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Thema: Wo soll ich nur hin? Völlige Verzweifelung

  1. #1
    Neuling Avatar von BNice
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    Standard Wo soll ich nur hin? Völlige Verzweifelung

    Hallo Forum,

    ich befinde mich in der größen Krise meines Lebens. Suche seit über einem Jahr verweifelt nach wegen heraus, doch drehe mich nur im Kreis. Es öffnet sich einfach keine Tür und es wird immer schlimmer.

    Hier ein kurzer Abriss meiner Biographie:

    Ich bin aufgewachsen mit zwei emotional gestörten Eltern. Beide auf sehr unterschiedliche Weise. Unter und vier Geschwistern war ich das schwarze Schaaf, für meinen Vater der taugenichts der nichts auf die Kette bekommt und nur Probleme verursacht. Er hat mich konstant verbal sowie gelegentlich auch körperlich klein gemacht, misshandelt, geschlagen... Seine letzte für mich traumatische Handlung war das ich an meinem 12 Geburtstag aus den Ferien nach Hause kam und er weg war. Zuerst habe ich das wohl damals auch als befreiung empfunden, doch mit den Jahren ist mir klar geworden wie sich dieses Datum trotz allem in meine Seele gebohrt hat.

    Meine Mutter hat uns Kindern und mir im besonderen ihr ganzes Leben und ihre ganze Kraft verschrieben. Sie hat sich von morgens bis Abends für uns aufgeopfert und tut dies noch heute. Sie ist jetzt 69 Jahre alt. Das große Manko was sie hat ist das sie uns nie körperliche Zuwendung geben konnte. Eine Umarmung von/mit ihr fühlt sich sehr komisch an und ist das maximum an körperlichkeit das ich je von ihr erfahren habe. Ein Teilen von Problemen war mit ihr nie möglich und so musste ich immer alles mit mir selber ausmachen.

    Aus dieser, hier nur kurz angerissenen Vorgeschichte heraus, hat sich bei mir schon in meiner Jugendzeit ein starker Drang nach Geborgenheit und Sicherheit entwickelt. Mir war schon früh bewusst das ich auf der Suche bin nach einer Partnerin mit der ich gemeinsam und unzertrennbar durch die wirren und schwierigkeiten des Lebens gehen würde. Das ich Kinder haben möchte denen ich dann ein besserer Vater bin und ich mich niemals von der Mutter meiner Kinder trennen würde. Eine für mich unvorstellbare Vorstellung. Besonders auf emotionaler Basis. Unvorstellbar. Dafür habe ich wohl dbzgl. eine sehr grosse Leidensfähigkeit entwickelt...

    Schon in meinen ersten Beziehungen in meiner Jugendzeit lässt sich erkennen das ich dort diese Muster verfolgt habe. Es wurde sich immer von mir getrennt, für mich war jede Trennung immer ein enormer emotionaler Einbruch für den ich lange Zeit nötig hatte diese "ablehnung" zu verarbeiten. Doch da gab es keine Kinder...

    Mit 20 Jahren habe ich die Mutter meiner Kinder kennengelernt. Eine emotional extrem einfühlende Persönlichkeit. Sie hat all meinen Schmerz aufgefangen und mir immer das Gefühl gegeben der tollste und wichtigste Mensch für Sie zu sein. Sie war und ist die einzige der ich mich komplett geöffnet habe.

    Nach 4 1/2 Jahren Beziehung gab es eine Krise in welcher Sie sich in einen anderen Verliebt hatte. Zu diese Zeit lebten wir in Berlin und es riss mir so den Boden unter den Füßen weg das ich Hals über Kopf von Berlin in die Niederlande gezogen bin. Es war für mich nicht zu ertragen und ich wusste das ich in ihrer Nähe verrückt werden würde. Obwohl es für sie auch dort kein Wiederspruch gewesen wäre eine enge Bindung zu mir aufrecht zu erhalten.

    Nach zwei Jahren in welchen wir immer wieder einen gewissen telefonischen oder schriftlichen Kontakt hatten sind wir wieder Schritt für Schritt zusammen gekommen und sind dann schliesslich 2007 wieder zusammengezogen.

    2009 wurde dann unser erster Sohn geboren und für mich war dies ein innerlicher Wendepunkt an dem ich dachte das all die unsicherheiten damit Vergangenheit seien. 2013 mit der Geburt unseres zweiten Sohnen war, trotz der Probleme die wir auch immer hatten, verstärkte sich dieses Gefühl.

    Dann 2014 der Megaschock. Sie offenbarte mir das sie vor 3 Jahren völlig verliebt in unseren Untermieter und gleichzeitigen Freund ihrer besten Freundin war und eine Affäre mit ihm hatte. Bei uns im Haus. Dies löste bei mir einen massiven Schockzustand aus von welchem ich mich bis heute nicht erholt habe.

    Dadurch wurde das zusammenleben mit mir für alle, für sie und meine Kinder, immer schwieriger. Ich betäubte meine Emotionen immer mehr mit Drogen und Medikamenten, bzw. versuchte mit diesen einigermaßen "funktional" zu bleiben und den Alltag und seine Anforderungen zu überstehen.

    Anfang 2017 war es dann so schlimm geworden das ich mich nach einem Gewissen Druck von ihr zu einer Entgiftungsbehandlung entschieden habe und diese im ersten Versuch erfolgreich beendet habe. In der Erwartung das wir darauf aufbauend under gemeinsames Familienleben nun endlich gesund angehen würden kam ich nach Hause. Doch das wollte sie nun nicht mehr. Für sie war es ein befreiendes Gefühl mich nicht mehr als Klotz am Bein zuhause zu haben. Und so zog ich "erstmal" aus. Zu dieser Zeit mit dem Gefühl ihr damit Raum zu geben, aber mit dem festen glauben das wir am Schluss trotz allem als Partner durchs Leben gehen würden.

    Seit dem sind nun einige Dinge geschehen welche mich konstant an der Schwelle zum Abgrund halten und für mich in der realen Welt nicht aussprechbar sind. Sie hatte eine affäre über eine 'Suggar Daddy' Webseite mit einem 20 Jahre älteren typen für welche sie sich hat bezahlen lassen. Sie bestellt sich Outfitts bei einschlägigen Fetisch Shops. U.v.m.... Diese Dinge zerreissen mein Herz so stark das ich einfach nicht mehr sein möchte.. Dies nicht ertragen, mitbekommen will.

    Gäbe es nicht diese drei tollen Kinder... Die ich und die mich über alles lieben...
    Ich will weg und gleichzeitig habe ich das Gefühl das ich in der Nähe meiner Kinder bleiben muss.

    Gleichzeitig habe ich keinerlei sozialen Beziehungen mehr. Keine Freunde. Keine Familie mit der ich über mein innerstes sprechen könnte.

    Ich denke ich habe hier in diesem Text vieles ausgelassen was noch wichtig wäre für ein gesamtbild, doch schon das herunterschreiben bis hierher hat mich viel energie gekostet. Ich hoffe es gibt hier jemnden der meine Geschichte ein wenig einordnen kann und mir irgendwie eine Hilfestellung, Tips oder Ratschläge geben kann...

    Wo soll ich jetzt hin? Wohin kann ich gehen wenn ich es in ihrer Nähe nicht aushalte. Wirklich nicht aushalte. Und gleichzeitig meine Kinder nicht im Stich lassen will?!? Eine Zwickmühle aus der ich keinen Ausweg finde.

    Es gibt keine richtigen Worte für meine Gefühlslage. Völlige Verzweifelung kommt dem wohl nahe.

  2. #2
    Verleger Avatar von Milly
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    Hi, wann wurde denn euer drittes Kind geboren? Ich habe jetzt nur zwei Daten entdeckt.
    Ansonsten: Du kannst dich von deiner Frau trennen und dennoch ein guter Vater sein. Arbeitest du?
    Wenn die Beziehung nicht mehr zu retten ist (und das müssten BEIDE wollen), dann kann man zwar als WG zusammen bleiben, aber das geht nur gut, wenn BEIDE diese Möglichkeit begrüßen und nicht heimlich auf einen Neubeginn hoffen.
    Deine Frau wollte ja vorher schon nicht mehr so richtig; jetzt hat sie einen Bezahlonkel und lebt in Pornowelten. Denke nicht, dass die zurückkommt.
    Bist du mittlerweile drogenfrei? SIE könnte ja auch ausziehen und du behältst die Kinder.
    Was du dringend tun solltest: Offen mit ihr reden. Bei der Stadt nach einer Trennungsberatung fragen. Und aufhören, Beziehungen zu überfrachten. Du hast von Anfang an dein ganzes Lebensglück davon abhängig gemacht, dass diese Frau bleibt. Glück ist aber mehr.
    Wenn du ihre Gegenwart gar nicht mehr ertragen kannst und die Versorgung der Kinder durch dich gesichert ist, kannst du ihr ja auch nahlegen, eine Weile zu ihrem Bezahltyp zu ziehen.
    Was ich auf keinen Fall machen würde: Weit weg ziehen. Wegen der Kinder.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Milly für den sinnvollen Beitrag:

    Julia_von (21.04.2018)

  4. #3
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    Unser jüngster Sohn wurde 2015 geboren und war wohl ihr versuch mein Trauma zu durchbrechen.

    Ich arbeite z.Z. als Inklusionshelfer in einer Schule.

    Leider bin ich nicht wirklich Drogenfrei. Den heutigen Tag überstehe ich gerade nur durch Benzodiazepine. Sonst würde ich meinen Kopf gegen die Wand schlagen, so fühlt es sich jedenfalls an...

    Die Versorgung der Kinder ist durch mich nicht wirklich gesichert, ich verdiene 855€ und erhalte aufstockendes Harz4...

    Zitat Zitat von Milly Beitrag anzeigen
    Was ich auf keinen Fall machen würde: Weit weg ziehen. Wegen der Kinder.
    Und genau das ist ja mein Dilema!!! Was soll/kann ich tun wenn ich es absolut nicht aushalte bei ihren Eskapaden in Ihrer Nähe zu sein und natürlich gleichzeitig für meine Kinder greifbar zu bleiben?!?!?! Ich verzweifele genau an diesem Punkt. 24 Stunden am Tag. Und wenn ich dafür keine Lösung finde werde ich alles verlieren. Alles.

  5. #4
    Verleger Avatar von LukeHB
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    Zitat Zitat von BNice Beitrag anzeigen
    Sie hatte eine affäre über eine 'Suggar Daddy' Webseite mit einem 20 Jahre älteren typen für welche sie sich hat bezahlen lassen. Sie bestellt sich Outfitts bei einschlägigen Fetisch Shops. U.v.m
    Eine "Affäre" ist das eine, da machen auch die paar Jahre Altersunterschied nichts. Aber nur um das klar zu sagen, diese Sugardaddygeschichte ist ganz klar Prostitution. Und Du schreibst sie "hatte" diese Geschichte - ich schließe daraus sie ist beendet? Wenn sie dann nun noch die Outfits kauft scheint ihr Prostitution zu liegen.

    Könntest Du das wirklich akzeptieren? Ich denke auch, die Kinder gehören zu dir!
    Orthographie, Grammatik und Interpunktion sind keine Spielwiese für Individualisten!

    "Warum passieren mir immer Sachen, die sonst nur dämlichen Menschen passieren?" (Homer J. Simpson)

  6. #5
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    Zitat Zitat von LukeHB Beitrag anzeigen
    Könntest Du das wirklich akzeptieren? Ich denke auch, die Kinder gehören zu dir!
    Nein, kann ich eben nicht. Doch sie ist trotzdem eine gute Mutter und kann die Kinder im ganzen besser versorgen als ich es könnte. Ich kann mich z.Z. nichtmal richtig um mich selbst kümmern und bekomme meine Emotionen nicht unter Kontrolle. Ich habe das Gefühl das diese mich von innen zerfressen. Finde nächtelang keinen richtigen Schlaf... Steh auf. Breche zusammen...

    Zitat Zitat von BNice Beitrag anzeigen
    Wo soll ich jetzt hin? Wohin kann ich gehen wenn ich es in ihrer Nähe nicht aushalte. Wirklich nicht aushalte. Und gleichzeitig meine Kinder nicht im Stich lassen will?!? Eine Zwickmühle aus der ich keinen Ausweg finde.
    Kann mir irgendwer einen Ratschlag geben: Wo soll ich jetzt hin? Wohin kann ich gehen wenn ich es in ihrer Nähe nicht aushalte. Wirklich nicht aushalte. Und gleichzeitig meine Kinder nicht im Stich lassen will?!?

  7. #6
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    Ich denke, lieber BNIce, dass es erstmal wichtig ist, dass Du selbst inneren Abstand zu dieser Frau gewinnst. Wenn sie trotz allem eine gute Mutter ist, sind die Kinder nicht in Gefahr. Von daher würde ich auch äusseren Abstand gewinnen, wenn Dir das hilft, den inneren Abstand zu erlangen. Ein Mann, der am liebsten mit dem Kopf vor die Wand laufen möchte, weil er es vor Kummer sonst nicht aushält, wird mit seinen sehr verständlichen Gefühlen auch die Kinder belasten. Erst mal selbst klar mit Dir selbst kommen.... innere Wunden heilen, dann sieh weiter, inwieweit Du auch den Kindern ein guter Vater sein kannst. Das ist meine Empfehlung.

    LG, Nordrheiner
    Wie glücklich ist der Mensch, der Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat. Weisheit besitzen ist besser als Silber, wertvoller als das reinste Gold. Sprüche 3, 13+14

    Das Leben der Menschen, die auf Gott hören, gleicht einem Sonnenaufgang. Es wird heller und heller, bis es völlig Tag geworden ist. Aber das Leben derer, die Gott mißachten, ist wie die finstere Nacht. Sie kommen zu Fall und wissen nicht, worüber sie gestolpert sind. Sprüche 4, 18+19

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