvollen Beitrag:

    AllesimEimer-ErdbeerZitrone (25.03.2018),arandmaisfore (09.11.2017),ismiai (12.08.2017),kpapikedani (05.02.2018),lebelwave (07.09.2017),nschlinkvinc (30.10.2017),sometimes (17.12.2017)

  3. #2
    Sith of Dagger
    Gast

    Standard

    Hallo erstmal,

    ich kenne deine Situation schon etwas. Ich bin 19, auch eher introvertiert und mag gesellschaftliche Feierlichkeiten auch nicht, höchstens unter wenigen Freunden. Zuhause rumhängen oder draußen in der Natur chillen tu ich allemal lieber als feiern zu gehen oder sich woanders komplett zu besaufen, meine Freunde sehen dies genau so.

    Der Grund ist meiner Erfahrung nach folgender: Die Leute haben einfach nichts besseres zu tun. Ich kenne niemanden, der Hobbys hat UND sich jedes Wochenende bis zum geht nicht mehr mit Alkohol zuschüttet.
    Wenn du nichts zu tun hast, besaufst du dich Freitag abends und liegst den nächsten Tag nur im Bett rum, abends geht's wieder zum saufen.
    Es fehlt an Anstoß sinnvollere Dinge zu tun, deshalb bleibt zu viel Freizeit.

  4. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Sith of Dagger für den sinnvollen Beitrag:

    ismiai (12.08.2017),lebelwave (07.09.2017)

  5. #3
    Cailynn
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von GeraltDerHexer Beitrag anzeigen
    Was ist bloß falsch mit mir? Sind sie diejenigen, die einfach nur falsch sind oder bin ich es, der nichts von Freundschaft oder Leben versteht? Ich brauche euren Rat.
    Mit dir ist überhaupt nichts falsch. Du bist so wie du bist, und genau so bist du in Ordnung.

    Ich kenne dein Problem auch sehr gut. Ich bin 21, die meisten meiner Freunde (bis auf wenige Ausnahmen) haben auch nichts anderes im Kopf als jedes WE Party zu machen, Alkohol zu trinken bis sie kotzen und vulgäre Gespräche zu führen. Am nächsten Tag jammern sie dann wie schlecht es ihnen geht und am nächsten WE geht es dann wieder von vorne los.

    Ich habe mich von diesen Freunden ein bisschen zurück gezogen weil ich ernstere Probleme habe als die nächstbeste Party zu rocken und auch andere Dinge im Kopf habe, es ist nicht mein Lebensinhalt.
    Ich denke, dass hat einfach was mit der persönlichen Reife zu tun. Alkohol ist ja eine gesellschaftlich akzeptierte Droge und sie zu konsumieren, möglichst "trinkfest" zu sein, ist ein Statussymbol. Dann ist man cool, man hält viel aus. Grade wenn man wie wir jung ist, noch keine Verantwortung für andere hat (z.B. Kinder) ist es vielen wichtig, ein möglichst hohes Ansehen im Freundeskreis zu haben.

    Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir einen Freundeskreis aufbaue, der eher auf meiner Wellenlänge liegt. Ich bin gerne in Gesellschaft und finde es auch nicht schlimm zu feiern. Auch stört es mich nicht wenn jemand mal was trinkt. Ich komme aber nur schlecht damit zurecht wenn Trinken über das gesellschaftliche Zusammensein hinaus geht und zum Kultsymbol wird, an dem man seinen persönlichen Status hochzieht.
    Lustige Erlebnisse, spontane und verrückte Dinge, gute Stimmung, all das erlebe ich auch und das - oh siehe mal an - auch ohne Alkohol. Ich bin auch absolut kein Party- oder Discogänger, war ich noch nie. Ich bevorzuge auch eher eine gemütliche Runde am Lagerfeuer, am Grill, mit meinen Freunden. Gehe lieber in die Stadt ins Cafe, ins Kino, in den Wald spazieren, auf Mittelaltermärke und ähnliches.
    Ich denke das ist okay. Es gibt kein Richtig und Falsch...es gibt nur einen passenden Freundeskreis oder einen, der nicht gut passt.

    Ich persönlich trinke gar keinen Alkohol. Klar habe ich als Teenager auch mal probiert... ich habe aber ganz schnell gemerkt dass mir das Zeug nicht schmeckt, ich es nicht vertrage und es dann gelassen. Ausserdem macht mir die Wirkung von zu viel Alkohol Angst. Denn mein Vater war Alkoholiker und ich weiss, was Alkohol aus einem Menschen machen kann. Für mich ist das einfach nichts...

    Leider muss ich mir aber auch immer wieder von Bekannten oder ja, sogar von meinen Onkels dumme Sprüche anhören wie: "Wie, du trinkst nicht? Was ist denn mit dir los?" oder "Was stimmt mit dir nicht?"...


    .........ich frage mich dann immer, was stimmt mit anderen nicht, wenn sie es normal finden, sich zu betrinken? Alles wohl eine Sache der Perspektive
    Wenn ich sage, ich esse keinen Fisch, findet das niemand komisch. Wenn ich sage, ich trinke keinen Alkohol und mag Partys nicht, werde ich immer beäugt als hätte ich gerade erzählt das ich vom Planeten Venus stamme.

    Darum....mache dir keinen Kopf, bleib dir da treu und suche dir Menschen, die dich so nehmen wie du bist

  6. Die folgenden 7 Benutzer bedankten sich bei Cailynn für den sinnvollen Beitrag:

    AllesimEimer-ErdbeerZitrone (25.03.2018),arandmaisfore (09.11.2017),ismiai (12.08.2017),kpapikedani (05.02.2018),lebelwave (07.09.2017),nschlinkvinc (30.10.2017)

  7. #4
    Ifollowyou
    Gast

    Standard

    Hallo,
    erstmal, ich wollte schon früher antworten, kam aber nicht dazu, entschuldige

    Ich bin vor 3 Monaten 16 geworden und habe auch sowas gehört wie: Trink mal was du...

    Ich trinke nicht gerne, klar ab und zu ein Bier, das geht, aber nie zum "Filmriss", wie manche aus meinem Freundeskreis, die das ständig machten und machen.

    Ich wollte nicht trinken, da ich damals noch nicht erfahren war, was Alkohol angeht und es schmeckte auch nicht. Und dann kamen auch so Sätze, dass ich keine ... sein solle.

    Auch würde mir unterstellt, ich säße nur zu Hause und würde nie was im Leben erleben, wenn ich so weiter machen würde.

    Und ich war da 15, was mir so auf die Nerven ging, was soll ich denn mit 15 machen? Ich war und bin auch ein Typ, der gerne zu Hause ist, anstatt raus zu gehen, vorallem, wenn ich mich mit vielen Leuten treffe.

    Als ich das gleiche Gerede zum x-ten Mal hörte, habe ich gesagt, sie sollen es bitte lassen und mich so akzeptieren wie ich bin.

    Ich mag meinen Freundeskreis, klein aber fein, und wollte mich nicht von ihnen distanzieren und habe einfach offen darüber gesprochen, es war nicht leicht, aber es müsste raus.

    Du bist so wie du bist und das ist gut so. Ich würde mich zu nichts zwingen.

    Mfg

    Ify

  8. #5
    Gesperrt
    Registriert seit
    24.11.2013
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    591
    Danke
    32
    84 mal in 54 Beiträgen bedankt

    Standard

    Du könntest Ich sein, auch ein Ex Kumpel von mir, (kein 100% Säufer) aber jedes Mal wenn wir uns treffen kommt dann von ihm "lass mal bier holen" "lass mal bier kaufen", "lade mich zu einem Bier ein", dann gebe ich ihm 5€ er kauft bier und gibt Restgeld einem Obdachlosen, mein Kumpel selbst ist Hartz IV bezieher, ich arbeite aber derzeit, und er glaubt dass Geld vom Himmel fällt, und nicht dass man dafür arbeiten muss.

    Auch verlangt er vom Arbeitsamt, dass dieses ihm eine Umschulung und Qualifizierung bezahlt, sonst macht er "Harzen", so war seine Einstellung ich ich empfunden habe, von ihm kam wenig außer Bewerbungen um einen Aubildungsplatz im Alter von 30 zu schreiben.

  9. #6
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
    Registriert seit
    10.11.2017
    Beiträge
    3.427
    Danke
    1.307
    2.356 mal in 1.445 Beiträgen bedankt

    Standard

    Der Thread ist schon älter, aber ich würde gerne noch eine weitere Perspektive mit einbringen.

    Ich selbst bin auch eher ein introvertierter Mensch, der gerne in der Natur oder alleine ist und gute Gespräche schätzt. Allerdings gehe ich dennoch gerne feiern.

    Situationen, wie im Ausgangspost geschrieben, in welchen andere zum Alkohol trinken genötigt werden oder gar als "Mädchen" (traurig, dass das als Abwertung benutzt wird) bezeichnet werden, da sie vermeintlich weniger trinkfest sind, finde ich natürlich auch nicht gut.
    Wenn Menschen ohne Drogen (beinhaltet auch Alkohol) feiern können, finde ich das toll und beneidenswert, ich schaffe das leider nicht. Wenn manche Menschen kein Interesse an feiern haben, finde ich das auch völlig in Ordnung. Ich empfinde es als sehr befreiend, gelegentlich die Fesseln der Zivilisation abzulegen und mich "gehen zu lassen". Mir macht es einfach sehr viel Spaß zu tanzen, verrückte Gespräche zu führen, neue Leute kennenzulernen, ein wenig zu flirten. Nüchtern bin ich dafür leider zu gehemmt, was natürlich traurig ist und der beste Weg wäre sicher, an dieser Hemmung zu arbeiten. Mit dem älter werden wird es auch besser und die Hemmung nimmt ab, dennoch ist es ein großer Unterschied für mich, meine Realität durch Hilfsmittel zu verändern. Ich empfinde diese Bewusstseinsveränderung als spannend und auch teilweise bereichernd.

    Ich denke entscheidend an der ganzen Sache ist der Spaß. Wenn es einem Spaß macht, haben diese Situationen einen Sinn. Auch der Gemeinschaftsgeist, das Miteinander, darf nicht unterschätzt werden. Ohne Spaß wirkt es skurril, langweilig, unangenehm. Eine Frage der Intelligenz ist es meiner Meinung nach nicht, da ich auch sehr intelligente Menschen kenne, die regelmäßig feiern gehen. Allerdings gibt es auch zwischen unterschiedlichen Diskotheken/ Clubs und auch privaten Parties große Unterschiede. Auf manchen Parties fühle ich mich auch extrem unwohl und unpassend, auf anderen hingegen (auf denen die Menschen tendenziell weniger oberflächlich und aufgebrezelt sind) habe ich großen Spaß. Und ja, einige Feiern aus der Vergangenheit sind zu wichtigen Erinnerungen für mich geworden.

Ähnliche Themen

  1. Meine Mutter und meine negativ behaftete Verbindung zu ihr
    Von jumba im Forum Familie & Erziehung
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 30.05.2017, 16:28
  2. Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 26.10.2014, 10:34
  3. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 24.10.2014, 06:47
  4. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.10.2014, 06:47
  5. Welchen Wert hat diese Freundschaft ?
    Von louis8 im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 03.01.2012, 22:40

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •