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Thema: Wie ist es hochbegabt zu sein

  1. #1
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    Standard Wie ist es hochbegabt zu sein

    Da ich keine hochbegabte Person kenne, würde mich mal interessieren ob mir ein paar Leute hier die Fragen beantworten können.

    Meine Grundfrage ist ja, inwiefern Hochbegabte Personen anders als normal intelligente Menschen sind. Also sind Persönlichkeit, Interessen und Verhaltensweisen davon beeinflusst? Und wenn ja wie? Ist man generell in jedem Bereich reifer?

    Ich habe bisher gehört, dass Hochbegabte hauptsächlich Dinge schneller verstehen und damit oft anecken, aber irgendwie kann ich das nicht so richtig nachvollziehen. Es ist doch ein wahnsinniger Vorteil wenn man z.b. für die Schule kaum lernen muss und Dinge schneller versteht als andere.
    Ich war ab und zu in der Situation, dass ich irgendwas besser kapiert habe als andere, und natürlich ist der Unterricht dann langweilig aber ich habe mich dann mit was anderem beschäftigt und würde gerne wissen inwiefern Hochbegabte darunter leiden unterfordert zu sein?

    In dem Zusammenhang interessiert mich ja auch welche Rolle Intelligenz im Alltag spielt. Wenn man über Intelligenz redet, spricht man ja meistens von Schule und Uni oder Beruf, wie sieht das dann bei normalen Alltagsaktivitäten aus, wenn man einkaufen geht sich mit Freundin trifft oder ähnliches?

    Und zuletzt, halten sich manche Hochbegabte wirklich für was besseres? In den Medien erscheint es mir immer so als wären die meisten auch ziemlich eingebildet, weil sie eben genau wissen dass sie mehr leisten können als der größte Teil der Menschheit. Z.b. beschreiben viele ihre Hochbegabung damit dass sie schon früh lesen und laufen gelernt haben und eben in der Grundschule oft gelangweilt waren und das ist zwar grundsätzlich beeindruckend aber auf mich wirken solche Beschreibung immer so als würde man nur damit angeben wollen. Und ich meine wenn man das unabhängig von Intelligenz betrachtet interessiert es ja heute keinen mehr wann man jetzt lesen gelernt hat. Oder wenn sie über andere sprechen, dass es frustrierend ist wenn Mitschüler oder Kollegen etwas nicht ganz so schnell verstehen, und sowas nervt mich auch, aber das klingt dann irgendwie herablassend. Oder auch diese Clubs und Vereine die es gibt. Ist ja gut, wenn man Leute kennt denen es auch so geht, aber das wirkt auch so als würde man sich abgrenzen wollen, weil man zu gut für die Allgemeinheit ist..

    Also, wie ist es hochbegabt zu sein?

  2. #2
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    Standard

    Also erstmal muss man dazu sagen, dass intelligenz nicht so einfach messbar ist, heißt hochbegabt bezieht sich nicht zwingend auf jeden Aspekt, sehr oft gibt es 'ne Art 'Ausgleich', jemand ist z.B. mit Zahlen/Dreidimensionalem extrem gut, aber dafür kann er soziale Gefüge nicht durchschauen. Zusätzlich gibt es ja nicht nur hochbegabt vs nicht hochbegabt, das ganze ist ja ein Spektrum. (Der Unterschied zwischen dem durchschnittsmenschen mit IQ100 zu 'nem hochbegabten mit IQ130 ist 'genauso groß', wie der unterschied zwischen einem hochbegabten mit IQ130 vs IQ160, zumindest rein technisch gesehen).

    Aber naja, ich kann nur für meinen Fall sprechen, ich habe eine 'allgemeine Hochbegabung' (weiß nicht, ob man es tatsächlich so nennt), heißt ich habe keine starken Nachteile/Inselbegabungen, meine Auffassungsgabe ist einfach generell etwas schneller.

    Jetzt zu den Fragen :

    "Ich habe bisher gehört, dass Hochbegabte hauptsächlich Dinge schneller verstehen und damit oft anecken, aber irgendwie kann ich das nicht so richtig nachvollziehen. Es ist doch ein wahnsinniger Vorteil wenn man z.b. für die Schule kaum lernen muss und Dinge schneller versteht als andere."

    An sich ja, aber Menschen mögen es nicht dauerhaft Korrigiert zu werden. Heißt wenn man als Hochbegabter jetzt schneller lernt und deshalb einfach in vielen/manchen Gebieten dem Alter vorraus ist, mögen Leute es nicht, wenn man sie ständig verbessert. Sowas sind z.B. Sachen, mit denen man am Anfang einfach Freundschaften schwierig macht, wenn man andere 'dumm' aussehen lässt, obwohl man es eigentlich gar nicht will...

    "Ich war ab und zu in der Situation, dass ich irgendwas besser kapiert habe als andere, und natürlich ist der Unterricht dann langweilig aber ich habe mich dann mit was anderem beschäftigt und würde gerne wissen inwiefern Hochbegabte darunter leiden unterfordert zu sein?"

    Hier muss man sagen, dass ich ein extremer Fall bin, eben weil ich keine wirklichen Nachteile hatte und auf dem Spektrum ziemlich weit oben liege, aber nunja: In der ersten Klasse war ich einfach nur gelangweilt, habe es dann geschafft, überspringen zu dürfen (in die 3.), wo dann meine Lehrerin ziemlich schrecklich war ("Können sie mir nochmal erklären, wie schriftliche division funktioniert?" (war Thema der zweiten Klasse, habe ich also nie gemacht) "Wenn du denkst, dass du schlau genug bist eine Klasse zu überspringen musst du sowas doch wohl selbst können, halt hier nicht meinen Unterricht auf") aber wenigstens wurde es nicht langweilig.

    Dann war er bis zur 8ten/9ten Klasse ziemlich erträglich, danach fing es dann wieder an schlimmer zu werden, in der 11ten und 12ten hatte ich am Ende psychosomatische Probleme, weil ich mich wie gefangen fühlte. Habe halt (bis auf in Physik) nichts neues gelernt, musste 7 Stunden jeden Tag ruhig in einem Gebäude sitzen, ohne dass ich was zu tun hatte, wurde dann regelmäßig Krank davon, seitdem ich von der Schule runter bin, bin ich wieder Kerngesund


    "In dem Zusammenhang interessiert mich ja auch welche Rolle Intelligenz im Alltag spielt. Wenn man über Intelligenz redet, spricht man ja meistens von Schule und Uni oder Beruf, wie sieht das dann bei normalen Alltagsaktivitäten aus, wenn man einkaufen geht sich mit Freundin trifft oder ähnliches?"

    Kommt wieder auf die Art der Hochbegabung an... Es gibt hochbegabte, die im Alltäglichen Leben absolut untauglich sind, bei mir läuft es wie bei jedem anderen auch, nur lerne ich Sachen einfach schneller. Als ich ausgezogen bin konnte ich mich halt von einem Tag auf den anderen (im Ausland) selbstständing mit eigener Wohnung leben, obwohl ich zuhause so wirklich nie etwas im Haushalt getan habe. Halte ich zwar nicht für eine große Kunst, aber scheinbar haben andere damit wirklich Probleme...

    "Und zuletzt, halten sich manche Hochbegabte wirklich für was besseres?"

    Ja, die Betonung liegt hier aber auf MANCHE^^...
    Ich meine wenn du mal drüber nachdenkst, macht es Sinn, dass du in den Medien genau die siehst, die sich für etwas besseres halten... Die medien finden ja nur die Hochbegabten, die das ganze öffentlich ausleben... Ich bin zwar hochbegabt und wenn mich Freunde danach fragen erzähle ich es ihnen, allerdings ist es nichts, was jemand, mit dem ich nicht groß zu tun habe wissen würde, daher würde mich, der einfach sein Leben vor sich hin lebt ein Fernsehsender ja nicht ansprechen.

    Allerdings kannst du es damit vergleichen, wie sich die meisten für etwas besseres als Hartz IV Empfänger halten. Absolut zu unrecht, nicht jeder, der Hartz IV bekommt ist asozial, es gibt da ja unglaublich freundliche und schlaue Menschen, aber trotzdem habe ich zumindest das Gefühl, dass Leute sich für besser halten. Mit hochbegabten ist es genau das gleiche, manche tun es, andere legen mehr Wert auf Persönlichkeit als intelligenz. Aber naja, wie gesagt, du sieht im Fernsehen meist die Sorte, bei der es andersherum ist.

    Falls du noch Fragen hast Frag einfach!

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei -Holly- für den sinnvollen Beitrag:

    Endstation (25.07.2018)

  4. #3
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    Also eine Sache, die ich evtl. nicht ganz klar gemacht habe:

    Hochbegabung =|= Hochbegabung. Die meisten Leute haben wie gesagt eine Art "tradeoff", die hochbegabung kommt zusammen mit depressionen/verhaltensstörungen/autismus oder ähnlichem. Mein Fall, wo es wirklich eine reine hochbegabung über alle Bereiche ist, ist ziemlich selten, vor allem in den höheren IQ bereichen der hochbegabten, also ich bin wirklich nicht repräsentativ hier.

    Also dementsprechend ist dieses Bild 'hochbegabter' sowieso etwas Falsch... Ich selbst entspreche wahrscheinlich dem, wie du es dir vorstellst (spreche 3/4 Sprachen, gehe zu 'ner Eliteuni, habe es im Leben immer einfach gehabt, bin aber durchaus in meiner Kindheit angeeckt), aber ich würde behaupten 90% der Hochbegabten sind wirklich anders.

    Oh und Persönliche Stärken/Schwächen haben wir natürlich auch noch, ich habe Beispielsweise nie ein Instrument gespielt und bin einfach Musikalisch nicht sonderlich gebildet, die chance ist gut, dass du da weiter bist. Kann sein, dass wenn ich's probieren würde ich schneller wäre, als der Durchschnitt (also relativ wahrscheinlich), allerdings heißt es halt nicht, dass wir in allem gut sind, selbst wenn wir 'ne allgemeine Hochbegabung haben

  5. #4
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    Hochbegabung fußt per Definition auf einem IQ, der zwei oder mehr Standardabweichungen umfasst. Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst. Die verschiedenen Begriffe von Intelligenz, von Faktoren über Komponenten hin zur Merkfähigkeit spare ich mir. Es gibt noch so ein Modell, indem eine höhere Intelligenz, Kreativität und Motivation als Komponenten von Hochbegabung betrachtet werden. Manche denken bei Ausbleiben von schulischen Leistungen an Underachivement. Ich denke, dass sich mehr für Hochbegabt halten, als sie, bezogen auf Intelligenz sind. Mathematik und Deutsch korrelieren mit 0,4 bis 0,5 mit Intelligenz. Der IQ dient als Prädiktor für den universitären Erfolg. Wer hochbegabt ist, sollte nicht allgemeine Aussagen treffen, indem er auf andere schließt. Sofern sich das mit der Elite-Uni auf Deutschland bezieht, die LMU ist deutschlandweit die Uni mit dem besten Ranking und kommt international auf Platz 29. Wenn ich an Elite-Unis denke, dann denke ich an Harvard, Cambridge, Oxford, Caltech, Stanford aber auch an die Eidgenössische Technische Hochschule.

  6. #5
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    Wie gesagt, ich habe ja extra darauf hingewiesen, dass ich nicht fuer alle Hochbegabten spreche, sondern lediglich fuer mich, wobei ich selbst nicht gerade representativ bin, von daher sind meine Aussagen auch nicht allgemein zu verstehen, sollte ich das nicht klar genug gemacht haben.

    Und nein, ich bin nicht Deutschland an einer Uni. Habe momentan in Planung meinen Master/Doktor (muss schauen, ob ich in's Doktorprogramm von denen mit meinem Bachelor angenommen werde) in Oxford zu machen, wenn alles laeuft wie geplant. Aber wie gesagt, akademischer Erfolg hat wenig mit hochbegabung zu tun... Wollte hier nichts schlecht reden/allgemein fuer alle Hochbegabten sprechen, sondern einfach meine persoenlichen Erfahrungen schildern.

    Aber wie dem auch sei, dads mit schulischen Leistungen kann ich bestaetigen, ich selbst habe nichts die besten (gut ueberdruchschnittliche) Noten gehabt, aber aufgrund meiner... negativen Einstellung zur Schule habe ich mich halt generell geweigert Hausaufgaben zu machen/zu lernen, einfach weil ich mich nicht dazu ueberwinden konnte, in etwas, was mich dermassen negativ beeinflusst hat noch Arbeit zu stecken (vor allem, da man ja ab der 8ten nicht mehr ueberspringen darf haette es die Zeit nicht mal verkuerzt.)

  7. #6
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    Hochbegabung allein heisst nix, andere Faktoren wie Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis spielen auch eine Rolle genauso wie die Persönlichkeit.
    Lässt sich nicht Pi mal Daumen beantworten.

  8. #7
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    Hochbegabung =|= Hochbegabung. Die meisten Leute haben wie gesagt eine Art "tradeoff", die hochbegabung kommt zusammen mit depressionen/verhaltensstörungen/autismus oder ähnlichem
    Das ist absoluter Blödsinn und mal wieder das Gefasel von irgendwelchen Menschen, die nicht HB sind und neidig.
    So Denken kommt aber auch dadurch, dass man nicht komplex denken kann lustiger Weise...
    Das andere 'neidige' Geschwätz nach dem Motto: HB ist eigentlich s** und eine Geistesbehinderun lasse ich mal unkommentiert.

    Dieses angebliche'Trade off' st ein Cliche, dass dadurch zustande kommt, dass das eben die HBs sind, die nun einmal auffallen. Wer das nicht hat, der fällt eben nicht als HBler auf.

    HBs gibt es in allen Facetten, wie andere Menschen auch. Viele fallen eben nicht auf, weil sie keine Probleme im Alltag und ihren Mitmenschen haben. Deshalb wissen viele HBs bzw die meisten HBs nichts von ihrer HB.

    Deswegen ist die Frage hier auch sinnfrei. Man kann Hochbegabung nicht verallgemeinern.
    Sie studieren auch nicht alle und Lieben auch nicht alle Naturwissenschaften und haben fettige Haare...

  9. #8
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    "Das ist absoluter Blödsinn und mal wieder das Gefasel von irgendwelchen Menschen, die nicht HB sind und neidig."

    Mach mal deine Nachforschungen, es ist bewiesen, dass aufgrund der 'schlechten' Abstimmung von Schulsystem etc. auf Hochbegabung es oft zu Stoerungen fuehrt, 5 minuten mit Google Scholar reichen da um Artikel zu finden. Autismus kommt lediglich dadurch, dass Autismus oft zusammen mit Inselbegabungen auftritt, die dann als generelle Hochbegabung interpretiert werden.

    Und das 'nicht als HBler auffallen', wenn man nichts anderes hat ist ebenfalls nicht wahr... Bei mir zumindest ist der Entwicklungsunterschied bei den Routineuntersuchungen was die fruehkindliche Entwicklung angeht aufgefallen.

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