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Thema: Wie können wir ihr helfen- geht das überhaupt?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie können wir ihr helfen- geht das überhaupt?

    Hallo,

    ich habe mich hier angemeldet, da ich nicht weiter weiß. Es geht um die Schwester meines Freundes. Sie ist fast 24 Jahre und bekommt nichts in Ihrem Leben auf die Reihe. Nichteinmal die einfachsten Dinge.

    Wo fange ich am Besten an...
    Vorweg: Sie hatte ein ziehmlich starkes Drogenproblem(Crystal) und war deshalb auch schon in Therapie mit betreutem Wohnen. Nach vorerst erfolgreichem Entzug meinte Sie endweder, dass sie das ab jetzt alleine schafft oder aber hatte keinen Bock mehr betreut zu werden. Wobei wir eher letzteres vermuten. Deshalb hat Sie meine Schwiegermutter irgendwie dazu gekriegt, dass Sie die Therapie abbrechen darf und wieder bei Ihr daheim einzieht. Alles unter dem Vorwand, dass Sie jemand kennengelernt hat und er Arbeit für Sie hat. Da Schwiegermutti eine herzensgute Frau ist und grundsätzlich an das Gute im Menschen glaubt, hat Sie dies, trotz ärtzlicher Warnnung, zugelassen.

    Wie sich kurz darauf rausstellte, hatte ihr neuer Typ keine Arbeit. Auch keine Wohnung. Dafür Schulden. Durfte aber trotzdem vorerst mit bei Schwiegermutti wohnen. Die zwei haben sich dann nach ein paar Monaten eine Wohnung gesucht, Schwiegermutti übernahm die Bürgschaft.

    Wie man sich denken kann, sind die damit voll gegen die Wand gefahren. Den Job, den es zwischenzeitlich gab, hatte sie schnell wieder los. Die Beziehung war auch für die Katz und das ganze endete in großem (finanziellen)Drama (Miet/Stromschulden, Anzeigen, Unterlassungsklagen, Körperverletzung). Drogen waren natürlich auch wieder im Spiel. Da Sie als U25 keinen Anspruch auf Hartz 4 hatte und auch unter keinen Umständen wieder zurück zur Mutti konnte (war selbst umgezogen in der Zeit) sind wir drei für Ihren Unterhalt aufgekommen. Da mein Freund und ich vor kurzem selbst umgezogen sind, haben wir Ihr vorgeschlagen, dass sie in meiner alten Wohnung wohnen kann. Zum einen, weil diese günstiger war, zum anderen, weil sie sich in unserer Stadt, und somit auch in unserer Nähe, befand. Alles mit dem Gedanken, ihr einen Neuanfang zu ermöglichen und das sie von Ihrem alten Umfeld wegkommt.

    Aber auch hier wieder: ******* wars und kein Kompott!
    Schwiegermutti und ich haben ihr die Wohnung eingerichtet, geputzt, Ihren Umzug bezahlt und organisiert. Ich habe jeden freien Tag für sie geopfert um mit ihr auf Jobsuche zu gehen, Behördengänge zu erledigen, halt alles um ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine ist und endlich mal was vorangeht.

    Und was macht sie? Sucht sich eine neue beste Freundin, die -natürlich- schwer Crystalabhängig ist. Jobsuche war egal. Ein Job wurde abgelehnt, weil sie das nicht machen wollte, Familie bezahlt ja. Jeder wurde belogen oder vertröstet. Wichtiger, waren Partys, Freunde und Männer.

    Dann erkrankte Schwiegermutti an Krebs. Für uns alle ein großer Schock. Zugleich hofften wir, dass es jetzt bei ihr bimmelt und sie ihr Leben anfängt zu ordnen. Wie man sich denken kann, hielt diese Phase etwa genau eine Woche an. Danach kam es zum großen Krach. Schwiegermutti meinte ja, noch immer arbeiten gehen zu müssen, obwohl sie durch ihre Krankheit extrem geschwächt war und Ruhe braucht. Hat die Schwester aber scheinbar wenig gekümmert, denn dank Facebook durften wir an ihrem regen Partyleben teilhaben. Daraufhin waren wir (mein Freund und ich) die Bösen, weil wir sie bei Mutti schlecht machen und alles petzen, obwohl Mutti ja Ruhe braucht. Zudem würden wir uns in ihr Leben einmischen und ihr Vorschriften machen (u.a. habe ich ihr verboten Leute mit in die Wohnung zu nehmen. Erstens weil ich allein in dem Mietvertrag stehe und zweitens weil ich nicht wollte, das da eine Drogenhöhle draus wird)

    Ab diesem Zeitpunkt hatten wir ein paar Wochen keinen Kontakt und Sie hat es in der Zeit tatsächlich geschafft sich einen Job zu suchen. Das war Anfang Dezember.

    Nun könnte man ja meinen, dass es langsam wieder bergauf geht. Der aufmerksame Leser weiß aber: tut es nicht.
    Ihr wurde das Konto gekündigt, da Sie noch einen Dispo hat und der erste Lohn erst diese Woche kommt. Zudem sind Handy und DSL gesperrt. Alles Sachen, um die man sich auch nicht kümmern muss. Da ihr Betrieb über Weihnachten Betriebsurlaub hatte, Sie jedoch keinen Urlaubsanspruch, bat ihr Chef sie sich krankschreiben zu lassen. Hat sie auch gemacht. Nur war sie zu faul den Durchschlag an die Krankenkasse zu schicken. Angeblich weil sie kein Geld für Briefmarken hatte. Und zu Fuß zur KK waren es bestimmt 30 min. Soll heißen sie bekommt nur soviel Geld, dass sie vielleicht nichtmal die Miete an mich bezahlen kann.

    Kann mir bitte jemand sagen, wie ich/wir weiter mit ihr verfahren sollen? Ich hab Schwiegermutti schon im Oktober gesagt, dass ich die Wohnung kündigen werde, weil ich keine Nerven mehr habe und auch ein elendes Gewissen hatte wenn Schwiegermutti mir das Geld für die Miete gegeben hat. Jedoch hat sie zu mir gesagt, dass sie ihr Kind niemals auf der Straße sitzen lassen wird. Wenn sie bei uns rausgeflogen wäre, hätte Mutti eine neue Wohnung gesucht und diese bezahlt.

    Aber so kann das nicht weiter gehen. Jeder streitet sich wegen ihrem Fehlverhalten. Ihr scheint das alles egal zu sein, denn nach ein paar Tagen ist ja meist wieder alles gut. Ich hab nie ein aufrichtiges Danke gehört. Partys sind immernoch an der Tagesordnung. Zudem hat sie ein weiteres Problem: Sie kann nicht allein sein. Sie muss unbedingt einen Freund haben. Fast schon egal wer. Und jedes abgedrehte Weib ist gleich Ihre beste Freundin. Meistens sind das die ubgefucktesten Bitches (sorry für diesen Ausdruck) die die Gesellschaft zu bieten hat.

    Schwiegermutti wird sie auch weiterhin finanziell unterstützen, das steht außer Frage. Ich hätte halt gern, dass sie nochmal auf Therapie geht. Nur wie soll das bezahlt werden. Ohne Hartz4 auch keine Krankenversicherung. Und ohne Krankenversicherung keine Therapie.

    Egal was man versucht: Unterstützen, Pflichten aufzeigen, Ignorieren, einfach mal machen lassen....nicht fruchtet. Es ist ein Kmpf gegen Windmühlen.

  2. #2
    Neuling
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    Lieber Meister Eder,


    na das ist ja ein Schei*...

    Das tut mir sehr Leid für Dich, dass in Deinem Umfeld sowas passiert. Ich kann gut nachvollziehen, dass Du Dich sehr hilflos fühlst und nicht mehr weiterweißt.

    Vielleicht haben es Dir schon einige Menschen gesagt, naja... Dann reih ich mich mal ein, und ich sage es Dir aus Erfahrung:

    Du fragst, was Du tun kannst, aber es gibt nichts, was Du tun kannst.

    Warum auch immer sich Deine Freundesschwester so angezogen fühlt von diesem Loch, dem Elend und dem negativen Sog, Du wirst nichts daran ändern können, wenn sie es selbst nicht will.
    Und manche wollen eben erst, wenn sie ganz hart aufklatschen.
    Aus Erfahrung sag ich Dir, Du kannst die Abwärtsspirale vielleicht verzögern, aber ändern kannst Du an ihrer Existenz leider nullkommanull.
    Und dann auch noch Crystal, so ein *******zeug. Da geht das schnell, das ein Mensch am Boden aufklatscht, destruktiv, wie dieser Stoff ist.

    Ich wünsche Dir, dass Du gut für Dich sorgen und Dich, wenn nötig, auch abgrenzen kannst.
    Weisst Du denn, ob es eine Drogenberatungsstelle in Deiner Stadt gibt?
    Weil, wenn sie es MÖCHTE könnte sie sich dort informieren, wie sie ohne Krankenversicherung wieder clean werden kann (Entzg, Reha...).
    Du kannst ihr den Weg dorthin zeigen, ihr vielleicht eine Broschüre geben (damit sie, wenn sie aufhören will, wenigstens schonmal von der Stelle gehört hat), aber den Weg dorthin finden muss sie selber. Und all diese Infos zusammenzusammeln, das ist auch gar nicht Dein Part.
    Mehr kannst Du nicht machen.

    Es steht zwar nirgendwo konkret, aber ich vermute mal, dass sie wieder konsumiert, oder?
    Ich hab noch keineN EhemaligeN gesehen, der Party macht mit Menschen die auf C sind und NICHT wieder konsumiert.

    Viel Glück Dir, Meister Eder, pass gut auf Dich auf!

    Kornblumenblau

  3. #3
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    Hallo Kornblumenblau,

    danke für deine Antwort.
    Ja sie konsumiert gelegentlich. Halt am Wochenende wenn sie auf Party ist.
    Das schwierge, was das ganze noch um einiges komplizierter macht, ist die Tatsache, dass ihr Bruder(mein Freund) ebenfalls jahrelang abhängig war. Nur war er noch schlimmer als sie. Mittlerweile befindet er sich seit ein paar Jahren in Therapie und ich "pass auf ihn auf". Heißt ich kontrolliere sein Geld, wann er wo mit wem ist und so weiter. Klingt wie bei einem kleinen Kind, ist aber ziemlich erfolgreich. Außerdem arbeitet er in der gleichen Firma wie ich, was mir die "Kontrolle erleichter".

    Nur habe ich nicht die Kraft, Zeit und Nerven, das bei ihr auch zu machen. Sehe ich ehrlich gesagt auch nicht als meine Aufgabe an. Genaugenommen sorge ich mich nur um meine Schwiegermutti. Sie belastet die Situation gewaltig. Und das fördert ihren Heilungsprozess nicht im geringsten.

    Nur meint die Schwester, dass sie das selbe Recht hat wie ihr Bruder und sich ebenfalls jahrelang auf Kosten von Mutti austoben kann, bis jemand wie ich kommt und sie rettet...oder so. Nur vergisst sie, das Mutti mittlerweile 20 Jahre älter ist und schwer krank. Und ganz ehrlich: welcher Mann will ernsthaft so eine Frau?
    Aber sie checkt es nicht. Therapie braucht sie nicht, da sie ja nur ganz selten was nimmt...sagt sie. Wir haben ihr auch schon einen Psychologen nahe gelegt. Aber wenn sie es nichtmal schafft einen Brief auf die Post zu bringen wir sie das auch nicht hinbekommen.

    Es ist ein Teufelskreis. Und sie hat keine Ahnung wen sie da mit reinzieht.

  4. #4
    Neuling
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    Wäh, Meister Eder, das find ich ja derb, was Du für Deinen Freund machst.

    Du scheinst Dich schnell verantwortlich zu fühlen, kann das sein?

  5. #5
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    Standard Da hilft nur gesunde Härte!

    Bevor Du Dich von so einem Menschen mit herunter ziehen läßt, solltest Du Dich von ihm lösen und ihm seinem Schicksal überlassen, weil Du Dich sonst vereinnahmen und zum Coabhängigen machen läst!

    Schon in der Bibel heißt es: "Bevor Deine faulende Hand Dich umbringst, haue sie ab!"

  6. #6
    Bestseller Autor Avatar von Semiramis
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    Rainer, bitte erst überlegen vor dem Posten....
    Musik bringt zum Ausdruck, was sich nicht in Worte fassen läßt und doch nicht still bleiben kann.

    Victor Marie Hugo

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Semiramis für den sinnvollen Beitrag:

    Rainerjg (13.01.2015)

  8. #7
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    Und mangels einer Bibel, sagen die Indianer: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.

    Hallo Meister Eder,

    wenn ich das so lese, kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Da kannst Du (Ihr) gar nichts (mehr) tun momentan, denn sie WILL nicht und das ist das Entscheidende.

    Jeder Mensch kann sicher mal straucheln im Leben und es kann sehr hilfreich sein, wenn dann Menschen dahinter stehen, die beim Aufstehen ein bisserl helfen und unterstützend begleiten. Das alles funktioniert aber nur auf Dauer, wenn der Gestrauchelte nicht nur mitzieht, sondern deutlich diesen Weg gehen will.

    Ich würde auch keine Therapie / Reha mehr organisieren o.ä, denn auch dies alles macht derzeit gar keinen Sinn.

    Auch unter 25 Jahren hat sie - unter gewissen Umständen - einen Anspruch und der ist nicht per se ausgeschlossen. Da gibt es versch. Möglichkeiten, u.U., wenn das Wohnen bei Angehörigen nicht zumutbar ist (z.B. zu kleine Wohnung, Drogen etc.). Da müsste sie sich aber selbst mal hinter klemmen.

    Ich würde da jetzt nichts mehr tun, ihr das ankündigen und demnächst die Wohnung aufgeben. Vllt. könnt Ihr ja auch nochmal mit Deiner SchwiMu sprechen, dass es sinnvoller erscheint, mal die Füße still zu halten, weil jede Unterstützung mom. nur ne Unterstützung für Dorgenkonsum und Absturz ist.

    Vllt. kommt die Schwester ja dann wirklich mal selbst in Schweiß, wenn keiner mehr was ab- und übernimmt.

  9. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Else08/15 für den sinnvollen Beitrag:

    Kornblumenblau (13.01.2015),Rainerjg (13.01.2015)

  10. #8
    Amor&Psyche
    Gast

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    Deine Frage:
    Wie können wir ihr helfen- geht das überhaupt?
    Ich denke, diese Frage ist ziemlich leicht zu beantworten. :-/
    Erfahrungsgemäß lassen süchtige sich nicht helfen. Es mag Ausnahmen geben, aber wohl eher selten.

    Die Kraft, die du noch hast würde ich nutzen um "Schwiegermutti" eine Stütze zu sein.
    Aber ich glaube nicht das du ihr ausreden kannst ihrem Kind zur Seite zu stehen.

    LG

  11. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Amor&Psyche für den sinnvollen Beitrag:

    Kornblumenblau (13.01.2015)

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