Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Wie überwinde ich mich über Gefühle und intime Gedanken zu sprechen?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    03.01.2020
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Wie überwinde ich mich über Gefühle und intime Gedanken zu sprechen?

    Hey, ich bin derzeit dabei mir Termine für Psychotherapien bzw. Diagnosen geben zu lassen – leider, aufgrund von ewigen Wartelisten – dauert das noch, bis ich diese wahrnehmen kann (Verdacht auf ADHS und Autismusspektrumstörung mit diversen Komorbiditäten wie z. B.: Depressionen, Oppositionelles Trotzverhalten, evtl. Essstörungen, Sucht, Selbstverletzendes Verhalten, Sozialphobie, Vermeidende Persönlichkeitsstörung (Aversionspersönlichkeitsstörung) und sicherlich kommt noch mehr ans Tageslicht ^^)
    Im Rahmen dessen hab ich mich jetzt sehr lange selber beobachtet, viel reflektiert usw. mir ist dabei aufgefallen, dass ich noch nie über meine Gefühle geredet habe und das ist für eine Therapie ja essenziell. Über whatsapp und facebook habe ich schon mit meiner besten Freundin über Gefühle kommuniziert, aber so Face-to-Face noch nie. Es gab sicherlich mal den ein, oder anderen Moment in dem das möglich gewesen wäre, aber in solchen Momenten stehe ich dann immer kurz vorm Heulen, egal ob das Thema jetzt besonders brenzlig ist oder nicht und das ist mir doch sehr unangenehm. Ich weine nicht vor anderen. Ich habe bisher immer alles runtergeschluckt oder sehr umschrieben für mich aufgeschrieben (kann Gefühle schwer formulieren), aber noch nie geäußert und ich frage mich, wie ich einem Psychologen davon erzählen soll wenn ich a) kein Wort herausbringe und b) große Schwierigkeiten damit habe überhaupt die richtigen Worte zu finden. Wenn ich darüber schreibe, dann kann ich ja länger darüber nachdenken, umformulieren, Sachen streichen, alles etwas reservierter halten. Beim Reden geht das nicht und ich weiß, dass ich generell nicht wirklich eloquent bin was das Sprechen angeht (es sei denn mich interessiert etwas). Ich habe Wortfindungsschwierigkeiten und formuliere während des Redens Sätze oder Wörter um, auch wenn ich über normale Themen rede.
    Ich kann mich bestimmt überhaupt nicht ausdrücken wenn ich über Gefühle und all sowas sprechen soll. Am liebsten würde ich mit den Therapeuten/Psychologen ja einfach chatten, aber ich denke das ist nicht Sinn der Sache.

    Ich habe Angst dass ich falsch oder unzureichend diagnostiziert werden kann, weil ich einfach Angst habe manche Dinge von mir preis zu geben bzw. zuzugeben dass mich etwas wirklich belastet, warum genau weiß ich nicht einmal. Aber allein schon darüber nachzudenken sowas auszusprechen lässt mich erschaudern. Ich spiele sowas auch immer runter, ich hab einfach nicht das Gefühl bei sowas vollkommen ehrlich sein zu können. In solchen Momenten denke ich immer dass meine Probleme lächerlich sind im Vergleich zu anderen (was ja auch stimmt).

    Btw. Ich bin seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen und ich habe ihm noch nie gesagt dass ich ihn liebe – also so weit reicht dieses Verstummen meinerseits aus. Ist nicht so als wäre es mir nicht schon ein paar Mal fast über die Lippen gerutscht, aber sobald ich das zugebe bin ich angreifbar, also lass ich es. Ich küsse ihn auch nie vor meinen Eltern oder Freunden. Ich finde das total unangenehm. Meine Eltern wissen nicht mal dass wir zusammen sind, obwohl sie ihn kennen (er lebt mit mir zusammen) und sie ihn regelmäßig sehen. Aber ich habe das Gefühl dass sobald ich zugebe Emotionen zu haben angreifbar(er) bin, auch wenn ich weiß dass das irrational ist. Aber dieses Wissen ändert nichts daran dass ich kein Wort rausbekomme. Auch wenn ich Leute kritisieren soll(te) ist das so, oder wenn ich „Beziehungsgespräche“ oder so „Freundschaftsgespräche“ führen möchte, was selten ist, aber ab und zu würde ich schon gerne über etwas sprechen, lege mir das auch zurecht. Über diese Gespräche im Kopf, manchmal tagelang, aber im Endeffekt wird es nicht ausgesprochen.
    Ich hoffe ihr könnt mir irgendwie Tipps geben wie ich das üben(?!) kann bis ich endlich meine Termine habe. Ich will das gut und richtig machen und endlich Hilfe haben, aber das geht halt nur wenn ich das alles richtig kommuniziere. Bitte kein: Du musst dich halt überwinden/es irgendwie versuchen/ ... - das mache ich. Es klappt nur nicht, ich bin oft wie verstummt.

    (also ADHS und Autismusspektrumsstörung wurde mir nahegelegt mich diagnostizieren zu lassen. Je mehr ich mich mit den Komobiditäten beschäftigt habe, desto mehr konnte ich rausselektieren was vermutlich auf mich zutrifft)

  2. #2
    Bestseller Autor
    Registriert seit
    27.11.2009
    Ort
    in NRW
    Beiträge
    1.790
    Danke
    869
    746 mal in 492 Beiträgen bedankt

    Standard

    Du nimmst dich und deine Probleme nicht ernst.

    Du gibt als selbstgestelle Diagnosen Depressionen, Oppositionelles Trotzverhalten, evtl. Essstörungen, Sucht, Selbstverletzendes Verhalten, Sozialphobie, Vermeidende Persönlichkeitsstörung (Aversionspersönlichkeitsstörung) und sicherlich kommt noch mehr ans Tageslicht ^^) an. wenn nur etwas davon Stimmt, dann sind deine Probleme riesig.

    Über Probleme und Gefühle sprechen kann man lernen, u.a dazu ist Psychotherapie da.

    Zudem kann man durchaus zuhause wichtiges aufschreiben und es in der Psychotherapie vom Blatt ablesen, wenn das freie formulieren schwer fällt.

    Also nur Mut.
    Grüße
    Beinwell

    (Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.)

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Beinwell für den sinnvollen Beitrag:

    Blase (04.01.2020),Mona-Lisa (03.01.2020)

  4. #3
    Verleger
    Registriert seit
    01.03.2014
    Ort
    irgendwo in Hessen
    Beiträge
    2.107
    Danke
    1.075
    1.059 mal in 723 Beiträgen bedankt

    Standard

    In erster Linie, denke ich, hast Du Angst vor Offenheit weil Du dadurch verletzlich wirst, wie Du schon sagst. Das kann ich gut verstehen. Allerdings glaube ich auch das Du mit der Zeit, wenn Du merkst das Du dem Therapeuten vertrauen kannst, auch offener wirst. Das kann auch die ein oder andere Sitzung dauern, deswegen gibt es auch bis zu 5 probatorische Sitzungen in denen Du schauen kannst, ob dir der Therapeut überhaupt liegt.
    Ob Du Offenheit vorher üben kannst weiß ich nicht, sehe darin aber auch keinen größeren Sinn, denn Du hast ja deine Gründe das Du dich nicht offenbarst. Die würde ich erst mal nicht ignorieren.
    Eine falsche Diagnose kann natürlich zunächst gestellt werden, ist aber auch nicht in Stein gemeiselt. Die ist im Grunde auch nur nötig eine Kassenleistung zu rechtfertigen und letztendlich die richtige Therapiemethode zu finden.
    Alles Gute

  5. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Blase für den sinnvollen Beitrag:

    Beinwell (04.01.2020),Mona-Lisa (04.01.2020)

  6. #4
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    03.01.2020
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Naja das behauptest du, dass es ernst ist das kommt halt auch irgendwie immer auf die Relation an, oder nicht? Mir kommt das irgendwie nicht viel vor, wie schon angemerkt, ich befürchte sogar mehr. Die aufgezählten Punkte waren nur Punkte die ich meinen Symptomen/meinem Verhalten eindeutig zuorden konnte, alles andere, was sich womöglich vage äußert und wo mir auch die Selbstreflektion fehlt steht ja noch in den Sternen.
    Wenn man Leute mit wesentlich gravierenderen Problemen kennt dann rückt sowas in den Hintergrund. Ich hab teilweise das Gefühl dass es mir gar nicht schlecht gehen darf, weil ich so ein für Ausenstehende, traumafreies Leben führe/geführt habe. Ich persönlich wurde nie vergewaltigt oder anderweitig missbraucht, habe, bis auf meine Adoption als Baby und Kind viel Liebe erfahren. Meine Eltern sind toll ... eigentlich schon beschämend dass ich trotz dessen so am ***** bin. Ich komm mir einfach so albern vor. Wobei jaja, ADHS ist eine Stoffwechselerkrankung die vererbt wird und für die man nichts kann ...

  7. #5
    Bestseller Autor
    Registriert seit
    27.11.2009
    Ort
    in NRW
    Beiträge
    1.790
    Danke
    869
    746 mal in 492 Beiträgen bedankt

    Standard

    Du nimmst Dich und deine Probleme immer noch nicht ernst.

    Möglicherweise musst Du das erst in der Psychotherapie lernen.

    Übrigens verändern Psychische Störungen den Stoffwechsel des Gehirns, das ist richtig. Aber, Du verwechselst hier Ursache und Wirkung.
    Grüße
    Beinwell

    (Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.)

  8. #6
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    03.01.2020
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Naja das fällt einem auch nicht leicht, wenn man ständig vorgehalten bekommt dass man nicht das Recht dazu hat ebenfalls Schwäche zu zeigen. Ich kenne Leute die über Jahre hinweg von ihren Eltern vergewaltigt wurden. Leute die von Fremden oder Bekannten mehrfach vergewaltigt wurden, Leute die Menschen im Drogenrausch sterben gesehen haben, hochgradig abhängige Menschen, menschen mit schweren sozialen Störungen. Da ist doch alles über das ich mich echauffiere ein lächerlicher Witz. Das wird mir ja auch gesagt, ich höre das ja von Leuten die schlimmeres erlebt haben ... oder sie lassen es mich zumindest spüren.

    ADHS ist eine Stoffwechselerkrankung und hat psychische Erkrankungen zur Folge ...ADHS hat ja ersrtmal nichts mit einer psychischen Erkrankung zutun. Es resultieren daraus Krankheiten/Störungen.

  9. #7
    Bestseller Autor
    Registriert seit
    27.11.2009
    Ort
    in NRW
    Beiträge
    1.790
    Danke
    869
    746 mal in 492 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von tac etuc Beitrag anzeigen
    Naja das fällt einem auch nicht leicht, wenn man ständig vorgehalten bekommt dass man nicht das Recht dazu hat ebenfalls Schwäche zu zeigen.
    Dann wird es Zeit, das du dich von diesen Vorstellungen emanzipierst
    und du lernst gut für dich zu sorgen.
    Denn sehr erwachsen ist diese Verhalten nicht, ganz im Gegenteil.



    Ich kenne Leute die über Jahre hinweg von ihren Eltern vergewaltigt wurden. Leute die von Fremden oder Bekannten mehrfach vergewaltigt wurden, Leute die Menschen im Drogenrausch sterben gesehen haben, hochgradig abhängige Menschen, menschen mit schweren sozialen Störungen. Da ist doch alles über das ich mich echauffiere ein lächerlicher Witz.
    Du willst doch eine Psychotherapie bei einem niedergelassen Psychotherapeuten machen, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Menschen mit derartigen Problermen ist allein durch eine niedergelassen Psychotherapeuten nicht zu helfen.
    Dein Vergleich ist in etwas so, als wenn Du mit eine rausgewachsenen Bronchitis mit Fieber nicht zum Hausarzt willst, weil Menschen die ins Krankenhaus kommen, viel schlimmer dran sich.

    Wozu also der Vergleich? Doch nur um dich niederzumachen.


    Das wird mir ja auch gesagt, ich höre das ja von Leuten die schlimmeres erlebt haben ... oder sie lassen es mich zumindest spüren.
    Schildere mal genauer. Wer kennt dein Seelenleben so genau, das er sich ein Urteil erlauben könnte?

    Oder bist es hier auch wieder nur Du, die sich nicht ernst nimmt und deshalb auch nicht ernst genommen wird?
    Grüße
    Beinwell

    (Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.)

  10. #8
    Bestseller Autor
    Registriert seit
    27.11.2009
    Ort
    in NRW
    Beiträge
    1.790
    Danke
    869
    746 mal in 492 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von tac etuc Beitrag anzeigen

    ADHS ist eine Stoffwechselerkrankung und hat psychische Erkrankungen zur Folge ...ADHS hat ja ersrtmal nichts mit einer psychischen Erkrankung zutun. Es resultieren daraus Krankheiten/Störungen.

    """ Man vermutet heute, dass Hauptursachen für ADHS in Veränderungen der Funktionsweise des Gehirns zu suchen sind. Dabei handelt es sich um sehr komplexe Veränderungen, die im Zusammenspiel mit psychosozialen Faktoren zu hyperkinetischem Verhalten führen
    .""" Quelle: Neurolgen und Psychiater im Netz
    Grüße
    Beinwell

    (Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.)

Ähnliche Themen

  1. Es fällt ihm schwer über seine Gefühle zu sprechen
    Von 2Sonnenschein2 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 16.10.2019, 12:21
  2. Wie überwinde ich mich zum letzten Arbeitstag?
    Von Shadow777 im Forum Ängste
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 11.06.2019, 00:02
  3. Ich kann nicht über meine Gefühle sprechen
    Von Lena3000 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 26.10.2015, 09:51
  4. Wie überwinde ich einen unüberwindbaren Gedanken
    Von gehtdichnixan im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 27.12.2011, 23:27

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •