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Thema: Wie damit leben lernen, so viele Erkrankugen zu haben?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie damit leben lernen, so viele Erkrankugen zu haben?

    Liebe Community,

    ich muss mich heute noch mal bei euch ausheulen.

    Ich bin eh schon psychisch labil und leide seit Jahren unter Depressionen. Ich nehme Antidepressiva.
    Obwohl die Tabletten eine beruhigende Wirkung haben, leide ich trotzdem unter starken Schlafstörungen.

    Meine Depressionen hängen bestimmt zu einem großen Teil mit meiner Kindheit zusammen (ich habe psychische und physische Gewalt erfahren). Doch auch als Erwachsene habe ich ständig vor neuen Probemen gestanden. Ich erziehe meine Tochter alleine, bin immer wieder im Berufsleben gescheitert und den Glauben an einen ehrlichen und nicht gewalttätigen Partner habe ich schon vor Jahren aufgegeben.

    Doch inzwischen machen mir auch meine zahlreichen Erkrankungen sehr zu schaffen.
    Ich leide unter folgenden neben meinen Depressionen:
    - chronische Nasennebenhöhlenentzündung
    - Bronchialasthma
    - Epilepsie
    - Eisenmangelanämie
    - Arthrose im Rücken
    - Hämangiome auf der Leber (kann man nicht behandeln, nur beobachten)
    - Schilddrüsenunterfunktion
    - Makuladegeneration, die zur Erblindung führen kann (bis heute gibt es keine Therapiemöglichkeit)

    Zu meiner Verzweiflung ist jetzt noch eine chronische Erkrankung dazugekommen!
    Bei mir musste ein Polyp am Gebärmutterhals entfernt werden. Ich ging noch ganz entspannt in die OP, weil mir mein Frauenarzt sagte, dass es nichts Schlimmes sei. Leider aber entdeckte man bei dem Eingriff verdächtige Stellen und nahm eine Gewebeprobe. Der Befund ergab, dass ich an Lichen sclerosus leide, einer chronischen Hautkrankheit im Intimbereich. Mein Frauenarzt hat mir Kortison verschrieben und hofft, dass wir die Erkrankung so in Schach halten können. Das Risiko, dass sich daraus mal Krebs entwickelt, ist recht hoch.

    Ich bin 42 Jahre alt und habe solche Angst, was die Zukunft bringt. Oft frage ich mich, wie lange ich noch selbständig leben kann und ob ich überhaupt alt werde.
    Während Gleichaltrige sich Gedanken um finanzielle Sicherheit im Rentenalter machen, sehe ich mich in dem Alter schon im Sarg oder zumindest in einem Pflegeheim!

    Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben, wie man besser damit umgehen kann, so krank zu sein?
    Wie schafft man es, sich nicht aufzugeben?

    Als ich jetzt eine starke Erkältung hatte, meinte eine Kollegin schon so sarkastisch: "Ich glaube, du hast beim Verteilen von Krankheiten wohl zu oft "hier!" gerufen". Dabei weiß niemand an meinem Arbeitsplatz von dem ganzen Schlamassel. Es ist mir viel zu peinlich, damit hausieren zu gehen! Deshalb hat es mich besonders gekränkt, weil ich im Job wirklich mein Bestes gebe, mir nichts anmerken zu lassen.

    Liebe Grüße,
    Jetty

  2. #2
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    Hallo Jetty, ungeachtet den möglichen Ursachen für deine Situation möchte ich sagen, dass Du dein Bild das Du über dich hast verändern musst und auch kannst. Dein Selbstbild ist (noch) geprägt von Krankheiten und schlimmen Erfahrungen. Das sind die Dinge denen Du "Gewicht" gibst und Du definierst dich über sie.
    Aus meiner Sicht steht Dir vor allem der Weg offen zu Selbstverwirklichung und Lebenslust ohne Schuldgefühle. Offen deshalb, weil Du ihn noch nicht gegangen bist. Im Grunde verbirgt sich dieses Leben hinter einer Tür die Du garantiert auch siehst, dich aber nicht traust sie aufzumachen. Vielleicht weil Du denkst das Du dieses Leben dahinter nicht verdienst oder weil es dir schlicht "verboten" ist die Tür zu öffnen.. aber das ist es nicht.
    Es geht dabei um Dinge wie Selbstermächtigung, Achtsamkeit und Spaß und Lust am Leben.

    Da ich nicht weiß welche Programme dich daran hintern diese Tür zu öffnen und wenigstens mal rein zu schauen, gilt es diese erst mal zu erfassen und "unschädlich" zu machen. Diese Programme verhalten sich wie Viren in einem Betriebssystem. Da gibt es Trojaner und andere Schädlinge, die die Aufgabe haben das freie System zu stören, etwa um Bedingungen zu installieren die zu erfüllen sind, um so etwas wie Freiheit empfinden zu "dürfen" und wenn auch nur kurzzeitig. Diese Schädlinge kann man nicht so einfach löschen oder vernichten, man kann sie aber "entmachten".
    Das hört sich jetzt alles etwas "abgehoben" an, aber im Grunde verhält sich das Prinzip genau so.
    Ich bin auch nicht frei von diesen Programmen, genau wie die meisten Menschen die ich kenne, aber es gibt tatsächlich auch einige, die genau das leben, was in meinen Augen die Lust am Leben darstellt.

    Das Betreten dieses Raumes hinter der Tür bedeutet nicht unbedingt, dass sich deine körperlichen Veränderungen verbessern und auch deine Vergangenheit ändert sich nicht, aber Du wirst sie anders bewerten.
    Du wirst dich wundern, bis auf eine Sache habe ich alle "Erkrankungen" bzw körperlichen Veränderungen, die Du oben aufgezählt hast auch. Und auch ich weiß nicht, ob mir irgendwas davon irgendwann zum "Verhängnis" wird, ich weiß aber das nicht so sein muss und ich damit lange leben kann, so wie Du auch. Im Grunde gibt es nur eine Sache für mich zu tun, eben genau das zu tun was mich erfüllt. Das mache ich aber schon lange so (oder versuche es, ist bestimmt noch ausbaufähig) und bin auch durchaus nicht an allen Stellen mit meiner Lebenseinstellung akzeptiert. Wichtiger ist aber, dass ich mich selber akzeptiere. Folge ich allen Programmen, die mir indoktriniert wurden (und mir sogar so etwas wie ein Gefühl der Sicherheit bieten), oder lege ich wenigstens einige davon ab und ignoriere und überwinde ich sie... das ist erst mal eine Entscheidung.

    So, genug gelabert. Das viel mir gerade ein bei deinem Post, kannst Du ja mal wirken lassen, vielleicht passt ja was davon. Alles Gute
    Geändert von Blase (27.11.2019 um 06:46 Uhr)

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  4. #3
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    Bei mir ist dieses Jahr, im vergleichsweise hohen Alter eine Colitis Ulcerosa schwerster Ausprägung ausgebrochen, was in kurzer Zeit zwei längere Aufenthalte im Krankenhaus und die monatelange Einnahme von Cortison mit sich brachte; ich habe jeden Tag Angst vor einem neuen Ausbruch.

    Depressiv bin ich schon fast mein ganzes Leben, wobei wohl eher eine Dysthymie vorliegt und zwischendurch Phasen einer schweren Depression hinzu kamen.

    Wenn meine Tochter nicht wäre, würde ich mein Leben sicherlich beenden, könnte einfach beim nächsten Schub abwarten, bis ich verhungere.

    Bei mir wechseln sich Phasen ab, in welchen ich dankbar bin, wenn ich überhaupt am Leben teilnehmen kann und etwas zuversichtlicher bin, mit Momenten voller Resignation.

    Sorry, ein Tipp war da jetzt nicht bei .
    Geändert von Draugr (27.11.2019 um 08:28 Uhr)
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

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  6. #4
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    Hallo Jetty,
    Ich bin seit vielen Jahren mehrfach (auch chronisch) erkrankt. Im Alter von 25 Jahren habe ich eine damals sogenannte Erwerbsunfähigkeitsrente zugesprochen bekommen. Diese beziehe ich auch heute noch mit Ü 50. Nun, einen ultimativen Tipp habe ich auch nicht. Phasenweise komme ich recht schwer damit zurecht. Aber überwiegend klappt es ganz gut. Ich versuche für mich ganz dringend, mich nicht mit anderen (tatsächlich oder vermeintlich) gesünderen Menschen zu vergleichen. Ich bin ich und meine Erkrankungen machen mich nicht besser oder schlechter als andere. Und ich freue mich für jede Person, der es besser geht als mir. Darüber hinaus achte ich auf die Dinge, die ich noch machen kann und trauere nicht denen hinterher, die nicht (mehr) möglich sind. Und Zukunftsängste kenne ich als Krebspatientin zwar auch, aber ich möchte mir eben gerade meine Zukunft dadurch nicht völlig verbauen oder vernebeln.

    Ich halte es für enorm wichtig, fähige Ärzte an der Seite zu haben, um gesundheitlich die bestmögliche Versorgung zu haben. Das nimmt zum einen ein wenig die Angst und gibt mir auch das Gefühl, mich selbst genügend Wert zu schätzen. Denn eine optimale ärztliche Behandlung schützt zumindest in meinem Fall unter Umständen vor weiteren gesundheitlichen Eskalationen.

    Ich wünsche dir alles Gute,

    Elfee

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  8. #5
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    Ich kann nur Aussagen meiner Frau wiedergeben, da ich, bis auf die Schilddrüse - die inzwischen entfernt wurde - kerngesund bin.


    Meine Frau hat auch div. Erkrankungen, neben Depressionen, einer Persönlichkeitsstörung, einem chronischen Schmerz im Bein (nach einem Verkehrsunfall), Arthrose in Knien und Händen und katastrophalen Blutwerten (wo die herkommen, weiß noch keiner so genau).

    "Weißt du;" hat sie neulich mal zu mir gesagt; "aufgrund meiner Depressionen jammere und leide ich häufiger mal. Alles andere tut einfach nur weh und schränkt mich ein. Aber soll ich deswegen noch mehr jammern? Vielleicht Todesangst haben? Hier sitzen und warten, dass mein Leben zu Ende geht? Unter Umständen morgen? Oder auch erst in 15 Jahren? Und die habe ich dann hier gesessen und gewartet? Nein. Ich setze mir jetzt den lila Hut auf und mache es so, wie es mir gefällt, in dem Tempo in dem ich kann. Und wem das nicht passt, der kann mich mal. Hauptsache ich kann von mir sagen, ich habe noch ein wenig gelebt. Vielleicht eingeschränkt und nicht mehr mit allen Möglichkeiten. Aber ich habe gelebt. Und nicht abgewartet, bis es sich von allein erledigt.
    Ändern kann ich es eh nicht, dann kann ich auch leben. Und mit dem lila Hut geht das ganz hervorragend."

    Ich bewundere sie sehr, für diese Einstellung.
    Was sie mir damit sagen wollte, und was ich dir damit sagen will, ist: Denke nicht zuviel darüber nach. Schieb es beiseite. Und mach, was dir Spaß macht. Und wenn das Unvermeidliche kommt, kannst du es eh nicht aufhalten. Aber bis dahin hast du was für dich gemacht, hast genossen und kannst dann zufrieden mit dir sein.
    Grüße
    Kai



    Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.

    Buddha

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  10. #6
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    Ich bin 42 Jahre alt und habe solche Angst, was die Zukunft bringt. Oft frage ich mich, wie lange ich noch selbständig leben kann und ob ich überhaupt alt werde.
    Während Gleichaltrige sich Gedanken um finanzielle Sicherheit im Rentenalter machen, sehe ich mich in dem Alter schon im Sarg oder zumindest in einem Pflegeheim!

    Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben, wie man besser damit umgehen kann, so krank zu sein?
    Wie schafft man es, sich nicht aufzugeben?

    Als ich jetzt eine starke Erkältung hatte, meinte eine Kollegin schon so sarkastisch: "Ich glaube, du hast beim Verteilen von Krankheiten wohl zu oft "hier!" gerufen". Dabei weiß niemand an meinem Arbeitsplatz von dem ganzen Schlamassel. Es ist mir viel zu peinlich, damit hausieren zu gehen! Deshalb hat es mich besonders gekränkt, weil ich im Job wirklich mein Bestes gebe, mir nichts anmerken zu lassen.

    Liebe Grüße,
    Jetty
    Liebe Jette, du bist jenseits der Lebensmitte, ab da hat die Mehrzahl der Menschen chronische Leiden. Und mit über 40 wirst Du nahezu keinen Menschen finden der keine Arthose hat. Nur wisssen es nicht unbedingt alle.
    Die Augen lassen bei der Mehrheit der Menschen sowieso nach. Die wenigsten gehen mit Adleraugen ins Grab.
    Eisenmangel haben auch die meisten Frauen. Das gibt sich nach den Wechseljahren.
    Asthma ist sehr weit verbreitet. Man kann sehr gut damit leben, wenn man regelmäßig sein Medikament inhalliert. Ich weis wovon ich schreibe, habe auch Asthma.
    Und wer Asthma hat, dessen weitere Schleimhäute sind ebenfalls betroffen, bei dir die Nasennebenhöhlen, bei mir die Nase selber, chronische Rititis. Ja und? Was solls.
    Für die Schilddrüse solltest Du dein Medikament einnehmen und die Einstellung regelmäßig überprüfen lassen.

    An sonsten empfehle ich die Psychotherapie, denn deine Sicht der Dinge läßt vermuten, das deine Depression dich schwarz sehen läßt.

    Ich bin übrigens regelmäßig im Pflegeheim, die Bewohner dort sind durch die Bank dement.
    Geändert von Beinwell (01.12.2019 um 21:12 Uhr)
    Grüße
    Beinwell

    (Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.)

  11. #7
    Bestseller Autor Avatar von Semiramis
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    ...und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir : lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen,....und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

    oder...

    Liebes Leben, wenn ich frage " kann es noch schlimmer kommen?" , dann ist das eine rhetorische Frage, keine Herausforderung
    Musik bringt zum Ausdruck, was sich nicht in Worte fassen läßt und doch nicht still bleiben kann.

    Victor Marie Hugo

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    Pullus (03.12.2019)

  13. #8
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    Zitat Zitat von Elfee Beitrag anzeigen
    Ich versuche für mich ganz dringend, mich nicht mit anderen (tatsächlich oder vermeintlich) gesünderen Menschen zu vergleichen. Ich bin ich und meine Erkrankungen machen mich nicht besser oder schlechter als andere. Und ich freue mich für jede Person, der es besser geht als mir. Darüber hinaus achte ich auf die Dinge, die ich noch machen kann und trauere nicht denen hinterher, die nicht (mehr) möglich sind.
    Hier ist jeder einzelne Satz Gold wert. Sich nicht mit anderen zu vergleichen ist ein ganz wichtiger Punkt. Das ist genauso wichtig für psychische Gesundheit, wenn es einem körperlich blendend geht. Sich für andere freuen zu können ist auch eine ganz wichtige Sache für psychische Gesundheit und Entwicklung des Herzens. Ich kann hier das Buch Metta-Meditation von Sharon Salzberg empfehlen.

    Es gibt noch die Übung vom sicheren Ort. Man schließt die Augen, stellt sich einen Ort vor, an dem man sich sehr sicher und geborgen fühlt oder einen Ort zu dem man eine sehr gute Beziehung hat. Mit dieser Übung kommt man langsam aus dem Stress der Außenwelt raus und immer mehr in eine Welt, in der man sich wohl fühlt. Eine solche Übung heilt natürlich keine körperlichen Probleme mit der Gesundheit. Was den Körper angeht muss die Medizin herangezogen werden. Aber es hilft den Kopf gesund zu halten. Ich war 20 Jahre im Ausland in einem Land, in dem Deutsche nicht so gemocht sind. War ziemlich anstrengend. Dann ging ich wieder zurück und wohne nun ziemlich nah zu meiner Heimatstadt. Wenn ich da bin, ist es wie magisch für mich. Als ich in der Kindheit und Jugend dort gelebt habe war es so eine schöne Zeit. Das steigt dann wieder in mir hoch und ich kann so richtig meinen Kopf gesundpusten: Alle krank machenden Gedanken werden weggepustet. Wenn man so ein Bild findet, ist das sehr hilfreich. War bei mir eher ein Glücksfall, aber es lohnt sich auf die Suche zu machen.

    Ich habe seit einigen Jahren angefangen zu meditieren. Meditieren bedeutet alles loszulassen und nur zu betrachten. Die Krankheiten alle loslassen und sie einfach nur betrachten ohne sie zu bewerten. Das hilft die Dinge anzunehmen wie sie sind. Es braucht allerdings mehrere Monate tägliche Meditation. Bei mir hat es über 5 Jahre gedauert bis ich anfing zu merken, dass sich was tut. Das Meditieren hat bei meinen Schmerzen geholfen, deswegen bin ich so lange drangeblieben. Es wirkt keine Wunder, aber es hilft ungemein im Kopf gesund zu bleiben ohne Lethargie, Depressionen u.ä. Und es ist eine gute Sache mit dem Meditieren und dem Loslassen ein "übergeordnetes Ziel" zu haben, das man immer verfolgen kann egal wie schlecht es einem körperlich geht. Und nocheinmal: Dieses "übergeordnete Ziel" ist Loslassen. Einfach loslassen? Ist ganz schwer, aber man kann dann etwas ganz wichtiges im Hier und Jetzt und wenn man irgendwann in Frieden gehen will und loslassen muss.

    Alle Gute für ich,
    Micha
    Geändert von Micha789 (05.12.2019 um 00:08 Uhr)

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