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Thema: Wenn mein Partner nicht bekommt was er will wird er trotzig oder unglücklich...

  1. #1
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    Standard Wenn mein Partner nicht bekommt was er will wird er trotzig oder unglücklich...

    Hey ihr Lieben,

    ich möchte mir mal etwas von der Seele schreiben...vllt. erhoffe ich mir auch Austausch und/oder Rat. Vieleicht hat jemand auch schon ähnliches in seiner Partnerschaft durchlebt und kann mir seine Erfahrungen schildern...

    Mich beschäftigt ein Thema in meiner Partnerschaft sehr; und zwar geht es darum, dass mein 26 jähriger Partner oftmals seinen Willen durchbekommen möchte, wenn ich damit aber nicht einverstanden bin es so hinstellt als sei ich diejenige die trotzig und bockig an ihrer Meinung festhält.

    Zum Beispiel hatte er vor einem Jahr mehrere tausend Euro Kreditkartenschulden; dies hat unsere Beziehung sehr belastet, da ich öfters die Einkäufe für uns von meinem Geld bezahlen musste, er sich Geld von mir leihen musste und er sich dadurch dann minderwertig gefühlt hat, auch weil er mir keine Geschenke machen konnte. Wir haben uns also zusammengesetzt und er hat von sich aus gesagt, dass er die Schulden gerne weg hätte weil sie ihn sehr belasten...ich habe ihn dann immer mal wenn er sich etwas unnötiges gekauft hat, oder wieder mal Geld in Essen unterwegs investiert hat obwohl wir einen vollen Kühlschrank zu Hause haben daran erinnert, dass das Geld besser auf seinem Konto angelegt wäre...er wurde dann jedes Mal wütend und hat abgeblockt. Mittlerweile nach einem Jahr hat er die Schulden nun abbezahlt, aber es war für ihn ein harter Weg und es hätte nicht so lange dauern müssen, wenn er nicht andauernd das Bedürfnis hätte sich etwas gönnen zu müssen (Skiequipment im Wert von mehreren hundert Euro...).

    Des Weiteren möchte er unbedingt einen Hund. Ich mag Hunde, aber aktuell passt es aus mehreren Gründen m.E. nicht in unser Leben. Zum einen arbeiten wir beide Vollzeit von morgens um 9 bis abends um 5 oder gar 6; wir haben nicht die Möglichkeit den Hund mit auf die Arbeit zu nehmen und leben in einer Wohnung mit Balkon, aber das hilft dem Hund ja auch nicht wirklich. Darüber hinaus hat er gerade seine Schulden abbezahlt und nun möchte ich nicht schon die nächste Verpflichtung haben. Wir wollen auch etwas Reisen und im Winter ist er Skicoach und von daher wäre ich diejenige die sich dann an den Wochenenden komplett um den Hund kümmern müsste. Ich habe ihm gesagt...Hund, gerne eines Tages wenn wir den entsprechenden Lebensstil pflegen um dem Tier ein artgerechtes Zuhause zu bieten. Er möchte nämlich auch keinen kleinen Hund sondern einen grossen. Obwohl ich meine Argumentation als sehr verständlich empfinde stellt er es nun so hin als wäre ICH diejenige die ihn von dem Glück einen Hund zu besitzen abhält. Bei jeder Gelegenheit mag er mich darauf hinweisen, wie schön es doch wäre einen Hund zu haben und was man mit ihm alles machen könnte etc.

    Nächster "Brenn"punkt...Haushalt. Mir ist bewusst, dass jeder ein unterschiedliches Bedürfnis von Reinheit und Ordnung hat und dass man hierbei durchaus auch Kompromisse finden kann. Anfänglich hatten wir die unausgesprochene Regelung...wer kocht braucht sich um den Abwasch nicht zu kümmern. Das hat die ersten Monate auch wunderbar funktioniert...und dann wurde der Abwasch nurnoch zum Einweichen in die Spüle gestellt und dort stehengelassen. Auch die Wäsche wird nicht in den Wäschekorb geworfen, sondern darum verteilt. Und die (von mir) frisch gewaschene Wäsche landet auf dem Boden neben der Dreckwäsche wenn ich sie nicht in den Schrank räume. Spreche ich ihn darauf an räumt er es entweder widerwillig weg oder er sagt mir ich sei nicht seine Mutter und er macht es halt später....(nicht).

    Körperhygiene: Aus welchen Gründen auch immer hat er irgendwann angefangen sich die Zähne nicht mehr richtig zu putzen. Und er hat schöne weise Zähne. Es war eine Phase wo wir abends immer einen Film geschaut haben, mit Eis und Naschereien und es dann auch mal später wurde...habe mir anfangs nicht zu viel dabei gedacht...aber als er dann anfing sich auch am nächsten Morgen nicht die Zähne zu putzen und der Mundgeruch nicht gerade appetitlich war, habe ich es mal angesprochen. Der Erfolg blieb aus...er behielt dieses Verhalten bei. Mal putzt er sich die Zähne...vor allem wenn es um den Sex geht (ich Glückliche) Aber an einigen Tagen halt nicht und es ist auch schon Freunden aufgefallen dass er Mundgeruch entwickelt. Wenn ich ihn darauf anspreche sich doch bitte die Zähne zu putzen wiel ich ihn sonst nicht küssen mag dann wird er auch hier trotzig und meint er mache das schon ich sei nicht seine Mutter. Ansonsten achtet er sehr darauf, dass frisch geduscht wird...ich weiss nur nicht was das mit den Zähnen soll...

    Wir sind gerade aufgrund der covid19 krise arbeitslos und bekommen Unterstützung vom Staat, mieten die Wohnung seiner Eltern und ich wollte diesen nun die Miete überweisen, was er nicht wollte. Und zwar aus dem Grund, dass er sein Geld lieber in ein Boot investieren möchte das er sich schon so lange wünscht...obwohl das Mietgeld den Eltern zusteht. Diese würden natürlich niemals direkt danach fragen oder ihren Sohn in finanzielles Unbehagen stürzen... Dazu muss ich sagen, dass wir uns aufgrund des Lockdowns eine Spielkonsole gekauft haben um uns die Zeit etwas bunter zu machen. Aber natürlich musste er auch gleich für 500,- einen riesigen Fernseher dazukaufen und dann 2 Wochen später noch eine weitere Konsole mit Spielen. Ich finde das unfair seinen Eltern gegenüber...aber er möchte nichtmal dass ich meinen Teil der Miete zahle weil ihn das nicht gut aussehen lässt.

    Nun möchte ich meinen Freund hier nicht als totale negative Person darstellen! Das liegt mir fern...es gibt auch viele Dinge die ich nicht zu 100% mache und er übernimmt, wir sind nicht perfekt und doch gibt diese Beziehung unglaublich viel. Aber es ist auch Arbeit. Und ich habe Arbeit noch nie gescheut. Nur er rennt vor einer Auseinandersetzung oder Kritik davon...wird mürrisch, wütend und manchmal sogar fies.

    Manchmal muss ich schmunzeln und frage mich ob Eltern das mit ihren Teenagern ähnlich empfinden

    Ich frage mich nun allerdings was ich an der Gesamtsituation ändern kann. Offensichtlich empfindet er jegliche Kritik als ein Eingreifen in seine Privatsphäre die er dann verteidigt. Ich bin nicht seine Mama und möchte diese Rolle auch weissgott nicht einnehmen. Wenn jemand allerdings so sehr die kindliche Rolle einimmt, übernehme ich automatisch die erwachsenere Position...ich wünschte mir dass er mal sehen würde dass es viel stressfreier laufen würde, wenn er für bestimmte Dinge einfach Verantwortung übernehmen würde.

    Ich fühle mich als sei ich immer für den unangenehmen, vernünftigen Part verantwortlich weil er vor dieser Aufgabe wegläuft und dann verbindet er mich auch noch mit dem Unangenehmen "Immer sagst Du nein"..."Immer musst Du recht haben" "Es muss immer nach Dir gehen"... das ist doch irgendwie nicht fair!?

    Ich weiss, dass er in seiner Kindheit einen sehr bestimmenden kontrollierenden Vater hat unter dessen "Herschaft" er auch lange gelitten hat. Auf der anderen Seite war er das Lieblingskind unter 3 Geschwistern und es wurde versucht ihm alles recht zu machen, solange er die Wünsche des Vaters erfüllte. Somit ist er zum einen Druck und Widerstand gewohnt...zum anderen aber auch andauernd seinen Willen zu bekommen und ziemlich verwöhnt zu sein. Von daher habe ich wirklich absolut keine Ahnung wie ich da auf erwachsene Weise zu einem besseren Zusammenleben komme.

  2. #2
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    Danke für Deine Offenheit. Ich musste grinsen. Stimmt, das alles ist nicht fair und es ist um so verblüffender, dass man sich scheinbar immer die Partner sucht, mit dem man solche "Spielchen" spielen kann. Ein Gesetz des Lebens scheint zu sein, dass man sich Partner sucht, an denen man wachsen MUSS.

    Du möchtest die Dinge richtig machen, möchtest ihm helfen, ihn unterstützen. Aber genau damit nimmst Du ihm gegenüber eine Position ein, die auf Stress hinaus läuft. Du hast manche Dinge besser drauf wie er, vielleicht hat er auch so einiges besser drauf wie Du. Aber muss das automatisch heißen, dass Du seinen Job machen musst? Sprich Deine Punkte an. Wenn er nicht mit Geld umgehen kann (und das kann er offensichtlich nicht), dann ist es nicht Deine Aufgabe, das zu regeln, sondern seine. Wenn er euch finanziell in den Abgrund reitet, wie könnte man das verhindern? Er bekommt ein eigenes Konto mit nur einem bestimmten Betrag? Wenn er mit keiner Regelung einverstanden ist und selbst keine gangbare Lösung findet, dann muss die Frage erlaubt sein, warum er Dich diesem Risiko aussetzt? Mit Verantwortung hat das nicht mehr viel zu tun.

    Wie Du zu einem besseren Zusammenleben kommst? Wie realistisch schätzt Du ihn ein? Glaubst Du, dass er sich in absehbarer Zeit in diesen wichtigen Punkten weiter entwickeln kann? Wenn nicht, muss man ihm kommunizieren, dass er damit seine Beziehung aufs Spiel setzt. Es kann nicht angehen, dass seine Konsumsucht Dich so in Schwierigkeiten bringt. Die Zeit, in der er Papi´s kleiner Junge sein musste und sein konnte ist nun mal vorbei

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    Tinnuviel (26.04.2020)

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    fangen wir mal mit dem haushalt an.. kauft euch einen geschirrspüler, das nimmt viel zündstoff raus.. lass die wäsche von ihm doch einfach mal auf seiner seite des bettes liegen und wasche sie nicht.. schliesslich bist du nicht sein mama..

    das liebe geld.. ich an deiner stelle würde deinen anteil an der miete zahlen, egal wie ihn das aussehen lässt.. in einer anderen wohnung könnte er auch nicht einfach die miete schuldig bleiben und dich lässt es bei deinen schwiegereltern ziemlich blöd aussehen, wenn du dich durch "nassauerst".. was meinem empfinden nach für dich ebenfalls wichtig ist, ist einen teil des geldes, das du verdienst, auf die seite zu legen.. pack dir eine reserve weg, die du verwenden kannst, wenn ihr euch trennen solltet und pack nicht einfach alles geld in eure beziehung, nur weil dein partner der meinung ist, ihm müsse alles zufliegen.. die wahrscheinlichkeit, dass du aus der wohnung ausziehen musst, wenn ihr euch trennt, ist gross, als sorg dafür, dass du das kannst, ohne grössere probleme zu kriegen.. ein paar monatsmieten kaution und eine miete sowie ein gewisses maß an geld, um strom usw bezahlen zu können und für lebensmittel.. begründen kannst du das immer noch damit, dass dein partner dir keine sicherheit bietet und das geld rauswirft, so dass du ohne was da stehst, wenn eine trennung anstünde..

    ich kenne seine seite nicht, aber es klingt, als wäre dein partner ein ziemlich verwöhnter mann, der nie gelernt hat, für sich selbst zu sorgen und gewohnt ist, alles zu kriegen, was er will.. ich denke, es wäre gut, sich mal mit ihm zusammen zu setzen, in einer ruhigen stunde und dich mit ihm darüber zu unterhalten, wie es finanziell bei euch weiter gehen soll. geld ist nicht alles, aber es ist wichtig, um überleben zu können.. wenn ihr mal kinder haben wollt, brauchst du einen partner, der das geld für die windeln statt einen neuen computer verwendet.. der verantwortungsbewusst damit umgeht und es nicht einfach irgendwo raushaut. wenn er das jetzt schon nicht kann, kann er es wahrscheinlich erst recht nicht, wenn er zugunsten anderer auf etwas verzichten soll..

    ich denke, es wäre auch gut für dich, drüber nachzudenken, ob die positiven seiten, die er hat, die negativen überwiegen und ob die liebe gross genug ist, das auf die dauer mitzumachen.. ein punkt wäre dann auch die kritikfähigkeit und die bereitschaft, an etwas zu arbeiten, das euch beide unglücklich macht.. vielleicht wäre es gut, euch einen partnertherapeuten zu suchen, der euch hilft.. ich weiss, das klingt ein bisschen radikal, aber wenn du ihn wirklich von herzen liebt, dann ist es ein sinnvoller schritt, die probleme zu klären, die euch auseinander bringen könnten..

    chrissihexe privat
    Geändert von chrissihexe (26.04.2020 um 16:08 Uhr) Grund: nachsatz vergessen

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    Tinnuviel (26.04.2020)

  6. #4
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    Als erstes,

    zu GrayBear: Ich hatte mal die seltene Gelegenheit eine Beziehung als dritter Aussenstehernder mit zu erleben, die (zumindest meines groben Wissens nach) nicht all diese Reibereipunkt hatte.
    Die beiden Partner waren harmonisch zu einander, haben fast nie gestritten und sich auch aufgabenmäßig viel ergänzt.
    Fazit: ... Man hat sich auseinandergelebt. Es wurde "fad" ... es passte ja alles.
    Das ist natuerlich nur ein Beispiel, was mir aber hören-sagen-lesen mäßig öfters unterkommt. Beziehungen, die man anstrebt, die "perfekt wären" - sind am Ende langweilig.
    Also sucht man sich oft die Partner mit "Ecken und Kannten".
    Oder Wie GrayBear es schrieb... man muss daran Wachsen.

    Zur Situation an sich. Chrissihexe hat da schon gute Richt-Hinweise gegeben. Überwinde (zumindest) Zeitweise mal deinen Reinlichkeitsdrang was Ordnung angeht, und mache einfach nichts in diese Richtung. Teste aus wie lange er es aushält, wenn sich das Geschirr stapelt. Am ende ist kein frisches da.
    Klamotten. Wasche nur deine Klamotten. Soll er seine selber Waschen.
    Kuessen. Mundgeruch = kein Kuss - dann muss er eben drauf verzichten. Selbiges (auch wenn das sehr gefährlich sein kann) bei Sex.
    Getrennte Konnten ... jeder sollte für seinen Unterhalt sorgen ... Jeder einen Teil der Miete, jeder einen Teil des Essens, jeder einen Teil der Haushaltsgüter usw. bezahlen.

    Wie gesagt das sind nur Ratschläge, mal eine Versuchsphase (wenn das Finanziell machbar ist, und der eigene Ekelsinn es auch zulässt, mal Zeitweise drüber hinweg zu schauen) durchzuführen, wo er gezwungen wird auch mal seinen Teil des Lebens in den Griff zu bekommen, Eigenverantwortung zu übernehmen.
    Wenn er das in solch einer Phase nicht hinbekommt (z.B. Wäsche noch immer nicht wegräumt) dann solltest du dich selbst vor die Entscheidung stellen: Ist dir die Liebe zu ihm so wichtig, dass du ihn - solange diese Liebe noch anhält - auch weiter unter den beschriebenen Umständen aushälst ? Verstehe das nicht falsch: Liebe ist wichtig, und erduldet viel ! Einsamkeit kann sehr sehr wehtun. Dagegen können solche Reibereien kleinlich wirken im Nachhinein.
    Nur du solltest dir eben bewusst darüber sein.

    P.S. Nach aktuellem Stand: Wenn ihr mal heiratet - bitte - trotz aller Liebe - nur mit Ehevertrag und Gütertrennung (es sei denn du hast es auf das Haus seiner Eltern nach dem Tod abgesehen O.o *scherz*)

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    Tinnuviel (26.04.2020)

  8. #5
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    Vielen Dank für Eure Antworten

    @GaryBear: Da bin ich aber froh, dass Du grinsen musstest das gibt mir wiederum gleich das Gefühl, dass da immer noch eine gute Portion Humor in unserer Story steckt.

    Ehrlicherweise bin ich ja auch dankbar einen Partner zu haben an dem ich wachsen kann...und solch ein Partner ist er wirklich zu 100%; aber manchmal stößt man eben doch an seine Grenzen und da es nun seit geraumer Zeit so einhergeht und ich es einfach nicht verstehe...musste ich mich mal austauschen. Wenn er MIR etwas sagt, dann versuche ich das sofort umzusetzen. Wenn er mir sagt, dies oder jenes störe ihn...okay...wenns kein großer Deal ist mache ich es halt beim nächsten Mal etwas anders. Natürlich tanze ich nicht nach seiner Nase aber ich bin durchaus kompromissbereit. Würde er mir sagen ich würde aus dem Mund riechen und ob ich mir eventuell bitte die Zähne putzen könnte...omg mir wäre das SO unangenehm dass ich es vermutlich nicht mehr vergessen würde. Aber er vergisst es ja nicht...sonst würde er ja nicht wütend werden und es dennoch nicht machen wenn ich ihn erinnere.

    Ich schätze ein, dass wir zu einem besseren Zusammenleben kommen können, wenn er aufhört mich so negativ zu sehen. Wir hatten in der Vergangenheit einige Streitereien..davon nichts großartiges aber wir sind halt beide charakterstark und müssen unseren Weg miteinander erst finden und auch den ein oder anderen Machtkampf austragen. Da ich aber anscheinend etwas reifer bin in einigen Angelegenheiten fühlt er sich nun arg im Unrecht und sieht mich als die "Böse" an, die immer Recht haben muss.

    Beispiel: Wir haben weisse Balkonstühle und einen hat er als seinen persönlichen Aschenbecher auserkohren...sprich...er hat eine Dose darauf stehen und tut da seine Zigarettenkippen herein, natürlich fällt auch asche daneben und manchmal raucht er die Zigaretten nur halb und legt sie auf den Stuhl mit dem Effekt, dass dieser nun ziemlich runtergkommen aussieht. Ich habe ihn von Anfang an gebeten (da er dies in der alten Wohnung mit einem Tisch so gemacht hatte und dieser am Ende sogar Brandlöcher hatte) die neue Wohnung besser in Schach zu halten... Wie auch immer, wenn ich ihn höflich darum bat, den Stuhl doch bitte einmal sauber zu wischen und ein Tuch etc. darunter zu legen meinte er immer er wird es machen...tat es aber nicht. 4 Monate lang hat es gedauert, bis er es dann endlich einmal gemacht hat und jedes Mal wenn ich ihn gefragt habe war es der falsche Zeitpunkt und er wurde garstig. Nun hat er sich ein Projekt zugelegt und wollte mit Sprayfarbe und Kleber auf dem Balkon arbeiten, ich habe ihn darum gebeten bitte etwas drunterzulegen sodass weder balkonboden noch der Tisch mit Farbe oder Kleber verschmiert werden. Er hielt mir vor er würde sich von mir mehr Unterstützung wünschen und er wäre so happy gerade und ich würde mit meiner Art Negativität ausstrahlen...ich sei wie sein Vater, der würde auch immer nach Dingen "suchen".

    @chrissihexe: Du wirst lachen...wir haben einen Geschirrspüler...und der funktioniert sogar Lustigerweise steht mein Partner gerade in der Küche und räumt ihn ein und macht den Abwasch... hat er hier etwa mitgelesen? ^^

    Ich lass die Wäsche ja liegen, die wandert sauber vom Bett dreckig auf den Boden und von da zieht er sich dann an. Wenn ich seine Wäsche nicht mitwasche wirft er mir passive Aggressivität vor und das wäre partnerschaftlich nicht okay.

    Also wir haben beide unsere eigenen Bankkonten wo unsere Gehälter eingehen. Dann haben wir ein gemeinsames Konto auf das wir regelmäßig Geld einzahlen und von dort aus dann Miete und Einkäufe tätigen. Ich komme mit meinem Geld sehr gut zurecht und packe es auch auf die Seite, einfach weil es sich für mich gut anfühlt eine gewisse Sicherheit zu haben.

    Er sprich auch immer davon ein Grundstück kaufen zu wollen und ein Haus zu bauen etc. Nun möchte er ins Online Business einsteigen und Sachen aus China kaufen, die er dann über Amayon verkaufen möchte. Ich halte das für eine absolute Schnapsidee aber halte mich in weiser Voraussischt zurück und sage nichts, auch wenn ich es lieber sähe, dass wir etwas Geld zusammen ansparen würden.

    Ich bin noch nicht so weit einen Therapeuten aufzusuchen...zum einen weil wir grad eine für uns beide sehr anstrengende Zeit hinter uns haben und ich merke, dass mit zunehmder Entspannung auch er wieder aufmacht und mithilft...zum anderen bin ich jemand der selber erstmal gerne beleuchtet bevor ich etwas angehe. Ich bin an meiner und seiner Rolle gerade interessiert und was für Dynamiken sich da entwickeln.

    @giggsn: Haha ja es fällt ihm durchaus auf (habe es tatsächlich stehen lassen) und dann schiebt er es auf mich, dass er ja auch mal kochen und wegräumen würde und warum ich das jetzt stehenlasse etc. Er ist da schon sehr gut drin alles schlechte von sich wegzudrehen und als Guter dazustehen

    Gleiches mit dem Küssen und beissen (er beisst mich gerne in die Wange) ich sage ihm ich mag es nicht...er wird beleidigt und lernt aber nicht draus und macht es wieder.

    Mir geht es vordergründig auch gar nicht sosehr um diese "Kleinigkeiten" wie Wäsche etc. aber es geht mir um das Muster was sich daraus ergibt. Dieses Muster das ich sehe zeigt mir, dass er sich vor Pflichten gerne drückt und wegläuft, dann aber wütend wird wenn man ihn darauf anspricht und erinnert. Daran würde ich gerne etwas ändern bzw. ich kann nichts ändern aber eventuell mal Aufmerksamkeit darauf lenken wenn ich es richtig verstanden habe. Oder aber mich entsprechend verhalten ohne dass es zu Streitereien kommt.

    Zum Anderen ist da noch ein weiterer Punkt der damit in Verbindung steht. Er ist grundsätzlich gestresst.

    Wenn wir einkaufen gehen ist alles gut bis zu einem Punkt wo er plötzlich gestresst wird. Ab dann muss alles ruckzuck gehen, er schlägt einen Befehlston an den ich absolut nicht ausstehen kann und die Stimmung ist hinüber.

    Die Mieter über uns sind nur am Wochenende hier, aber sehr laut. Man hört jeden Schritt und es sind wirklich unglaublich laute Menschen die schon um 7:40 morgens anfangen rumzurennen, Türen zu knallen, etc. Wenn er aufgeweckt wird durch diesen Lärm ist der Morgen erstmal hinüber und er beginnt den Tag gestresst.

    Wenn wir uns um Papierkram kümmern wollen/sollen geht er schon super gestresst an die ganze Angelegenheit heran, sein Ton ist in seinen Augen geschäftsmäßig und in meinen Ohren Befehlston. Kein Wunder das wir selten entspannt weiterarbeiten können, etc.

    Es tut mir manchmal sehr weh zu sehen, wie schnell er gestresst ist und merke auch, dass ich selber mich dadurch verändere. Ich setze mich beim Einkaufen z.B. selber unter Druck alles was ich brauche in einem gewissen Zeitrahmen zu bekommen damit er eben nicht erst an dem Punkt angelangt wo der Stress einsetzt. Ich versuche Situationen zu vermeiden die Stress auslösen etc. dadurch wird alles ziemlich unentspannt und ICH werde unentspannt.

  9. #6
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    Wenn du nicht im Eingangspost geschrieben hättest, dass es sich um deinen Freund handelt inkl. Altersangabe - dann könnte der Beitrag so in etwa auch von einer Mutter handeln, deren Sohn in der Pupertät ist. Sorry für die harten Worte.

    Der Punkt ist meiner Meinung/Erfahrung nach, dass man in jungen Jahren (möglicherweise unbewusst) daran glaubt, dass mit Liebe usw. schon alles gut werden wird. Oft geht das einige Jahre auch mehr oder weniger gut, bis man irgendwann merkt, dass man sich selbst damit nichts Gutes tut.

    Ich will dir nichts “überstülpen“....lediglich raten, gut auf dich acht zu geben....und Grenzen zu setzen. Falls du Kinder willst, überleg dir das sehr sehr gut. Noch stehen dir alle Türen offen.

    Nachträgliche Ergänzung: Ich habe gerade nochmals in deinen anderen Thread zum Thema “Dominanz und Erniedrigung“ gelesen..... In Summe finde ich eure Beziehung ehrlich gesagt schlimm.

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  11. #7
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    Die Macht der Tyrannen ist die Geduld der Anderen. Ich finde dich sehr geduldig. Aber solange du dich wohlfühlst und dich nicht in eine Abhängigkeit begibst (also weder gemeinsames Wohneigentum erwirbst noch Kinder mit ihm hast), ist erst einmal alles okay. Ändern wirst du ihn auf deine sanfte Art eher nicht, denn er findet ja immer wieder Argumente, die dich dazu bringen, ihm entgegenzukommen. Irgendwann wirst du wie auf Eierschalen gehend um ihn herumschleichen, nur damit er nicht gestresst wird und dann, ja was dann? Wie soll DEIN Leben in zwanzig Jahren aussehen?
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

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  13. #8
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    @mirjam: Ja genau so fühle ich mich auch...wie mit einem Teenager

    Ich habe in diesem Thema bewusst nicht an mein anderes Thema angeknüpft, weil ich es getrennt und unvoreingenommen voneinander betrachten lassen wollte. Auch wenn da durchaus Parallelen zu sehen sind (nicht bekommen was man will...).

    Und es ist deine persönliche Auffassung von unserer Beziehung ob Du diese als schlimm betrachtest...dennoch möchte ich anmerken, dass Du lediglich meine Auszüge zur derselben hier anfindest und ich natürlich unsere Probleme beleuchte. Mein Partner hat auch eine Menge guter Charaktereigenschaften die ich sehr schätze und die uns sehr verbinden. Nichtsdestotroz bemerke ich nun im Fortschreiten der Beziehung, dass da durchaus Konfliktpotential vorhanden ist und deshalb habe ich mich dazu entschlossen für mich daran zu arbeiten.

    Grenzen setzen ist definitiv etwas, worauf ich gut achtgeben muss und was ich auch immer wieder neu lernen muss, da es mitunter in guten Phasen einfach in Vergessenheit gerät.

    @Buche: Ich habe ja auch meine negativen Seiten und Macken, niemand ist perfekt.

    Es ist auch wirklich so, dass in Zeiten wo er wenig Stress ausgesetzt ist (wie jetzt gerade wo er nicht arbeiten muss), er sich durchaus ändert und zugänglicher wird. Er hilft von sich aus vermehrt mit, kommt mit neuen Ideen um die Ecke etc.

    So wie ich es gerade einschätze hat er in der Vergangenheit viele schlechte Erfahrungen machen müssen. War zu Hause auch wenn er aus einem durchaus liebenden Elternhaus kommt seinem etwas exzentrischem Vater ausgesetzt. Er hat auch einmal die falsche Bahn eingeschlagen, daraus aber schon vor Jahren gelernt und sein Leben komplett umgekrempelt. Dennoch ist er ein sehr angst- und stressbeladener Mensch der aus meiner persönlichen Sicht viel Unterstützung und Zuspruch braucht um sich gut zu fühlen.

    Auch habe ich den Eindruck, dass er gegen viele Dinge um die ich ihn bitte gewohnheitsmäßig rebelliert...wie ein Teenager halt. Und für mich wäre es interessant verschiedene Wege zu erarbeiten damit umzugehen um eventuell für uns beide eine Besserung zu erzielen OHNE dass ich nach seiner Pfeife tanze und alles nach seiner Nase geht.

    Das ist meine Intention dahinter.

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