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Thema: Wie schafft ihr es loszulassen?

  1. #1
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    Standard Wie schafft ihr es loszulassen?

    Hallo alle zusammen,

    ich habe letztes Jahr hier im Forum schon mal kurz über meine unglückliche Liebe berichtet, um die konkrete Situation nochmal kurz zusammenzufassen:
    ich hatte mich in eine Arbeitskollegin verliebt, dass wir außerhalb der Arbeitszeit überhaupt was zusammen gemacht haben ging von ihr aus, sie hat immer wieder so halbe Signale gesendet, hat dann mit ihrem Freund Schluss gemacht (aber nicht meinetwegen), ich hab ihr ziemlich persönliche Geburtstagsgeschenke geschenkt, den Abend darauf konnte ich nach Monate langem hin und her nicht mehr und hab ihr dummerweise per Whatsapp meine Gefühle gestanden und wollte endlich wissen woran ich bei ihr bin, nach 2 Tagen ignorieren hat sie mich dann zurückgewiesen, dann haben wir das ganze Wochenende über Whatsapp gestritten und gegenseitig den Kontakt abgebrochen, 3 Wochen später hat sie den Kontakt zu mir wieder aufgenommen und meinte u.a. in einer Sprachnachricht dass sie mich nächste Woche gerne zum Pizza essen einladen möchte, dann war sie auf einmal wieder eher distanziert, da man nicht vernünftig mit ihr sprechen konnte hab ich dann den Kontakt zu ihr abgebrochen, danach musste sie natürlich auch wieder nachtreten wir haben wieder über Whatsapp gestritten und sie hat u.a. geschrieben dass ich wertlos für sie bin, darauf hat meine Arbeitsleistung nachgelassen und ich wurde wenige Wochen später gekündigt, in der letzten Woche war nochmal Kontakt aber kein privater Kontakt mehr, jetzt haben wir seit September keinen direkten Kontakt mehr sie schaut sich aber noch jeden Whatsapp Status von mir an, aber sonst nichts weiter...

    Ansonsten war es aber eigentlich sogar einer der einzigen Male in den letzten Jahren wo ich mal etwas Glück hatte... wurde vom alten Arbeitgeber 3 Monate voll bezahlt freigestellt, ins Zeugnis hat man aber geschrieben dass ich das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen habe und steht auch nix von der Freistellung, jetzt hab ich nahtlos einen neuen Job gefunden in dem ich das doppelte verdiene (war bei der alten Firma aber auch ziemlich schlecht bezahlt) und der fachlich auch besser zu mir passt und hatte Ende letzten Jahres auch noch 2 andere Dates, was aber beides nicht so gepasst hat...


    Eigentlich gibt es ja wenig Situationen wo es noch leichter fallen könnte loszulassen bzw. aufzuhören sie zu lieben.... aber ich kann es einfach nicht und muss ganz automatisch immer noch jeden Tag an sie denken...

    Auch wenn sie sich damals besonders kacke verhalten hat denke ich ehrlich gesagt aber nicht dass das nur bei ihr so ist, dass ich nicht "loslassen" kann, sondern es wohl eher ein allgemeines Problem von mir ist...

    Deswegen mal meine Frage insbesonders an die von Euch die da vielleicht auch etwas emotionaler / sensibler sind - wie schafft ihr das denn immer wieder loszulassen??

    Liebe Grüße
    Puzzles

  2. #2
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    Wenn ich Schwierigkeiten habe jemanden loszulassen, sehe ich zu, dass ich Distanz schaffe. Das heißt für mich auch, dass dieser Mensch meine WhatsApp-Status nicht mehr zu sehen kriegt (kann man in den Einstellungen leicht ändern) und ich ihn auch auf allen anderen Kommunikationswegen blockiere. Ich lösche also auch seine Telefonnummer und werden für diesen Menschen z.B. auf Facebook unsichtbar. Ich gucke selbst auch nicht mehr, was er so treibt. Das ist nicht immer leicht und bedarf auch einiger Disziplin, wirkt aber irgendwann.

    Klar denke ich dann trotzdem immer mal wieder an diesen Menschen. Dann versuche ich meine Gedanken umzulenken indem ich z.B. Vögel am Himmel beobachte, mich für die Gesichter von Menschen interessiere (okay, im Moment schwierig mit diesen Masken) oder ich fange an Rätsel zu lösen oder auszudenken. Oder ich stelle mir vor, dass ich den Gedanken an diesen Menschen in ein Paket packe und im Garten vergrabe.

    Manchmal muss ich aber vorher so etwas wie eine Verabschiedung machen. Ich stelle mir dann vor, dass der Mensch vor mir steht und wie ich ihn verabschiede. Dabei kann man noch mal ein paar liebe Worte sagen, sich selbst und dem anderen verzeihen (ich verzeihe dir, ich verzeihe mir), wobei man nicht mal benennen muss, was man verzeiht. Und dann lasse ich den Menschen gehen, also wirklich laufen (in meiner Vorstellung) und winke vielleicht noch hinterher, wobei ich ihm ein gutes Leben wünsche, welches sich aber fernab von mir abspielt. (Ein bisschen wie "Geh mit Gott aber geh nun endlich" ) Ich drehe mich dann auch um und gehe weg, ohne mich noch einmal umzuschauen.

    Klar denke ich trotzdem ab und an noch mal an Menschen, die ich bereits verabschiedet habe. Aber ich hänge ihnen nicht mehr nach. Es macht einen Unterschied, ob ich einfach nur mal an jemanden denke, den ich mal sehr geliebt habe, oder ob ich in ständiger Trauer ihm noch nachhänge und mich dadurch hemmen lasse, mein Leben wirklich zu leben.
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

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    Malembe (14.06.2020),Mirjam (10.06.2020),Nils1 (11.06.2020),Pullus (11.06.2020),Puzzles96 (10.06.2020)

  4. #3
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    Danke für Deine Antwort und Respekt davor wie emotional diszipliniert Du da bist!

    Das mit dem Blocken hab ich vorrübergehend auch gemacht, in dem individuellen Fall hab ich für mich aber gemerkt dass es mir ohne im Moment besser geht zum einen weil ihre Status Meldungen oftmals die Reife eines beleidigten 5 jährigen Kindes haben und mir das dann auch hilft in ihr nicht etwas zu sehen was gar nicht da ist, zum anderen arbeite ich ja weiterhin in der gleichen Branche wie sie (und ein mittelgroßer Kunde den ich betreue wird bei meiner alten Firma von ihr betreut) und wohne im gleichen Stadtteil wie sie (indem es noch dazu jetzt auch nicht so wahnsinnig viele Supermärkte gibt) deswegen ist es so denke ich schwer möglich 100% Distanz zu schaffen und würde deswegen eigentlich lieber dahin kommen dass es mich einfach nicht mehr juckt was sie für einen Status postet etc.

    Also darin hemmen mein Leben zu leben hab ich eigentlich nur letztes Jahr die 2-3 Wochen vor meiner Kündigung beim alten Arbeitgeber gemacht, wenn man Kollegen oder Bekannte von mir fragen würde denken glaub ich auch die meisten dass ich so ein super glücklicher Typ bin, aber Abends/nachts weine ich mich dann eben oftmals in den Schlaf, die Gedanken an sie kommen dann auch ganz automatisch... die Frage ist halt auch ob ich so lange das so schlimm ist, überhaupt aktiv auf Partnersuche gehen sollte in der Hoffnung dass es dann automatisch besser wird oder ob das nicht irgendwo auch unfair gegenüber denen die ich dadurch dann vielleicht kennenlernen würde ist?

    So, sorry dass es etwas unstrukturiert ist, bin gerade mal wieder etwas durcheinander...

    Liebe Grüße und gute Nacht allen Mitlesenden

  5. #4
    Verleger Avatar von Draugr
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    Meiner Erfahrung nach ist es so, dass, ganz platt, die Zeit alle Wunden heilt. Das kann natürlich dauern und Narben können auch noch Schmerzen verursachen, allerdings nicht so schlimm, weshalb auch ich einen gewissen Abstand empfehlen würde.

    Ich persönlich habe quasi mit keiner früheren Beziehung jeweils richtig abschließen können, es blieben immer Fragen, unausgesprochenes etc.
    Das Leben ging dann aber parallel weiter.
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

  6. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Draugr für den sinnvollen Beitrag:

    Kräuterbiene (11.06.2020),Mirjam (11.06.2020),Puzzles96 (15.06.2020)

  7. #5
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Ein paar persönliche Gedanken zum Loslassen:

    Ich tue mir auch manchmal schwer, loszulassen. Loslassen assoziiere ich mit einem aktiven Vorgang. Unter Umständen kann man in einen Kreislauf geraten, dass man mit sich selbst hadert, wenn es nicht klappt.....erhöht die Bemühungen.....etc.etc..

    Manchmal spiele ich gedanklich gern mit Wortfamilien. Dabei bin ich auf sein lassen gestoßen. Dies hat gefühlt für mich eine andere Qualität - eher passiv und innerlich friedlich. Das heißt, dass der Mensch, um den es geht, ggf. auch ein ganz kleines Stückchen bleiben darf.

    Noch ein weiteres Wort aus der Familie “lassen“: gelassen........
    Geändert von Mirjam (11.06.2020 um 10:50 Uhr)

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    Puzzles96 (15.06.2020),Schneider007 (11.06.2020)

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