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Thema: Wie kann sie nach vorne schauen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie kann sie nach vorne schauen

    Hallo an alle,

    ich bin neu hier und stelle mein Problem hier ein, da ich sonst auf externe Hilfe nicht rechnen kann.

    Ich bin seit 45 Jahren verheiratet und habe massive Probleme in meiner Ehe. Ich bin selbstständig und meine Frau arbeitet im Betrieb mit. In der Vergangenheit hat es dort finanziell große Probleme gegeben, die zum großen Teil auch auf falschen Entscheidungen von meiner Seite zurückzuführen sind. Meine Frau war gegen bestimmte Dinge, ich war dafür und hab sie durchgezogen – was oft ein Fehler war. Das Problem war häufig, dass meine Frau immer nur dagegen war aber nie sachlich begründen konnte weshalb und nicht konstruktiv mit überlegen wollte was den der richtige Weg sein könnte. Aus meiner Sicht war sie immer gegen alles und wenn es nicht klappte, konnte sie leicht sagen: "Ich war ja immer dagegen". Sie ist so der Typ, dessen Glas immer halb leer ist.

    Das liegr nun schon etliche Jahre und die Situation in der Firma hat sich halbwegs beruhigt und angesichts meines Alters habe ich für mich beschlossen, dass das Verhältnis zu meiner Frau besser werden muss. Das Ziel sollte sein, noch ein Paar schöne Jahre miteinander zu verbringen, mit den Möglichkeiten die wir jetzt und heute haben.

    Das Problem fängt da an. Während ich jemand bin, der das Gewesene vergessen oder verdrängen kann ( wahrscheinlich zu gut ), ist sie jemand, der jeden Fehler im Kopf hat und bei jeder Diskussion sofort beliebig einen Fall aus der Schublade zieht und mir wieder vorhält. Man muss dazu sagen, dass Sie sich vor Jahren schon einmal von mir trennen wollte, schon bei einem Anwalt war, aber aufgrund der schwierigen finanziellen Probleme von einer Trennung abgesehen hat. Das Ganze natürlich ohne mein Wissen. Sie hat es mir er viel später erzählt. Die Hilfe einer Paarberatung oder dergleichen lehnt Sie aus verschiedenen Gründen strikt ab.

    Die Situation ist also die, dass Sie sagt, sie hat mit allem abgeschlossen und ihr sei es egal, ob sie morgen tot umfällt oder was auch immer passiert, während ich der Meinung bin, das unsere Beziehung durchaus das Potenzial hat, in bestimmten Bereichen wieder aktiviert werden kann.

    Meine Frage ist nun, wie kann ich es schaffen, meine Frau aus diesem Denken über gestern dazu zu bringen, über heute und morgen nachzudenken. Man muss dazu sagen, dass sie nie ein Mensch war der große Pläne und Strategien für die Zukunft macht sondern hauptsächlich aus der Situation heraus agiert.

    Ich liebe sie immer noch weiß, dass ich ihr viel schuldig bin.

    Ich bin für jeden Tipp dankbar.

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Hallo,
    für mich liest es sich so (u. a. auch aufgrund der Formulierungen), dass du deine Frau bisher nicht als Partner auf Augenhöhe betrachtet und behandelt hast.

    Woher kommt dein Sinneswandel? Hat das möglicherweise damit zu tun, dass du deinen Lebensabend gerne (für dich) gestalten möchtest?

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Mirjam,

    dass kann sicherlich so sein. Das Problem ist, meine Frau ist ein sehr sozialer Mensch ist mit einer feinen Antenne dafür, wenn jemand Hilfe benötigt. Sie wird daher z.B. von unseren Kunden am Telefon gerne als Kummerkasten benutzt. Sie hat schon immer die Bedürfnisse anderer über Ihre eigenen gestellt, sofern sie eigene überhaupt erkannt hat. Bei mir ist das eher umgekehrt. Ich bin ein sehr rational und logisch denkender Mensch welcher die Probleme anderer erst erkennt, wenn man ihn mit der Nase darauf stößt. Rational gesehen hätten solche Leute gar nicht heiraten sollen.
    Ich möchte tatsächlich meinen Lebensabend gestalten, allerdings nicht nur nach meinen Wünschen sondern auch so, wie es ( nach meiner Meinung ) für uns beide gut ist. Ich bekomme ja leider nicht heraus was meine Frau möchte. Sie macht dicht und sagt, ich will gar nichts mehr.
    Ich habe natürlich daran gedacht mich zu trennen und mein Leben zu führen. Das kommt aber nicht wirklich in Frage. Ich könnte nicht damit leben sie so zurück zu lassen. Andererseits tue ich mich auch schwer damit dass es keine gute Kommunikation gibt, keine Zuwendung und keinen Spaß am Leben. Ich würde das gerne ändern, sicher auch für mich. Wenn uns das gelingen würde, wäre es doch auch für meine Frau gut. Ich habe schon bemerkt, dass Ihre Laune deutlich besser geworden ist seit dem ich versuche aufmerksamer zu sein und mehr zu reden und ihr zu sagen was ich mir denke wenn ich etwas tue oder sage. Wenn ich allerdings sage, dass sie auch etwas dazu beitragen soll etwas zu verändern sagt sie immer, ich wehre mich gegen alles, was du von mir willst. Ich kann das durchaus verstehen, aber ist es wirklich eine Lösung alles so zu lassen wie es ist?

  4. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Vielleicht kannst du ihr eine Freude machen, bei der du selbst außen vor bleibst. Beispiel: Eine Wellnesswochende für sie und ihre beste Freundin organisieren (dies nur als Beispiel....).

  5. #5
    Moderator Avatar von siddhi
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    Hallo Lui und Herzlich Willkommen im Forum!

    Wenn ich das so lese, dann könnte ich mir vorstellen, dass deine Frau eigentlich prädestiniert wäre, im Moment leben zu können. Im Moment leben und Vergangenes loslassen. Diese ständige Aufwärmen von Situationen aus der Vergangenheit ist zermürbend. Man kann die Vergangenheit nicht ändern. Man kann lediglich versuchen, es "jetzt" besser zu machen.

    Verändern kannst du jedoch nur dich selber. Sei die Veränderung, die zu sehen/haben möchtest. Es wird sich zeigen, ob sie mit zieht oder nicht. Sie muss es natürlich auch wollen. Gib, was du geben kannst, und schau einfach mal, was passiert.

    Wenn sie wieder in die Vergangenheit abrutscht, kannst du ihr gerne mal empfehlen, nach "Leben im Hier und Jetzt" zu googeln. Da gibt es viel Interessantes und Hilfreiches zu lesen. Oder du liest es und versuchst es zu vermitteln.

    "Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben." (Marie von Ebner-Eschenbach)

    Alles Gute dir!

    LG siddhi (privat)
    Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus. (Demokrit)

  6. #6
    Roman Verfasser Avatar von Mona-Lisa
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    Hallo Lui12,

    mir erscheint Deine Frau entmutigt zu sein, was Eure Ehe angeht. Und mir scheint, dass Du relativ dominant bist und glaubst zu wissen, was für sie gut wäre. Warum habt Ihr geheiratet? Was gefiel Dir an Ihr? Was gefiel Ihr an Dir? Fragen über Fragen, die Du Dir stellen kannst. Ich halte viel davon, an den Anfang zurückzugehen. Nach so vielen Jahren spielt sich vieles ein und vielleicht hat Deine Frau auch tatsächlich erst mal für sich abgeschlossen, was ja durchaus auch gut sein kann.

    Wenn es theoretisch auch okay ist, morgen tot umzufallen, dann hat man ja auch gelebt, hat einem das Leben möglicherweise schon viel geboten und man empfindet es als genug. Was wahrscheinlich schwer vorstellbar ist für Jemanden, der immer irgendwelche Ziele verfolgt, vorzugsweise im zielgerichteten Handeln sein Glück sieht.

    Du schreibst, dass Du sie liebst. Was liebst Du an Ihr? Sagst Du Ihr das ab und zu? Zeigst Du Ihr das ab und zu? Habt Ihr Kinder? Und warum bist Du ihr was schuldig?

    Verändern kann man sich nur selber und manchmal führt die Veränderung, die man selber anstößt zu einer Veränderung des Mitmenschen. Wohin sich ein Mensch verändert und wie schnell ist höchst unterschiedlich.

    Nicht jeder kann so einfach artikulieren, was er mag, für manche ergibt sich tatsächlich durch die Vermeidung dessen, was man nicht mag, automatisch das alternativ getane als das Gemochte. Ich finde es sehr schön, dass Du Dich bemühst um Deine Frau, mehr erzählst, als früher. Vielleicht hat sie das ja vermißt?

    Was das immer wieder auftischen von alten Sachen angeht, oft sind das ja Dinge, die einen gekränkt haben und die man schlecht verzeihen kann oder als Begründung dafür ins Boot holt, warum man selbst nicht (mehr) bereit ist, auf jemanden zuzugehen. Wie reagierst Du, wenn sie etwas "Altes" ins Gespräch bringt? Könnt Ihr gemeinsam Schweigen?

    Alles Gute
    Mona-Lisa
    Kleine Taten, die man ausführt,
    sind besser als Große, die man nur plant

    Man muß mit Allem rechnen, sogar mit dem Schönen!

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mona-Lisa für den sinnvollen Beitrag:

    Mirjam (09.05.2020)

  8. #7
    Neuling
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    Danke für die Antworten und die Tipps,

    ich werde mal sehen, ob ich daraus etwas machen kann. Es ist schwierig.

    Das Wellness-Wochenende fällt schon mal aus: 1. hat sie keine beste Freundin mit der sie fahren würde, 2. Wellness geht gar nicht. Sie ist ein Mensch der den ganzen Tag auf 100% läuft, wenn etwas dringendes ist, gerne auch mehr. Aktiv entspannen oder einfach mal die Ruhe geniessen ( das ginge bei uns gut, wir wohnen auf dem Land ) ist nicht möglich. Sie muss immer irgend etwas tun. Wenn sie nur am Tisch sitzt beim Frühstück wird nebenher Sudoku gelöst. Ich denke das einzige wo sie entspannen kann ist beim Radfahren oder Wandern.

    Das mit dem "jetzt leben" habe ich ihr genau so schon versucht zu vermitteln. Ich habe ihr gesagt, gestern ist Geschichte. Daran können wir nichts ändern. Das einzige was wir aktiv beeinflussen können ist das jetzt und das Morgen. Ich habe ihr gesagt das wir zusammen sehr wohl etas bewegen können und wir können zusammen herausfinden, wie der Weg aussehen könnte. Wenn man ihr dann aber sagt, das geht nur, wenn sie das auch will, macht sie wieder dicht und sagt, sie will nicht, das irgend jemand noch etwas von ihr will. Sie will nur in Ruhe gelassen werden. Andererseits, wenn z.B. unsere Schwiegertochter ( wohnt im selben Haus ) kommt und sagt, das sie mit irgendwas ein Problem hat, bietet meine Frau sofort an zu helfen, zu machen und tun, bevor überhaupt die Frage nach Hilfe kommt.

    Mit der Frage "Warum habt ihr geheiratet" ist so eine Sache. Ich bin ein sehr zurückhaltender Mensch und sie war zufällig auf einer Party. Sie ist dann auf mich zugekommen und da hat es gefunkt. Schon nach kurzer Zeit hat sie immer gesagt, sie kann sich überhaupt nicht erklären, wieso sie auf mich zugegangen ist. Ich war so gar nicht der Typ Mensch, mit dem sie sich bisher umgeben hat. Geheiratet haben wir, weil sie schwanger war. So ging das damals.

    Die Frage nach den Kindern ziehlt ja in Richtung Trennung als Alternative. Klar würde das gehen. Das Problem ist allerdings, wir wohnen im eigenen Haus, welches uns je zur Hälfte gehört. Ebenfalls im Haus wohnt unser jüngster Sohn mit seiner Famile. Der soll das Haus irgend wann einamal erben. Wir leben finanziell leider nicht im Überfluss, zusammen im eigenen Haus kämen wir aber gut klar. Bei einer Scheidung müsste das Haus verkauft werden und wenn jeder von uns Miete zahlen müsste bliebe da nicht mehr viel Spielraum. Bei meiner Frau würde es besonders eng, das sie viele Jahre auf 450 € Basis bzw. "umsonst" in unserer Firma mitgearbeitet hat. Sie wird nur eine sehr kleine Rente bekommen. Nach meiner Meinung hinterließe diese Lösung viel verbrannte Erde und es wäre für alle Beteilgten unter dem Strich eine schlechte Lösung.
    So wie ich es jetzt sehe wäre es das Beste, sie irdendwie dazu zu bringen, die Tür zu Morgen wenigsten einen Spalt breit zu öffnen um heraus zu finden, was für uns Beide gut ist. Ich weis nur im Moment nicht, wie ich das bewerkstelligen soll.

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Lui12 für den sinnvollen Beitrag:

    Mona-Lisa (09.05.2020)

  10. #8
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Seit wann kriselt es zwischen euch?

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