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Thema: Wie kann ich mich selbst wieder finden? Probleme im Job

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    Standard Wie kann ich mich selbst wieder finden? Probleme im Job

    Guten Morgen zusammen,

    ich bin neu hier registriert und erhoffe mir vielleicht den einen oder anderen Ratschlag zu meinem Problem.

    Das Problem liegt auf der Arbeit begraben. Zur Vorgeschichte:

    Nach meinem Abitur, welches schon ein paar Jahre zurückliegt, entschied ich mich mangels konkretem Berufswunsch, eine Ausbildung zum Industriekaufmann zu beginnen.
    In dieser Ausbildung habe ich leider nur drei Abteilungen des Unternehmens (KMU Industrie, zwischen 600 und 800 Mitarbeitern) besucht, die längste Zeit davon in der Finanzbuchhaltung.
    So lag es während und nach der Ausbildung nahe, dass ich mein Einsatzgebiet und meine Übernahme dort erhielt, zunächst für ein Jahr, später unbefristet.
    Meine Ausbildung schloss ich mit einem Ergebnis von 90% ab, weshalb ich ein berufsbegleitendes Studium der BWL an einer FH machen wollte. Als meine Abteilungsleiterin davon erfuhr, bot sie mir an, die Kosten über die Firma laufen zu lassen.
    Da diese insgesamt ca. 16.000 Euro betrugen, war ich natürlich im ersten Moment begeistert und unterschrieb den Fortbildungsvertrag. Dieser enthält, wie in solchen üblich, eine Bindungsklausel nach Abschluss von drei Jahren.
    Wenn alles glatt läuft, wovon ich stark ausgehe, werde ich mein Studium in ziemlich genau einem Jahr mit dem Bachelor abschließen.

    Zu den wirklichen Problemen:
    1. Meine Tätigkeit ist total stupide. Ich fühle mich stark unterfordert und hier ist aktuell meiner Meinung nach keine Perspektive, auch nicht nach Abschluss, zumal es kaum Bereiche hier gibt, die mich wirklich interessieren.
    2. Meistens ist viel zu wenig zu tun für mich. Die Höhepunkte sind immer zum Monats-/ Quartalsende, dazwischen ist starke Flaute. Wenn das zu extrem wird, mache ich heimlich etwas für das Studium. Ansprechen dieses Problems bringt leider nichts, das habe ich bereits versucht und wurde mit Aufgaben bombardiert. Dadurch war ich hoffnungslos überfordert.
    3. Meine Chefin ist eine Cholerikerin. Dies wusste ich zwar von Anfang an, dachte aber nicht, dass mich das so stark belastet. Dies betrifft natürlich mich persönlich, wenn ich angeschrien (und ich meine wirklich angeschrien) werde, aber auch andere, wo man es aufgrund unserer Räumlichkeiten so gut wie immer mitbekommt. Es macht mich total fertig. Das Problem ist hier im ganzen Unternehmen bekannt, wirklich dagegen machen kann man meiner Meinung nach nicht. Der Betriebsrat ist schwach und sehr arbeitgeberfixiert. Ein ehemaliger Kollege hatte versucht, mithilfe des Betriebsrats Besserung zu schaffen, er wurde nicht einmal angehört. Die Personalabteilung weiß darüber Bescheid, macht meiner Meinung nach aber auch nichts.
    4. Aus diesen drei Punkten alleine resultiert bei mir bereits eine totale Lustlosigkeit. Diese überträgt sich bereits auf mein soziales Leben und leider auch auf meine Beziehung. Eigentlich bin ich ein sehr fröhlicher und lustiger Mensch, in den letzten Jahren erkenne ich mich aber selbst nicht mehr. Ich bin teilweise sehr übellaunig, habe Scheu, unmittelbar nach der Arbeit auf Menschen zu treffen und habe jeden Tag Kopfschmerzen. Ich weiß nicht, ob dies irgendwann in einer Drepression münden kann. Ich habe auch oft vom "Bore-Out" gelesen, was von den Symptomen her ähnlich wie Burn-Out funktioniert. Würde ich mir vielleicht auch selbst diagnostizieren, aber noch nicht am Höhepunkt.

    Ich weiß selbst, dass es so nicht weitergehen kann, nur:
    - "rauskaufen" aus dem Vertrag kann ich mich nicht. Ich habe mit meiner Freundin zusammen eine Wohnung gekauft, die abbezahlt werden will. Dadurch kann ich mir wenig finanzielle Einbussen erlauben.
    - ohne Abschluss des Bachelors kann ich es (so glaube ich) auch vergessen, mich zu bewerben. Niemand kauft einen nicht fertigen Studenten aus solch einem teuren Vertrag.
    - durch die totale Trägheit, die ich oben geschildert habe, traue ich mir momentan überhaupt nichts zu. Eigentlich bin/ war ich immer sehr aktiv, konnte von mir überzeugen. Dies klappt heute zwar immer noch oft, aber wie gesagt, ich traue mir wenig zu. Ich bin zwar kein Verkäufertyp, aber kann zumindest von mir selbst überzeugen. Meistens.
    - habe ich leider auch keine wirkliche Idee, wie es beruflich weitergehen soll. Hierzu später mehr.

    Wenn ich mir vorstelle, dass ich noch mindestens vier Jahre hier bleiben müsste, wird mir regelrecht schlecht.
    Mein Arbeitskollege, der einen ähnlichen Werdegang hat, aber schon 20 Jahre älter ist als ich, rät mir, etwas anderes zu suchen, auch wenn wir uns sehr gut verstehen.
    Er habe dadurch, dass er sich nicht getraut hat, zu gehen, sehr viel von seiner Persönlichkeit verloren, sagt er. Er möchte nicht, dass ich genauso ende.

    Noch zu meiner Person, ich erachte mich als eigentlich ziemlich intelligent, wenn ich nicht diese Kopfschmerzen habe. Auch das Studium werde ich voraussichtlich ziemlich gut abschließen.
    Tests zur Intelligenz oder Allgemeinbildung (z.B. bei früheren Bewerbungsgesprächen) schließe ich überdurchschnittlich gut ab. Auch im Studium zuletzt hatten wir einen solchen, wo ich als sehr gut abschnitt. Nützt mir aber relativ wenig.
    Persönlichkeitstests und auch eigene Erfahrung zeigen mir, dass ich nicht geduldig und eher kreativ bin. Dies passt überhaupt nicht zu meinem Berufsbild, was einen Psychologen, der uns im Studium betreut hatte, enorm verblüffte. Allerdings habe ich kein Problem, generell mit Zahlen zu arbeiten. Bin da recht affin. Auch keine Probleme mit meinem Englisch oder Office oder sonstigem, auch wenn einiges natürlich noch optimiert werden kann.

    Ich würde gerne noch einen Master (ebenfalls berufsbegleitend, wahrscheinlich per Fernstudium) dranhängen.
    Da mich in der BWL wenig reizt, überlege ich momentan sehr stark, diesen Richtung Wirtschaftsinformatik zu machen. Informatik lag mir in der Schule bereits ziemlich gut und ich bin dabei, mir dies wieder beizubringen. Kann auch so nicht schaden, denke ich.
    Aufgrund dessen, dass ich bereits einen Bachelor haben werde, würde ich ungern noch einen zweiten anschließen.

    Ich hoffe, dass sich das jemand durchliest und mir vielleicht Tipps geben kann.
    Für Fragen bin ich natürlich gerne offen

    Liebe Grüße
    Maggus

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Ich würde an deiner Stelle erstmal das jetzige Studium abschließen und danach auf Stellensuche gehen, ohne mir Druck zu machen.

    Wieso bist du eigentlich der Ansicht, dass du die kompletten 3 Jahre bleiben müsstest? Wie ist die Klausel formuliert - ggf. anteilige Rückzahlung, wenn du vorher kündigen würdest?

    Übrigens würde ich nach dem Abschluss in einem Jahr mit dem Arbeitgeber zwecks Anpassung des Gehaltes sowie des Aufgabengebietes sprechen.

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Mirjam, zunächst vielen Dank für deine Antwort.

    Genau, wenn ich vor Ablauf der drei Jahre das Unternehmen verlassen würde, müsste ich die komplette Summe auf einen Schlag (abzüglich je Monat anteiliger Betrag) zurückzahlen.
    Ich habe von Fällen gehört, wo der Vertrag durch Fehler unwirksam ist, eventuell würde ich das auch noch vom Anwalt prüfen lassen.
    Natürlich würde ich auch nach dem Abschluss da nochmal in Verhandlungen gehen, aber wenn es nach mir ginge würde ich hier gerne früher als später weg...

  4. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
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    und habe jeden Tag Kopfschmerzen. Ich weiß nicht, ob dies irgendwann in einer Drepression münden kann.
    Bei mir war es so.

    Du kannst aber einiges tun, um dem entgegen zu wirken.
    Entspannungskurse beispielsweise....Sport......lernen, wie man nach Feierabend besser abschaltet etc..

  5. #5
    Neuling
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    Das sind schonmal wertvolle Tipps, danke dafür
    Sport mache ich zwei bis drei mal die Woche im Verein, das hilft mir oft schon ein wenig. Aber die anderen beiden Tipps werde ich zumindest mal probieren umzusetzen.

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