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Thema: Widerholungszwang und Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung

  1. #1
    Verleger Avatar von Waris
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    Standard Widerholungszwang und Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung

    Hallo liebe Forenteilnehmer,

    ich bin beim lesen, forschen und auch im Laufe meiner eigenen Therapie oft auf die Begriffe "Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung" und "Wiederholungszwang gestoßen.
    Wiederholungszwang bedeutet, dass eine Situation im Leben eines Menschen so oft wiederholt wird, bis sie verarbeitet ist. Automatisch spult sich immer wieder das selbe Programm ab. Ich glaube die Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung dürfte den meisten hier geläufig sein und muss nicht weiter ausgeführt werden.
    Nun frage ich mich: Wie funktionieren diese zwei Automatismen? Es gibt sicher noch mehr dieser Art, ich will nun mal diese beiden hier beleuchten. Vor allem interessiert mich der Wiederholungszwang, weil ich davon aktuell betroffen bin. Man weiß darum, trotzdem ist es so schwer auszubrechen. Es spielen ja meistens auch noch andere Personen darin in eine nicht zu verachtende Rolle. Diese wiederrum wissen ja nichts von der Lebensgeschichte der betroffenen Person. Warum spielen sie trotzdem mit? Wie kommt e, dass man sich immer wieder die "richtigen" Kandidaten dafür aussucht? Was ist die wissenschaftliche Erklärung dafür?
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Hallo Waris,
    ich kann Dir zwar keine wissenschaftliche Erklärung dafür geben, denke aber dass diese Personen durch ihre Einstellung auch eine entsprechende Außenwirkung auf andere haben und somit die "passenden" Kandidaten damit anziehen. Bspw. ein scheuer Blick nach unten, dazu gesenkte Schultern wird möglicherweise jemanden anziehen, der auf solche Äußerlichkeiten anspringt. Natürlich spielen noch weitere Gesten und Mimiken eine Rolle, die das Gesamtbild ausmachen.

    Sie selbst widerum fühlen sich ebenfalls von den Menschen angezogen, die ihnen die Bestätigung für ihre Einstellung geben, sei es damit sich die befürchtete Prophezeihung quasi selbst erfüllen kann oder sich eben die Wiederholung vollziehen kann. Es ist ja auch in gewisser Weise bequem zu wissen wo man steht und so die Bestätigung dafür zu bekommen, dass man es ja ohnehin bereits wusste wie es wieder kommen würde.

    Sobald diese Menschen, wie Du schreibst, diese Automatismen erkannt haben und aktiv etwas an ihrer Einstellung ändern, bspw. lernen sich selbst mehr zu schätzen und zu mögen, können sie daraus ausbrechen. Wenn sie das geschafft haben, sieht man es an ihrer veränderten Ausstrahlung, die widerum auf Menschen anziehend wirkt, die dann auf den neuen Typ passen.

    Da mich das Thema ebenfalls sehr interessiert, bin ich mal gespannt auf die anderen Feedbacks...

    LG, Finja

  3. #3
    Gast784
    Gast

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    Hallo Waris,

    bezüglich wissenschaftlicher Erklärungen finde ich das Buch "Das Gedächtnis des Körpers"
    http://www.amazon.de/Das-Ged%C3%A4ch.../dp/3492241794

    immer wieder interessant. Nicht nur auf dieses Thema jetzt bezogen, sondern generell, warum wir ticken, wie wir ticken. Es ist eine für mich mal einleuchtende Erklärung aus der Hirnforschung kommend, aber in Verbindung mit dem ganzen System, sowie den ganzen Wechselwirkungen auch zwischen Biologie und Soziologie.
    Weiss nicht, ob Dir das weiterhilft, fiel mir nur eben wieder dazu ein.

  4. #4
    Verleger
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    Avatar von Waris
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    Danke Gabi, das ist bestimmt interessant. Leider mag ich Bücher im Moment nicht, nur Hörbücher. Lesen ist mir irgendwie zu anstrengend. Habe da gerade eine Blockade.Werds aber mal im Hinterkopf halten.Was mich vor allem interessiert ist, wieso spielen die Gegenparts mit?
    Und ich frage mich auch: Wie kann man die Spielregeln seines eigenen Lebens ändern?
    Geändert von Waris (09.01.2010 um 13:29 Uhr)
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

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  5. #5
    Painter
    Gast

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    Hallo,

    ich habe mich letztes Jahr auch gelegentlich damit beschäftigt und verstehe das so:

    Ein in der Vergangenheit, als zu schmerzlich empfundene(s) Ereignis (Ereignisse) wurde(n) verdrängt. Trotzdem ist diese psychische Wunde immer noch in uns, die eigene Psyche möchte diese Wunde schließen, kann aber durch die Verdrängung nicht da ran. So sucht man sich unbewusst immer einen Weg dieses noch einmal zu durchleben um das Ereignis noch einmal zu durchleben um die Verletzung der Vergangenheit zu verstehen und die Wunde zu schließen. Da man den Schmerz immer noch so heftig fühlt verdrängt man ihn evtl. weiterhin und kommt nicht aus diesem Teufelskreis heraus.

    Man sucht sich gerade die Partner heraus die den perfekten Gegenpart leben, das kennen wir doch alle, man landet immer wieder bei den selben Partner -egal wie verschieden er uns am Anfang noch erschienen ist. Alles Teil der selben unbewussten Handlung.

  6. #6
    Gast784
    Gast

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    ich glaube nicht mal, dass man dazu zwangsläufig verdrängen muss. Ich denke, das hat eher was damit zu tun, dass man immer auf das reagiert, was man schon kennt. Eben weil man es nicht anders kennt und daher auch gar keine Antennen für was anderes hat.

    Was macht man denn in der Therapie? Letztlich doch nix anderes als den Boden für neue Erfahrungen zu bereiten., um so Alternativen zu schaffen. Ob man das jetzt mit "Technik" macht (wie z.b. in der Tanztherapie) und/oder mit Bewusstseinsarbeit, ist dabei zweitrangig (jedem das, was er gerade braucht bzw. wo er am ehesten den Zugang findet). Bis zu einem gewissen Grad haben wir selbst auch die Fähigkeit dazu, uns diese neuen Erfahrungswelten zu erschließen, durch Selbstreflektion, um-die-Ecke-denken, und - worauf das alles basiert - Achtsamkeit mit uns selbst.

    Wenn das schon alte Muster sind, die sich prägten, als wir vll grad mal in die Welt gespuckt haben, also noch neurale Netzwerke in Regionen bildeten, an die wir heute so gar nicht mehr rankommen, dann kanns halt wirklich sein, dass wir für diese blinde Flecken bzw. Brett vorm Kopf ne Hilfe von außen brauchen, um dem was entgegen setzen zu können (ganz löschen wird man manches nie können, seufz)

  7. #7
    Verleger
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    Ich finde es wirklich faszinierend und mitunter auch erscheckend, was da auf dieser Ebene die wir nicht sehen und nicht erfassen können abläuft. Dass sich zwei Menschen treffen, die sich eigentlich in ihrem Bewusstsein gar nicht treffen wollen! Durch die feinstoffliche Welt ziehen sie sich an, ohne, dass beide sich dessen bewusst werden, nur aus diesen Beweggründen, die das Unterbewusstsein hat.
    Glaubt ihr denn, dass man daran mit Tiefenpsychologie etwas ändern kann? Ich kann es mir im Moment gar nicht vorstellen...leider werden ja die alternativen Therapien nicht von der Kasse bezahlt, wie Biogenetik und dergleichen. Ich bin auf jeden Fall fest entschlossen, etwas zu ändern.
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  8. #8
    Neuling Avatar von Rosenrot
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    Die Sache mit dem Partner, den wir unbewusst anziehen und der sich dann als so "schwierig" erweist, kann ja eigentlich nur so lange ein Problem sein, wie wir bewusst oder unbewusst glauben, dass es die Aufgabe des Partners sei, uns glücklich zu machen.

    Wenn ich nicht glaube, dass es die Aufgabe meines Partners ist, mich glücklich zu machen, wie könnte ich dann unter seinen Charaktereigenschaften leiden (vorausgesetzt, dass er nicht gerade körperlich gewalttätig ist)? Ich könnte ihn dann doch genau so akzeptieren, wie er ist, ohne irgendwelche Ansprüche und Forderungen an ihn zu stellen...oder ich verlasse ihn einfach ohne Groll und Wut, weil ich nicht emotional abhängig von ihm bin.

    Ich nehme an, dass dies genau die Lektion ist, die wir in Beziehungen lernen sollen, nämlich dass es nicht die Aufgabe des Partners/der Partnerin ist, uns glücklich zu machen. So sehe ich das.

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